Kündigt Rummenigge Van Gaals Rausschmiss an?

23. November 2009

“Es gilt jetzt, in dieser Situation rational zu bleiben und die Dinge nicht zu überdrehen, vor allem keine spontanen, unsinnigen Entscheidungen zu treffen.“
Am 8. April 2009 sprach Karl Heinz Rummenigge diese Worte in die Mikrofone der Journalisten. Der Verein verlor gerade gegen den FC Barcelona im Viertelfinale der Champions League.
19 Tage später schmiss man den Trainer Jürgen Klinsmann raus.

„Wir müssen die Dinge rational sehen, nicht emotional.“
Schon wieder. Rational denken. Nicht emotional. Diesmal sprach der Bayern-Boss diese Worte, nachdem der FCB nur 1:1 gegen Tabellenführer Bayer Leverkusen spielte und somit den Anschluß an die Spitze nicht erreichte. Und in 19 Tagen?


ChampionsLeague: FC Bayern vs Maccabi Haifa – 30 Tickets zu gewinnen!

23. November 2009

Am Mittwoch um 20.45 Uhr könnte der israelische Meister Maccabi Haifa den deutschen Rekordmeister FC Bayern München tief in die Krise stürzen. Das drohende Aus in der Champions League könnte bittere Realität werden.

Es gibt wohl kaum Sportjournalisten, die nicht mit einen Auge in Richtung München schielen und nur darauf warten, dass der FCB die Pressekonferenz ankündigt, in der die Entlassung von Van Gaal bekannt gegeben wird. Das wird, so meine Meinung, auch bei einer Niederlage gegen Maccabi Haifa nicht der Fall sein. Mindestens bis zur Jahreshauptversammlung wird Van Gaal Trainer des FCB bleiben – alles andere wäre schon eine große Überraschung.

Über das Spiel selbst kann man nicht viele Worte verlieren. Die Aufstellung kann man nicht vorhersehen, der Trainer Van Gaal lässt selten das Team auflaufen, das man im Vorfeld erwarten könnte. Im Prinzip weiß man ja nicht einmal welches System er als nächstes spielen lassen wird, obwohl das nach den öffentlichen Hoeneß-Aussagen wohl ein 4-4-2 sein muss.

Das Spiel wird live im Internet auf www.ran.de zu sehen sein. Außerdem überträgt Sat1 das Spiel im Free-TV. Zuschauer aus Österreich können Champions League-Spiele übrigens auch auf www.rantv.at sehen.

Und wer noch näher dabei sein möchte, sollte sich das Gewinnspiel der Abendzeitung nicht entgegen lassen. Dort werden 15×2 Eintrittskarten für das Spiel FC Bayern München vs Maccabi Haifa verlost! Die Gewinnspielfrage, die Email-Adresse an die Antworten geschickt werden müssen, sowie viele weitere Informationen gibt es unter obigen Link bei der Abendzeitung.
Ich wünsche viel Glück!


Abendzeitung: 40% wollen FCB-Vorstand feuern

23. November 2009

6

Die Abendzeitung hat gestern eine Umfrage zur aktuellen Lage des FC Bayern München online gestellt. Etwa zwei Stunden später verkündete die Redaktion über Twitter (siehe Screenshot), dass 40% der Stimmen für die Möglichkeit “Wieso van Gaal? Vorstand raus!” gezählt wurden. In Anbetracht der Tatsache wieviele Optionen es gab, schon eine kleine Marke, diese Prozente.

Was die Abendzeitung aber nicht dabei geschrieben hatte, ohne ihr da Absicht unterstellen zu wollen, es hatten lediglich 55 User abgestimmt! Ab gesehen davon, dass ich das wirklich als sehr, sehr wenig empfinde, wenn eine Zeitung zur Abstimmung ruft, ist das auch noch extrem nicht-aussagekräftig.5
In Zahlen sind das gerade einmal 22 User, die gegen den Vorstand abgestimmt haben. 33 User haben also für einen Rauswurf Van Gaals abgstimmt, konnten sich lediglich nicht über den Zeitpunkt einig werden (siehe 2.Screenshot, rechts).

Aber es stimmt schon. Wenn man ein bisschen auf die eigene Umfrage aufmerksam machen möchte, muss man sich schon etwas einfallen lassen. Außerdem wäre da noch das “Platzproblem” bei Twitter und auch in Überschriften – siehe diesen Blogartikel.
Das Problem sind dann nur solche Internet-User, die an einer anderen Stelle dann behaupten, dass 40% der Bayern-Fans die Bosse weghaben wollen.

In der Tat gab es aber Stimmen, die von “Vorstand Raus!” Rufen berichtet haben. In der von mir gewählten Übertragung war das aber nicht zu vernehmen. Es wäre vielleicht ganz nett, wenn Zuschauer aus dem Stadion das an dieser Stelle mal berichten könnten?


FCB 1:1 Leverkusen – Was für ein Trauerspiel

22. November 2009

Über das Thema sollte man eigentlich keine Witze machen, aber die Schweigeminute vor dem Spiel könnte von Unwissenden auch versehentlich auf den Spielverlauf bezogen werden.

0,1020,220065,00(2)

Eigentlich begann das Spiel ganz gut. Die Bayern stehen mit dem Rücken zur Wand und hätten mit einen Sieg gegen Leverkusen den Anschluss an die Tabellenspitze halten können. Drei Punkte zum ersten Tabellenplatz, das wäre schon ein echter Erfolg gewesen. Aber, Kleingeld bereithalten, der Fußball lebt nicht im Konjunktiv.

Mario Gomez staubt zur 1:0 Führung ab. Bayern schien motiviert und es lief, sollte das die Kehrtwende sein? Offenbar nicht. Und das wurde ganz deutlich, als Stefan Kießling zum 1:1 ausglich. Danach haben wir die, mittlerweile gewohnten, Bayern zurück. Unsicher. Ohne Leidenschaft. Ohne Ideen. Eine Mannschaft die, so der Eindruck, nicht mehr weiß wie man Fußball spielt. 

Und als man beispielsweise bei Twitter live den Eindruck bekam, die Bayern-Fans sind am Boden zerstört, schaffte es Trainer Louis Van Gaal sie doch noch einmal zu überraschen: er wechselte Miroslav Klose aus und für ihn kam Alexander Baumjohann! Ein Spieler der bereits als aussortiert galt, für einen gestandenen Nationalspieler – Van Gaal ist ein Zocker, anders kann man es nicht beschreiben. Hätte der junge Spieler den entscheidenden Treffer geschossen oder zumindest die Vorlage dafür gegeben, hätte sich Van Gaal feiern lassen. Warum auch nicht. Aber es ist nicht aufgegangen. Verzockt.

Eigentlich bin ich nicht dafür, den Trainer voreilig zu feuern. Vor der Jahreshauptversammlung wird das sowieso nicht stattfinden. Aber das Band zwischen den übermäßig dominanten Trainer und der völlig verunsicherten Mannschaft scheint zerschnitten. Es macht nicht unbedingt den Eindruck, als könnte man noch gemeinsam einen Blumentopf gewinnen.

Besonders in den Medien wird man in den nächsten Tagen eigentlich nur noch zwei Fragen kennen.
1. Wann wird Louis Van Gaal gefeuert?
2. Wer wird der Nachfolger?

FC Bayern – Bayer Leverkusen 1:1 (1:1)

FC Bayern
Butt – Lahm, Van Buyten, Demichelis, Badstuber – Müller (69. Olic), Tymoshchuk, Van Bommel, Schweinsteiger – Klose (77. Baumjohann), Gomez

Ersatz:
Kraft, Breno, Lell, Ottl

Bayer Leverkusen
Adler – Schwaab (72. Sarpei), Hyypiä, Friedrich, Castro – Reinartz – Barnetta (82. L. Bender), Vidal, Kroos, – Kießling, Derdiyok

Schiedsrichter:
Knut Kircher (Rottenburg)

Zuschauer
69.000 (ausverkauft)

Tore:
1:0 Gomez (8.), 1:1 Kießling (14.)

Gelbe Karten:
Van Bommel / -


Nach Robert Enkes Selbstmord: Immer mehr Spieler outen sich

20. November 2009

Für die Familie und Freunde von Robert Enke mag es ein schwacher Trost sein, aber sein Selbstmord war nicht umsonst.
Nachdem der Nationalspieler sich vor 1.5 Wochen umbrachte, bekennen sich immer mehr Fußballspieler öffentlich zu ihren Depressionen.

Josip Simunic von 1899 Hoffenheim war einer der ersten Spieler, der über die Depressionen sprach. Michael Sternkopf, der unter anderem für den FC Bayern München spielte und jetzt Marketingleiter bei Kickers Offenbach ist, berichtete von seinen Krankheitsverlauf und gab auch bekannt entsprechende Medikamente genommen zu haben. Der brasilianische Stürmer Adriano räumte ein, unter Depressionen gelitten zu haben, nachdem sein Vater 2004 verstorben ist. Er hatte jüngst seinen bis 2010 laufenden Vertrag bei Inter Mailand aufgelöst um seine Probleme in den Griff zu bekommen. Aktuell ist Andreas Biermann von St.Pauli in den Schlagzeilen. Er ließ sich drei Tage nach Robert Enkes Selbstmord in eine Klinik einweisen.

Auch Schauspieler und andere Prominente sprachen in letzter Zeit häufig mit der Presse über ihre Erfahrungen mit Depressionen. Alles in allem kann man wohl sagen, dass der Tod von Robert Enke etwas bewirkt hat. Bleibt zu hoffen, dass dieser Effekt nicht kurzlebig ist.