Die Spekulationen um mögliche Spielerkäufe sind noch lange nicht abgeschlossen, im Gegenteil. Jetzt, nach der EM, wird der Markt erst einmal so richtig heiß…
Für mich der passende Moment den Kader des FC Bayern zu durchleuchten.
Tor
Michael Rensing, Hans-Jörg Butt, Thomas Kraft
Ich denke hier ist der Verein durch die Verpflichtung von Butt als 2. Mann gut besetzt.
Abwehr
Willy Sagnol, Lucio, Daniel van Buyten, Martin Demichelis, Phillip Lahm, Marcell Jansen, Christian Lell, Breno
Willy Sagnol sollte man verkaufen, solange irgendein Verein auf dieser Welt noch einen Euro für ihn spendiert. Es macht überhaupt gar keinen Sinn ihn länger zu halten. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wo er einen Platz in diesem Team haben soll, oder wie er den Anforderungen des schnellen Offensiv-Spiels noch gerecht werden soll.
Ein möglicher Ersatzkandidat wäre Herthas Kapitän Arne Friedrich. Der könnte sowohl rechts als auch in der Innenverteidigung auflaufen.
Innenverteidigung ist auch gleichzeitig das nächste Stichwort. Lucio und Martin Demichelis sind, obwohl sie meiner Meinung nach häufig überbewertet werden, relativ wichtig für den Verein. Auf die regelmäßigen Wechselabsichten des Lucio oder solche Ein-Mann-Shows wie von Demichelis kann und sollte man aber verzichten.
Entweder ein klares Bekenntniss zum Verein – oder auf Jobsuche für die beiden Herren.
Van Buyten kann mehr, als er bisher bei den Bayern zeigen durfte. Lahm, Jansen und Lell stehen außer Frage.
Bei Breno bin ich mir nicht wirklich sicher. Man hat ihn bisher nicht genügend zu sehen bekommen. Das es sich bei Breno aber um den kommenden “Super-Verteidiger” handeln soll, stelle ich noch in Frage. Ich befürchte er wird irgendwann sang- und klanglos den Verein verlassen.
Mittelfeld
Franck Ribery, Hamit Altintop, ZeRoberto, Andreas Ottl, Mark van Bommel, Jose Ernesto Sosa, Tim Borowski, Bastian Schweinsteiger, Stephan Fürstner, Toni Kroos
Während Stephan Fürstner wohl der “Quotendeutsche” ist, sehe ich im Mittelfeld nicht allzuviel Handlungsbedarf. Sosa ist für mich ein klarer Kandidat für die Transfer-Liste.
Um Schweinsteiger zu halten, müsste der FC Bayern notfalls auch auf das Festgeld-Konto zugreifen. Es wäre ein Armutszeugnis für den Rekordmeister, wenn ihm die Lieblinge der Nation von anderen Vereinen genommen werden. Nicht nur finanziell, auch sportliche Förderung ist wichtig. Bei den Bayern muss ein Umdenken stattfinden. Klinsmann hat ja nun einen Sportpsychologen an Bord geholt. Vielleicht lässt Hoeneß seine “Zuckerbrot & Peitsche”-Methode mal von einen Fachmann unter die Lupe nehmen.
Angriff
Luca Toni, Lukas Podolski, Miroslav Klose
Hier kann die Personalplanung noch gar nicht am Ende sein. Egal was Lukas Podolski davon hält, hier muss noch ein Angreifer folgen.
Auch Poldi muss einsehen, dass man mit nur 3 Stürmern keine vollständige Saison mit den Ansprüchen des FC Bayern spielen kann.
Angenommen ein Stürmer verletzt sich und fällt für mehrere Wochen aus. Eine simple Gelb-Sperre hätte ungeahnte Folgen. Aber auch ein knappes Spiel, welches einen frischen Stürmer von der Bank benötigt – alles nicht mehr möglich.
Ab gesehen davon weiß man nicht, wie Luca Toni in die 2. Saison starten wird – besonders vor dem Hintergrund des “Toni Torlos” Images von der EM.
Ich denke das der unzufriedene Poldi dies aber auch nachvollziehen kann, wenn man ihn das nur mal vor Augen hält und auch die Zusage macht, dass er auf seine Spiele kommen wird – sofern er dann auch Leistung bringt.
Mario Gomez wird wohl nicht mehr in dieser Saison kommen, es sei denn, die Stuttgarter vergessen ihr “Geschwätz von gestern”.
Interessant wäre ein anderer Typ Stürmer. Ein Spieler wie es beispielsweise Oliver Neuville ist. Doch leider ist der nicht mehr unbedingt im besten Alter – aber vom Spielertypen her könnte es was sein. So eine Art Spieler hat Bayern momentan im Angriff nicht unbedingt.
Alles in allem bin ich der Überzeugung, dass der FC Bayern München wieder verstärkt auf deutsche Spieler setzen sollte. Diese Meinung vertrete ich zwar jedes Jahr wieder aufs Neue – aber die Identifikation ist ein wichtiger Punkt. Mir persönlich ist es wichtig, dass des deutschen liebsten Kind, die Nationalmanschaft, mich auch ein Stück weit im Bundesliga-Alltag begleitet.
Wenn ich die Wahl habe zwischen einen ausländischen Spieler und einen halbwegs gleichwertigen deutschen Spieler, dann MUSS die Wahl einfach auf den deutschen Spieler fallen.
Ein Beispiel hierfür ist Sosa, oder aus der Vergangenheit auch Karimi oder Dos Santos. Aus welchen Marketing-Gründen diese Spieler auch jemals gekauft wurden – ich glaube im Endeffekt kann man auf sowas verzichten.
Mit einer “pro deutsche Spieler” Strategie kann man sich auch schon mal auf die kommende 6+5 Regel einstellen.
Warten wir nun gespannt darauf, was die Bayern-Bosse noch für Transfers aus den Hut zaubern – oder ob sie eventuell sogar unverändert in die neue Saison starten werden.
30. Juni 2008 um 22:13
Sagnol könnte die Amateure unterstützen…die brauchen jetzt einen erfahrenen Spieler wo Linke weg ist.Aber im Profikader sehe ich den auch nicht mehr.
Die 6+5 Regel dauert zwar noch lange aber ich verstehe es auch nicht warum immer zweitklassige Ausländer geholt werden müssen.Aber vielleicht haben unsere Nationalspieler auch keinen Bock mehr auf Rummenigges Tiefschläge und Hoeneß Wutausbrüche.