#FCBayern: Absturz in die Top4 Europas

Thomas Müller FC Bayern

Wenn man es genau nimmt, dann ist der FC Bayern München am gestrigen Abend im Champions League Gruppenspiel gegen Atletico Madrid noch mit einem blauen Auge davon gekommen.
Spätestens in der 84. Minute, als Vidal rempelt und sein Gegenspieler die Situation nur zu gern ausnutzt, um im Strafraum zu Boden zu gehen, hätte man sich wohl über das zweite Veilchen nicht aufregen dürfen.
Glücklicherweise traf Griezmann, dieser komische Typ im Körper eines 14jährigen, der uns schon früher nervte, nur die Latte. Einige Minuten später stand die erste Saisonniederlage des FC Bayern fest.

Eine Niederlage ist beim Rekordmeister grundsätzlich eine kleine Krise. So viele Niederlagen gab es in den letzten Spielzeiten ja auch nicht, da ist das fast schon nachvollziehbar. Die Niederlage gegen Madrid könnte aber tatsächlich zur rechten Zeit gekommen sein.
Der FC Bayern hat schon sehr lange ein Problem damit, wenn ihnen der Gegner wenig respektvoll auf den Füßen steht und sie unter Druck setzt. Wenn dann aber auch noch eine gewisse individuelle Klasse hinzukommt, geraten die Roten leicht unters Messer.
Thomas Müller scheint seit seiner enttäuschenden Euro2016 noch seine alte Stärke und auch seine Rolle im neuen taktischen Rahmen zu suchen. Hinten links, vorne rechts, Müller geht scheinbar zu viele Wege, um immer nahe beim Spielgeschehen zu sein, fehlt dann aber in den entscheidenden Momenten dort, wo er gebraucht wird: vor dem gegnerischen Tor.
Das ist eine Beobachtung. Aber auf keinen Fall eine Anschuldigung, denn mit Ausnahme von Manuel Neuer kam gestern wohl kein Spieler an seine 100%-Marke. Fehlpässe, dumme Fehler und ständig einen Schritt zu spät. Und vor dem Tor ein Robert Lewandowski, der keinen wirklichen Stich landete. Rund lief es gestern Abend wirklich nicht.
Und daraus kann man durchaus eine Erkenntnis ziehen….

Die lautet, dass der FC Bayern München derzeit nicht in den Top3 der europäischen Teams ist – sondern in den Top4.
Definitiv haben die drei Spiele gegen Atletico Madrid gezeigt, dass diese Rechnung neu aufgestellt werden muss. Und dabei ist es nicht so, als wäre Atletico nur darauf spezialisiert, den Bayern das Leben schwer zu machen – sie beweisen sich ja bekanntlich durchaus in der gleichen Liga mit zwei anderen Teams aus den Top4: dem FC Barcelona und dem Stadtrivalen Real Madrid.
Nun muss man in München nur aufpassen, dass es Pep Guardiola nicht gelingt, mit Manchester City langfristig einen weiteren Konkurrenten für die „Top4“ zu erschaffen. Es reicht doch schon, wenn uns die spanischen Top-Mannschaften regelmäßig den Spaß an der Champions League verderben. Die Spieler von der Insel, mit ihren verwaschenen Schalke-Trikots, brauchen wir dafür nicht auch noch…

Kann der HSV nur "temporär"?

hsv rauswurf

Wenn der Hamburger SV seinen Trainer entlässt, nachdem dieser bis zur 88. Minute gegen den FC Bayern München ein torloses Unentschieden hielt, darf man das dann eigentlich schon ein Luxusproblem nennen?

Natürlich war diese Niederlage wohl der letzte Tropfen für ein gefülltes Fass. Ein seltsamen Beigeschmack hat die Kündigung von Bruno Labbadia aber trotzdem. Man möge sich nur einmal vorstellen, jeder Bundesligist wirft seinen Trainer nach einer Niederlagen gegen die Bayern raus?

Als eine große Sportredaktion vor Kurzem auf Twitter fragte, ob die Hamburger nun endgültig in der Krise stecken würden, konnte ich nur mit einer Gegenfrage antworten: waren die da in den letzten Jahren schon jemals wirklich raus?

Für viele Fussball-Fans mag es eine Bedeutung haben, dass der Bundesliga-Dino seinen Rekord mit der tickenden Stadion-Uhr weiter ausbauen kann. Mir persönlich ist es ziemlich egal. Objektiv betrachtet hätte sie wohl schon den Abstieg verdient gehabt, als sie es nur aufgrund des Heimvorteils schafften, sich gegen einen Zweitligisten in der Relegation durchzusetzen.
Wahrscheinlich wird man sich auch in dieser Saison wieder irgendwie retten. Krisen hin oder her. Aber vielleicht hätte man das auch mit Labbadia geschafft: als Außenstehender hatte man nämlich nicht den Eindruck, als würden die Spieler im Spiel gegen die Bayern kein Interesse haben, für den Trainer zu spielen.
Das werden Andere besser beurteilen können. Welche, die dem Verein näher stehen.

Über allem steht dann eigentlich nur die Frage, ob der HSV nur „temporär“ kann? Also im Boot mit Wassereinbruch sitzen, irgendwie die Finger ins Loch quetschen und darauf hoffen, dass der Neue, mit einem Eimer abschöpfend, das Ding über Wasser hält?
Langfristig scheint man zumindest nicht mehr zu denken, wenn man Mark Gisdol lediglich einen Vertrag über 9 Monate gibt. Wirtschaftlich gesehen bei diesem Trainerverschleiß sicherlich ratsam, aber perspektivisch gesehen wohl schon vorab eine Bankrotterklärung.

#FCBayern: Robben & Ribery – 2 Jahre für den Unterschied

Frank Ribery Arjen Robben Vertragsverlängerung

Die Verträge von Arjen Robben und Franck Ribery beim FC Bayern München laufen am 30.6.2017 aus. Man geht derzeit davon aus, dass der Verein mit beiden Spielern verlängern wird. Die Laufzeit des neuen Vertrages könnte allerdings der Knackpunkt sein.
Seit einigen Jahren versucht man beim FC Bayern die Verträge von Spielern über 30 Jahren nur noch um jeweils ein Jahr zu verlängern. Zumindest im Fall des Franzosen gehen die Medien davon aus, dass er sich einen 2-Jahres-Vertrag wünscht.

Sieht man einmal von den Verletzungen der beiden Spieler ab, sind sie für den Verein nicht nur eine Verstärkung, sondern machen regelmäßig den Unterschied aus.
Während die sogenannten Experten Costa  und Coman bereits als Nachfolger der beiden Flügelstürmer ausmachten, sind die in Wirklichkeit noch weit davon entfernt, diese Last auf ihren Schultern zu tragen.
Das Können von „Robbery“, gepaart mit der Erfahrung und dem unglaublichen Hunger, den sie auch noch nach so vielen Jahren im roten Trikot stillen wollen, eine Kombination, auf die der FCB einfach (noch) nicht verzichten kann.

Aber kann man den beiden Spielern einen 2-Jahres-Vertrag geben? Nein. Man kann nicht nur, man muss es sogar!
Robben und Ribery sind nicht nur ein elementarer Bestandteil des Bayern-Spiels, sie sind auch mit dem Verein verwachsen. Besonders bei Franck Ribery hätte man dies wohl damals nie für möglich gehalten, nachdem man einen Blick auf seinen damaligen Lebenslauf warf. Aber es ist bei beiden Weltenbummlern tatsächlich so gekommen. Auch wenn die Geschichte keine Titel gewinnt, sollte man die Treue auch mit Vertrauen zurückzahlen. Das wäre bayernlike.

Natürlich wird sich manch einer fragen, warum man dann bei einem so großen Spieler wie Xabi Alonso keine Ausnahme gemacht hat. Die Antwort ist ernüchternd, aber auch fair. Der Spanier lebt in der Gegenwart hauptsächlich von seiner enormen Erfahrung auf dem Spielfeld. Mit 34 Jahren ist er noch einmal älter als Robben und Ribery und, so glücklich der Verein auch über seine Leistung sein kann, er hat nicht die langjährigen Verdienste für die Roten nachzuweisen. Es gibt also nicht den Faktor, etwas zurückgeben zu wollen. Und das hat rein gar nichts mit mangelnder Wertschätzung zu tun. Wahrscheinlich wird Alonso auch gar nichts anderes erwarten und seine Situation auch genauso einschätzen.

Unabhängig von den Zahlen im Vertrag, über die man als Außenstehender immer nur spekulieren kann, wäre eine Verlängerung um 2 Jahre das Zeichen, welches ich mir wünschen würde. Vielleicht, oder wahrscheinlich, werden Ribery und Robben am Ende dieser Laufzeit nicht mehr in jedem Spiel ihr Tempo gehen können. Aber bis dahin sollten ihre Nachfolger weit genug sein, um das Zepter wirklich übernehmen zu können.