Verkehrte Welt: Lewandowski fordert…? | #FCBayern #MiaSanMia

Laut verschiedener Medienberichten forderte Robert Lewandowski ein Treffen mit den Bayern-Bossen. Dabei wollte der Pole angeblich wissen, ob der Verein wirklich noch hinter ihm stehe und ihn unterstützten würde.

Was ist das denn für eine verkehrte Welt?

Blicken wir doch mal kurz zurück. Robert Lewandowski sah sich selbst auf einer Stufe mit Ronaldo und ging auch offenbar davon aus, dass er nach dieser Saison im Trikot der Königlichen aufläuft, oder zumindest von einem anderen Top-Verein ein königliches Gehalt beziehen wird.
Verwirklichen sollte das ein Top-Berater, der extra für einige Monate verpflichtet wurde und auch gleich öffentlich mitteilte, Lewandowski wolle wechseln und er würde – ganz diplomatisch – auch für einen Ersatz sorgen.

Es folgte die kritikwürdige Leistung im Champions League Halbfinale gegen Real Madrid. Fans überschritten in der Wut sicherlich auch die Grenze der möglichen Kritik, aber der Stürmer wirkte auch tatsächlich lustlos und verärgerte damit die Anhänger.
Mit der Nationalmannschaft schied Lewandowski bei der WM 2018 frühzeitig aus und ging mit null Toren ebenfalls unter. Nicht einmal ein kleiner Abstauber, das sogenannte Ehrentor, war möglich. Nicht allein die Schuld von Lewandowski. Aber mit dem Selbstverständnis der Beste zu sein, sollte vielleicht wenigstens mal eine Einzelleistung mit einem erfolgreichen Abschluss möglich sein.

Vertraglich gesehen hat der FC Bayern München die Fäden in der Hand. Der Verein hätte es gar nicht nötig, sich auf irgendein Spielchen einzulassen. Sie könnten den Wechselgedanken des Spielers wegwischen, ihn bei entsprechenden Fehlverhalten sanktionieren und die Fussballwelt würde mit großen Augen staunen, dass die Bayern nicht mit sich spaßen lassen.

Und genau dieser Spieler soll nun in der Position sein, irgendwelche Forderungen zu stellen? Wäre sein Plan aufgegangen, hätte er versucht sich in diesem Sommer von den Bayern «weg zu motzen». Wahrscheinlich ist es am ehesten der Verein, der nun bei klaren Verhältnissen die Forderung nach Leistung und Loyalität stellen darf.

Ohne Frage ist Lewandowski ein Top-Spieler und kann wieder eine wichtige Rolle für den FC Bayern spielen. Seine Leistung soll das gar nicht schmälern. Aber man muss auch mal die Kirche im Dorf lassen.

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Arroganz & Unfähigkeit: So scheitert der DFB-Neuaufbau | #WM2018 #Nationalmannschaft

Pen Clipart 4903Das Jogi Löw weiterhin als Bundestrainer tätig ist,
habe ich begrüßt und dies auch in der letzten Zeit zum Ausdruck gebracht.
Genauso habe ich die Gründe aufgeführt, die grob zusammengefasst der Mangel an
Alternativen und die Möglichkeit, den Karren selbst aus den Dreck zu ziehen,
waren.
Was nach der Ankündigung folgte, war allerdings eine bodenlose
Frechheit gegenüber jedem einzelnen Fussballfan in Deutschland.

Erst
einmal in den Urlaub…

Jogi Löw hatte die einmalige Chance im Profi-Fußball,
selbst nach einer historisch schlechten Leistung über den weiteren Verlauf
seiner Tätigkeit zu entscheiden. Hier zeigt sich grundsätzlich schon einmal die
schlechte Arbeit des Verbandes, der nicht wirklich aus Überzeugung so handelte,
sondern weil er schlichtweg gar keinen Plan B hatte.
Der Bundestrainer, dem
unter anderem ja auch vorgeworfen wird, dass er die endgültige Kadernominierung
nur bekannt gab und keine Fragen dazu auf der Pressekonferenz beantwortete,
fährt nach seiner Entscheidung erst einmal in den Urlaub und wird für etwa 6
Wochen auch nicht zur Verfügung stehen.
Löw hätte vor die Presse treten
müssen. Er hätte seine Entscheidung begründen und auch die ersten Antworten
abliefern müssen. Er hätte den Pressevertretern genau erklären können, dass
alles auf einen ersten Eindruck beruht und er auf sehr viele Fragen noch keine
Antworten hätte. Das er Zeit benötige, um wirklich zuverlässig alles zu
analysieren. Und dass er hochmotiviert sei, alle Fehler abzustellen, ein Konzept
erstellen möchte und alles tun würde, um Deutschland wieder zurück an die Spitze
zu führen.
Niemand hätte das komplette Konzept an diesem Tag erwarten können.
Aber jeder hätte den Respekt verdient gehabt, dass man nicht schon wieder so
abgefertigt wird.

Grindel,
Bierhoff und Özil

Statt offener Worte winden sich die Bosse in
fragwürdigen Interviews und Aussagen. Auf der einen Seite erklärt Bierhoff, es
würde da so gewisse Gründe für das Schweigen von Özil geben und macht ihn damit
bewusst oder unbewusst zum Alleinverantwortlichen unter den Spielern. Auf der
anderen zählen diese Gründe plötzlich überhaupt gar nichts mehr und der
DFB-Präsident erwartet eine öffentliche Stellungnahme, schießt aber auch gleich
die Botschaft hinterher, dass man prüft, ob Özil sportlich gesehen überhaupt
noch gebraucht wird. Wer das nicht als Aufforderung zum Rücktritt versteht, muss
wohl ein ziemlich dickes Fell haben.
Wenn man dieser Sache etwas positives
abgewinnen will, dann nur die Hoffnung, dass Özil tatsächlich keine Rolle mehr
in der Nationalmannschaft spielt. Und nein, dass hat nichts mit Rassismus zu
tun, sondern allein mit der Tatsache, dass ich mit dem Typen Özil einfach nichts
anfangen kann. Es mag sein Charakter sein, der von seinem Vater als
„zurückhaltend, fast scheu“ beschrieben wird, aber mir persönlich sind diese
hängenden Schultern und Schönwetterspielerei schon seit Beginn seiner Karriere
in der Nationalmannschaft ein Dorn im Auge. Und nein, ich bin nach einem seiner
Tore noch nie in bodenlosen Jubelstürmen verfallen, habe aber für seine Leistung
in den jeweiligen Situationen durchaus Respekt gezeigt.

Arroganz
und Chaos: ist das der Neuaufbau?

Der DFB erinnert derzeit an einen führerlosen Zug, der
auf einen Abgrund steuert. Und ganz vorn in der Lok stehen Grindel, Bierhoff und
Löw. Während Grindel hektisch nach Worten ringt und gar nicht weiß, was da
passiert, versucht Löw sich irgendwo möglichst lässig anzulehnen und beschäftigt
sich mit der Frage, ob es wohl cool aussieht, wie der Fahrtwind so durch seine
Haare weht. Bierhoff interessiert das alles nicht, denn er steht mit den Händen
in den Hüften gestemmt mitten im Führerhaus und freut sich über einen möglichen
Werbedeal mit der deutschen Bahn, wenn die erst einmal sehen, wie toll die
DFB-Führung sich in so einem Zug präsentiert.

Wenn
so „Führungsstärke“ aussieht, dann wundert mich überhaupt nichts mehr. Weder das
Spieler jetzt anonym zur Presse gehen und über Mitspieler lästern, noch das man
ihnen wie kleinen Kindern das Internet im Mannschaftshotel sperren musste.
Irgendwo da draußen muss Matthias Sammer sitzen. Er liest die Sportzeitungen und
beisst nicht nur in eine Tischkante, er frisst den ganzen Tisch und spuckt
Zahnstocher aus.

Die Lehren der WM | #WM2018 #WorldCup

91 minute kolumne fussballDie Weltmeisterschaft 2018 in Russland ist noch nicht vorbei. Alles was man jetzt schon sagt, könnte mit nur einer großen Wendung auf den Kopf gedreht werden. Beispielsweise dann, wenn man jetzt den Videobeweis lobt, er im Finale aber völlig versagt.
Vielleicht sollte man deswegen eher von “bisherigen Lehren” sprechen…

  • Warum im Profifussball noch immer auf die Netto-Spielzeit verzichtet wird, ist mir ein Rätsel. Wir reden hier von einem Millionen, nein, Milliarden-Geschäft. Und trotzdem geben sich alle der völlig willkürlichen und unzuverlässigen Zeitmessung hin. Erstaunlich.
    Besonders in Anbetracht der späten Tore, ich komme gleich noch dazu, sollte man sich endlich (!) der Netto-Spielzeit widmen.
  • Der Team-Gedanke scheint mir wichtiger denn je zu sein. Man kennt ja den Spruch “der Star ist die Mannschaft”. Aber tatsächlich scheint eine positive Stimmung im Team und Zusammenhalt häufig genug den Unterschied auszumachen.
    Für Trainer und Sportdirektoren sollten teambildende Maßnahmen wichtiger werden.
  • Ob Deutschland gegen Schweden, Belgien gegen Japan oder Kolumbien gegen England: was in Deutschland oft als “Bayern-Dusel” abgetan wird, setzt sich auch international durch. Man muss wirklich bis zur letzten Sekunde kämpfen und noch daran glauben, alles drehen zu können. Eine Frage des Charakters, vielleicht der Einstellung, die man aber anhand zahlreicher Belege den Spielern immer wieder vermitteln kann.
  • Der Bundesliga sollte es zu denken geben, dass der FIFA ohne größere Anlaufzeit die bessere Variante des “VAR”, des Videoschiedsrichters, gelungen ist. Es geht nicht darum, dass es im Fussball absolut gar keine Diskussionen mehr gibt. Auch Fehlentscheidungen wird man nicht komplett abschalten können. Aber man kann mit vorhandenen Mitteln alles dafür tun, möglichst viele davon zu vermeiden.
    Kurios, dass ausgerechnet der deutsche Schiedsrichter, der schon ein Jahr Erfahrung damit hat, sich augenscheinlich am schwersten tat.
  • Es gibt offenbar keine kleinen Mannschaften mehr. Im Turnier gab es bisher kaum ein Team, welches wirklich gnadenlos überlegen war.
    Ob es daran liegt, dass Spieler der großen Nationen über die Saison viel mehr spielen mussten?
    Das werden wir dann wahrscheinlich während der WM in Katar sehen. 2022 wird das Turnier im Winter stattfinden und die Spieler sollten eigentlich in einer anderen körperlichen Verfassung sein.
  • Oft waren die Spiele zäh und manchmal auch sterbenslangweilig. Aber sie waren eben auch eng und hart umkämpft.
    Für die FIFA dürfte das ein Zeichen sein, dass die Aufstockung der Teilnehmer sportlich fair wäre: wenn alle auf einem ähnlichen Niveau sind, sollte man sie auch antreten lassen.
    Bei aller Panikmache muss man bedenken, dass es auf dem Weg ins Finale lediglich ein zusätzliches Spiel wäre. Die FIFA könnte mit einer Aufstockung des Kaders reagieren. Mehr Arbeit, mehr Personal – völlig normaler Gedankengang.

Deutschland muss seine ganz eigenen Lehren aus der WM ziehen. Darüber wurde jetzt aber schon viel geschrieben. Warten wir ab, was wirklich davon im Fussball ankommen wird.