SPIEGEL & Lisa Müller: Grundgesetz macht FC Bayern das Leben schwer

Wenn man beim FC Bayern München gerade gern etwas abschaffen würde, dann wäre es wohl das Grundgesetz. Fürchterliche Erfindung.
Gerade erst hatte man es für sich entdeckt, eröffnete die peinliche Pressekonferenz mit einem Zitat des Grundgesetzes und schon nervt dieses Ding an allen Ecken und Kanten.

Pressefreiheit
Zum einem hätte wir da gerade die veröffentlichen „Football Leaks“, die in Deutschland vom Spiegel groß aufgezogen wurden.
Da war zu lesen, die Bayern hätten die Absicht (gehabt), eine Art „Elite-Liga“ aufzubauen und wollten die Bundesliga verlassen. In einer eiligen Pressemitteilung hieß es dann: nein, nein, wir stehen zur Bundesliga.
Jüngst hatte man aber noch gedroht alles mit rechtlichen Mitteln zu verfolgen, was so an falschen News verbreitet wird. In der Pressemitteilung stand noch nicht einmal ein vorsichtiges „wir behalten uns rechtliche Schritte vor“. Wenn man nun 1+1 zusammenzählen kann, ….

Meinungsfreiheit
So rund 24 Stunden später, der Verein wurschtelt gerade im eigenen Stadion gegen Freiburg rum, entdeckt Lisa Müller auf einmal die Meinungsfreiheit. Auf Instagram kommentiert sie die Einwechslung ihres Mannes Thomas mit den Worten: „Mehr als 70 Min. bis der mal n Geistesblitz hat“. Unterstrichen mit einem Emoji, der sich an den Kopf fasst.

Ja, darf die Frau Müller das denn? Verfluchte Meinungsfreiheit aber auch!?

SKY könnte vielleicht meckern, weil die das Recht am Bild haben. Aber die werden den Teufel tun, denn so eine Schlagzeile ist mehr wert, als das Urheberrecht an einem Bild aus dem Stadion.

 „Es wurde auch an mich herangetragen inzwischen. Ich denke, das war aus der Emotion heraus. Ich finde das hinterher jetzt auch nicht glücklich. Aber sie liebt mich halt.“
Thomas Müller nach dem Spiel

Ja, richtig. Und damit wären wir auch schon bei der moralischen Frage: natürlich darf sie das!
Lisa Müller ist jetzt nicht unbedingt als „Fame Bitch“ bekannt, die jede Gelegenheit nutzt um sich ein bisschen Aufmerksamkeit, sei es nur in den sozialen Medien, zu sichern.
Es war eine echte, pure Emotion. Herrlich! Wir haben im Fußball doch eh schon so wenig davon.

Und dann wäre da aber noch eine Seite der Medaille, die noch aufschlussreicher ist…
Wenn Frau Müller in der Situation so reagiert, dann kann man sich ungefähr ausmalen, wie der ungefilterte Eindruck vom Trainer Kovac im Hause Müller ist.
Und wir sprechen hier nicht von Franck Ribery, der bei der kleinen Kleinigkeit zutiefst beleidigt ist und im Büro von Hoeneß sitzt… Wir sprechen hier von Thomas Müller, der durchaus für seine professionelle Einstellung bekannt ist. Aber wenn sogar der jetzt in Verdacht gerät nicht besonders positiv über den Trainer zu denken, dann werde ich schon mal hellhörig. Und das sollte den Pressevertretern oder anderen Fans auch nicht entgangen sein.

Und wem hat man das nun zu verdanken? Diesem verdammten Grundgesetz. Schon wieder. Schon schlimm…

 

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Nur der BVB kann den FC Bayern jetzt noch retten…

«Pep Guardiola wollte seinen Vertrag mit dem FC Bayern München noch vor seinem Amtsantritt auflösen.», so schrieb die BILD heute im Wortlaut. Und als erstes dachte ich daran, dass augenscheinlich sogar Trainer aus der Vergangenheit nun erklären, warum sie eigentlich mit dem Verein gar nichts mehr zu tun haben wollten.
Aber Glück gehabt: es ging nur darum zu verdeutlichen, dass er die deutsche Sprache gelernt hat, obwohl sie wahnsinnig schwer zu erlernen war.
Also alles super-super.

Nicht ganz so super ist das Auftreten des FC Bayern München in der Gegenwart. Über die peinliche Pressekonferenz hinweg haben wir den schwächelnden VfL Wolfsburg besiegt. Und mit sehr viel Glück auch in der Champions League Athen geschlagen.
Wen Hoeneß tatsächlich nach nur einem einzigen „Drecksspiel“ beschließt, irgendwelche Spieler zu verkaufen, dann kann die Bayern-Kabine demnächst als Abstellkammer benutzt werden.

Aber in Sachen Schönrederei, da sind wir bereits deutscher Meister. Vielleicht sogar schon Champions League Sieger. Um das beurteilen zu können, müsste ich das Geschehen auf europäischer Bühne genauer verfolgen.
Man kann mit der Performance des FC Bayern München derzeit in keiner Weise zufrieden sein. Sportlich nicht. Und von der Außendarstellung natürlich erst recht nicht.

Daran wird sich auch in naher Zukunft nichts ändern. Solange die Egos in der Chefetage noch größer sind, als die Eier der Fangemeinde, wird das auch genau so bleiben. Und so eine Einigkeit wird es nicht geben. Die Meinungen kippen schneller als Arjen Robben im gegnerischen Strafraum, wenn man bereits nach einem Sieg gegen einen Abstiegskandidaten der Meinung ist, vielleicht sei die Pressekonferenz ja doch mal nötig gewesen.

An dieser Stelle möchte ich aber schon einmal meinen Glückwunsch zur deutschen Meisterschaft 2018/2019 an Borussia Dortmund ausrichten. Ich hoffe, der Vorsprung wird groß genug sein, damit sich im Süden auch wieder etwas tut.

Das Nachbeben zur Pressekonferenz der Schande

Nachdem der FC Bayern München mit 1:3 gegen VfL Wolfsburg gewonnen hatte, wurde der große Wirbel um die Pressekonferenz der Bosse nach und nach leiser.
Viel schlimmer noch, dass man auf einmal von Fans lesen konnte, dies wäre genau der richtige Weg gewesen.
In was für einer Welt von mangelnder Bildung leben wir eigentlich, dass der Sieg gegen einen Gegner im Fußball plötzlich so eine Aktion rechtfertigt?
Wie will man das zukünftig handhaben? Wenn die Pressekonferenz notwendig war, um schwächelnde Wolfsburger in der Bundesliga zu besiegen, lässt man dann für ein Champions League Halbfinale gegen Real Madrid eine Atombombe abwerfen?

Die Pressekonferenz der Bayern-Bosse bleibt auf vielen Ebenen einfach falsch. Und peinlich. Ein Schandfleck für den Verein.

Inhaltlich waren die Aussagen aus einer völlig anderen Welt. Obwohl der Journalismus im Allgemeinen völlig neue Wege geht, das betrifft aber nicht nur den Fußball und vor allem nicht nur den FC Bayern München, gab es zum Zeitpunkt keinen seismographischen Ausschlag.
Wenn man die Tabellensituation des FC Bayern mit den Schlagzeilen vergleicht, dann war es sogar noch relativ ruhig.
Und auch der Verweis auf Jogi Löw war nicht gerechtfertigt: in der Geschichte des DFB ist dieser Absturz wohl recht einmalig und das die Fans noch nicht nach Abpfiff das Stadion abgerissen haben, liegt wohl am ehesten daran, dass mittlerweile bei der Nationalmannschaft überwiegend Event-Fans zu finden sind.
So gesehen befand sich die Berichterstattung auf einem völlig akzeptablen Niveau. Das erkannt man ja auch daran, dass ein völlig harmloser NTV Beitrag von Hoeneß in einem völlig falschen Licht dargestellt wurde. Und Recherche-Anfragen per Email sprechen eher für die Arbeit der Journalisten, auch wenn man in der Chefetage des Branchenprimus eher noch mit Faxgeräten und Brieftauben arbeiten möchte.
Außer der aussichtslosen eigenen Situation gab es schlichtweg keinen Anlass für diese Pressekonferenz.

Inhaltlich also falsch und menschlich unter aller Würde, wenn man sich zum Moralapostel aufschwingt und gleichzeitig Ex-Spieler, die nur in den höchsten Tönen von Stadt, Verein und Kollegen sprechen, so dermaßen öffentlich wie eine Sau durchs Dorf treibt.

Und zum Schluss wollen das dann auch noch Menschen schönreden, indem sie Hoeneß seine Leidenschaft für den Verein so hoch anrechnen.
Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge mussten an jenem denkwürdigen Freitag nicht den Verein, sondern in allererster Linie ihre schlechte Arbeit aus den vergangenen Monaten (oder gar Jahren) verteidigen. Wie viel Prozent Vereinsliebe und wie viel schnöder Egoismus hinter dieser Pressekonferenz steckten, muss jeder für sich selbst beantworten. Aber dafür muss man auch mal die Vereinsbrille absetzen und den Verstand einschalten.