Ach Jerome….

91 minute kolumne fussball.gif….vielleicht hättest Du bei einigen Punkten besser geschwiegen.

Hat der Nationalspieler aber nicht. Stattdessen hat er in einem Interview zwei Punkte angesprochen, die mich nur mit dem Kopf schütteln lassen.

Der Friseur im WM-Quartier
Ja, Jerome Boateng hat einen Friseur besorgt. Und der hat nicht nur ihm, sondern auch Mitspieler und Mitglieder der DFB-Delegation die Haare geschnitten.
Warum eigentlich? Kam die WM in Russland wirklich so plötzlich?
Kurz vor dem Turnier bekommen die Spieler immer noch einmal Heimaturlaub, wenn man so will. Wenn man bei der Gelegenheit zum Friseur geht, sollte es wohl für 3 Wochen genügen. Dann hat man auch wieder spiel- und trainingsfreie Tage, wo das kein Problem und nachvollziehbar wäre.

Aber lassen wir das einfach mal. Ein anderes Thema ist nämlich noch viel offensichtlicher.

Dauerthema Özil
Boateng kritisiert, dass die anderen Spieler sich nicht bei Özil bedankt haben.
Unabhängig davon, was man nun von der ganzen Fotogeschichte hält oder wie man dessen sportlichen Fähigkeiten bewertet:
Fakt 1: Mesut Özil hat in seiner Abschiedsrede auf Twitter nicht ein dankendes Wort für Mitspieler oder Unterstützer verloren.
Fakt 2: Jogi Löw, der Özil stets zu 100% gefördert und gestützt hat, hat kein dankendes Wort zu lesen bekommen. Im Gegenteil, er musste öffentlich zugeben, dass er Özil mehrfach versucht habe telefonisch zu erreichen, er es aber offensichtlich nicht für nötig hielt, mal zurück zu rufen.

Was soll man da kommentieren? „Danke für nichts.“?

Advertisements

FC Bayern: Vorfreude auf Europa

91 minute kolumne fussball.gifWenn man sich die Kommentare im Vorfeld des Spiels gegen Benficia Lissabon so durchliest, dann sind Spieler und Funktionäre des FC Bayern München sich einig: sie freuen sich auf die Champions League. Auf Europa.

Vorfreude hat aber noch nie einen Punkt gebracht. Die deutsche Nationalmannschaft kann da sicherlich ein Lied von singen. Da herrschte auch eine gewisse Vorfreude auf die Weltmeisterschaft in Russland.
Womit ich in keinster Weise andeuten möchte, dass der FC Bayern München in der ersten Runde der Champions League rausfliegen könnte. Also das Szenario würde ich mir nun überhaupt nicht vorstellen müssen.

Die allgemeine Meinung lag ja irgendwo zwischen Spaziergang im Park und netter Auftakt, als die Gruppe der Bayern ausgelost wurde.
Wenn es auch ein alter Hut ist: die Spiele müssen alle erst einmal gespielt werden. Und die Gegner spielen halt auch alle Fußball. Die meisten wohl sogar im Verein, wie man früher so schön sagte. Hochmut darf man sich allerdings nicht erlauben. Und dann sollte es zumindest mit der absoluten Mindestanforderung in der Champions League klappen: das Achtelfinale.

In den Top 16 von Europa angekommen braucht der FC Bayern München 7 Sahnetage, Glück, einen guten Schiedsrichter und mal einen Bundesliga-Spieltag, an dem kein Spieler für die Rest der Saison ausfällt. Ansonsten sprechen wir in einigen Monaten vom Double. Vom verpassten Double. Oder sogar von der ersten titellosen Saison seit Jahren.

 

Coman, Tolisso & Rafinha verletzt – aber der Kontoauszug ist schön anzusehen…

Der FC Bayern München wollte für diese Saison seinen Kader verkleinern und stattdessen lieber für die nächste Saison sparen.
Es hat drei Spieltage gedauert, bis das zu einem Problem wird.
Für Kingsley Coman wird die Hinrunde gelaufen sein. Corentin Tolisso wird man höchstens im Saisonfinale wiedersehen. Immerhin fällt Rafinha nur für 3 Wochen aus. Wie lange es dann dauern wird, bis er wieder bei 100% sein wird, muss man dann mal abwarten.
Linksverteidiger Kimmich, Rechtsverteidiger Alaba. Das sind schon mal zwei Positionen, die sich nach nur drei Spieltagen in der Bundesliga von selbst aufstellen.

Die Fans wollen möglichst gute Spieler. Die Vereine und Verbände wollen mehr Geld. Folglich gibt es mehr Spiele, damit man die Einnahmen auch generieren kann.
In jedem mittelständischen Betrieb wird mehr Personal eingestellt, wenn langfristig mehr Arbeit anfällt. Nur im Profi-Fußball kommt niemand auf die Idee die Personalkosten in die Breite zu erhöhen. Stattdessen wird das Geld lieber in der Spitze auf den Kopf gehauen. Und gleichzeitig wird sich wieder beschwert, dass mittelmäßige Fußballer plötzlich mehr kosten, als die Stars von gestern.
Dabei wären drei gleichwertige Teams innerhalb eines Kaders, die man nach unterschiedlichen taktischen Vorgaben zusammenstellen und trainieren lassen könnte, eine wirkliche Option.

Aber zurück zum FC Bayern München. Der Verein, dem in den letzten Jahren so oft bescheinigt wurde, er hätte deutlich mehr gewinnen können, wenn im Endspurt nicht plötzlich immer wieder wichtige Spieler verletzungsbedingt ausgefallen wären.
Genau dieser Verein verkleinert im Vergleich zu den Vorjahren noch einmal den Kader.

Es ist ein Graus, diese Sturheit mit ansehen zu müssen. Das haben wir immer so gemacht, also machen wir es auch weiterhin so. Fürchterlich.

Natürlich kann das gutgehen. Es kann aber auch in einer totalen Katastrophe für den Verein enden. Aber was solls? Immerhin hat man wieder ein gefülltes Festgeldkonto. Wer will schon 11 frische Spieler auf dem Platz, wenn der Kontoauszug so schön anzusehen ist.

….wobei das ja auch die Frage aufwirft, warum das ohne Sparprogramm nicht so sein sollte? Hieß es nicht immer, das wäre sowieso gut gefüllt?