#FCBayern: Hoeneß vs Rummenigge–Die ersten 2 Fehler der Saison 2018/2019

Es ist Tag 1 nach dem letzten Pflichtspiel der turbulenten Saison. Und bereits jetzt hat der FC Bayern München die ersten zwei Fehler der bevorstehenden Saison 2018/2019 begangen; oder ist im Begriff, diese zu begehen.

Karl-Heinz Rummenigge hatte angekündigt, es würde irgendwann in der Zukunft auch einmal einen Transfer für 80-90 Millionen Euro geben. Einfach deswegen, weil der Markt diese Preise diktiert und der Verein da mitgehen müssen, wenn sie einen Spieler unbedingt haben wollen.
Uli Hoeneß schob einige Stunden einen Riegel vor so ziemlich allen Transfers. Der Kader sei eh schon zu groß und selbst 1-2 Abgänge würde man ohne eine Neuverpflichtung hinnehmen.

Fehler Nummer 1:
Jupp Heynckes hatte nicht nur die Kabine, sondern auch die Chef-Etage befriedet. Der Trainer hat seinen Schrank an der Säbener Straße noch nicht einmal ausgeräumt, da äußern sich beide Vereinsbosse schon wieder völlig gegenteilig in der Öffentlichkeit.
Wenn beide Egomanen es nicht schaffen, sich zum Wohle des Vereins auf einen gemeinsamen Nenner zu bewegen, muss einer gehen.

In diesem Fall wäre es wohl Uli Hoeneß, da Rummenigge bereits während der Haftzeit des Präsidenten zeigte, dass er es auch alleine regeln kann.
Nur solche albernen “Late Shows” zur Kadervorstellung sollte er dann lieber lassen.

Fehler Nummer 2:
Ich bete es seit Jahren rauf und runter, aber gern noch einmal: der FC Bayern München braucht auf jeder Position eine 3fache Besetzung, um die Belastung und die Verletzungen der Spieler auffangen zu können.
Einmal in der Saison spricht der Sport-Journalist dann von einem Luxus-Problem, weil alle Spieler zur Verfügung stehen. Aber spätestens 1-2 Wochen später füllt sich dann wieder die Praxis von Dr.Müller-Wohlfahrt.
Wenn Hoeneß nun davon spricht, er wolle die nächste Saison mit –2 Spieler bestreiten, fällt man vom Glauben ab. Wohlbemerkt ist dies zudem eine Saison nach einer Weltmeisterschaft….!

So eine Aussage kann nur drei Gründe haben:
a) Hoeneß hat einfach keine Ahnung (mehr), dann würde ich mir aber wünschen, jemand sorgt für seine Ablösung.
b) Hoeneß möchte den Preis für neue Spieler drücken, dann hätte er das aber besser mit dem Kollegen Rummenigge abgesprochen.
c) Hoeneß möchte Kovac so schnell wie möglich als Trainer feuern, dann wird es so oder so eine “interessante” Saison.

So ein bisschen habe ich die Hoffnung, dass es jetzt erst einmal ruhiger um den FC Bayern München wird. Denn die WM steht vor der Tür und es wäre ganz passend, den Fokus jetzt darauf legen zu können.
c)

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#DankeJupp und alles erdenklich Gute!

jupp_heynckesMit welchen Worten verabschiedet man einen Mann, der mit 73 Jahren noch einmal die Kraft und den Mut aufbringt, seiner alten Liebe vor einem Desaster zu bewahren?

Als Carlo Ancelotti am Anfang der Saison endlich entlassen wurde und der Verein das Missverständnis beendete, übernahm Jupp Heynckes das Ruder.
Von einem Tag auf dem anderen schien er den Verein, vor und hinter den Kulissen, zu beruhigen. Als wäre der Vater heimgekehrt, hätte einmal streng in die Runde geschaut und alle hätten wieder gewusst, was zu tun ist.

Mit Jupp Heynckes hat der FC Bayern München in den letzten Monaten eine Reise unternommen, die man erst einmal begreifen muss: von der abgeschriebenen Meisterschaft zu 21 Punkten Vorsprung. Von der Deklassierung durch PSG zum Triple-Traum und der Endstation im Halbfinale gegen Real Madrid – als stärkere Mannschaft.
Das man über das geplatzte Double traurig ist, wo am Anfang noch nicht einmal die Meisterschaft in Sicht war, zeigt die Entwicklung doch wohl am besten auf.

Vor allem ist Jupp Heynckes diesen Weg aber zu seinem Weg gemacht. Mit Stil. Mit netten Anekdoten über seinen Hund. Mit einem mahnenden Zeigefinger, aber auch aufbauenden Schulterklopfen.

Die Saison zählt bereits zur Sportgeschichte. Ein weiteres Kapitel von und mit Jupp Heynckes. Ich wünsche ihm noch viele glückliche Jahre mit seiner Familie und seinen Tieren. Danke – für alles!

“Heynckes lebt–Stand jetzt”: Arme Frankfurter Würstchen

Der FC Bayern München hat das Pokalfinale gegen Eintracht Frankfurt mit 1:3 verloren.
Geschenkt.
In der Nachspielzeit hat der Schiedsrichter, trotzdem er die Szene noch einmal am Bildschirm begutachtete, einen ziemlich klaren Elfmeter übersehen.
Geschenkt.
Hochmotivierte Frankfurter. Überforderte Bayern.
Geschenkt.
Zwei Lattentreffer.
Geschenkt.Ddli576U8AAL8Tx

Der eigentliche Aufreger des Spiels war das Plakat der Frankfurt-Fans:
Heynckes lebt – Stand jetzt

Was muss man doch für ein armes Frankfurter Würstchen sein, um so ein Plakat aufzuhängen? Der Mann ist 73 Jahre alt. Er verliert nie auch nur ein schlechtes Wort über Andere, verhält sich respektvoll und höflich.

Man kann auf viele Ebenen arm sein. Eben auch emotional und geistig. Mehr möchte man über dieses Verhalten eigentlich gar nicht mehr sagen.
Außer vielleicht gute Besserung, vor allem aus menschlicher Sicht.