Abseits: Droht der Formel1 ein Katastrophen-Rennen?

stefanbayer_58In Yeongam, Südkorea, soll am Wochenende das erste Formel 1 Rennen stattfinden. Die Strecke ist so neu, dass sie noch nicht einmal fertig ist. Um es mal möglichst positiv auszudrücken.

In den Medien wird derzeit über den aktuellen Stand berichtet. Der F1-Zirkus muss beispielsweise in “Nutten-Hotels”, also Stundenhotels, übernachten. 15 Kilometer von der Strecke entfernt und von F1-Mitarbeitern mit “…wir hätten die Frauen für das Zimmer gleich für eine Woche mitmieten können…” kommentiert. Vermittelt wurden diese Absteigen übrigens von Bernie Ecclestones eigenen Reisebüro. Toll, was die alles kennen.

Dramatischer als die Unterbringung sind allerdings die Zustände an und auf der Strecke selbst. Hektisch und unter wahnsinnigen Zeitdruck werden beispielsweise Ampelanlagen und Werbeschilder montiert. Die Tribünen werden noch zusammengebaut, hier und dort werden noch Markierungen wie Start und Ziel aufgemalt. Wo eigentlich Rasen hin sollte, wird grüne Farbe auf Dreck gesprüht, weil die Zeit fehlt.

Und wer meint, dass dabei nichts schiefgehen kann, der wird heute von Bildern in der Presse überrascht, die nichts gutes ahnen lassen. Vettel zieht einen langen, rostigen Nagel aus den Boden, den er bei der Besichtigung der Strecke in einer Kurve entdeckte…

Man stelle sich vor, was für ein Katastrophen-Rennen uns erwarten könnte!? Was ist, wenn in der Eile Fehler gemacht werden und Werbeschilder von den Brücken auf die 300km/h schnellen Rennwagen knallen? Wenn ein Auto abfliegt und die Reifenstapel, Zäune und andere Sicherheitsvorkehrungen nicht greifen?
Aber auch die Tribünen, die in letzter Minute fertig gestellt werden, bieten genügend Gefahrenpotential.

In der Presse heißt es, dass die Fahrer auch über einen möglichen Streik nachgedacht hätten. Wenn man einige Aussagen liest, wonach sogar die Gefahr besteht, dass der Asphalt das Rennen gar nicht unbeschadet überstehen könnte, kann man nur noch mit dem Kopf schütteln. F1-Fahrer riskieren ihr Leben bei jeden Rennen. Aber eine Vielzahl von Menschen setzen alles daran, deren Risiko durch Entwicklung modernster Sicherheitsvorkehrungen zu reduzieren. Man bekommt den Eindruck, dass an diesem Rennwochenende die Bemühungen und das Sicherheitsdenken allgemein mit den Füßen getreten werden.

Bleibt abschließend eigentlich nur noch den Fahrern, den Teams, Zuschauern und allen anderen Beteiligten zu wünschen, dass es kein Katastrophen-Rennen wird und alle dieses Chaos gesund überstehen.

 

Grafik: Stefan Bayer, Pixelio.de

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