Stimmungsmache gegen Weltmeisterschaft in Katar

In den Medien wird aktuell ordentlich Stimmung gegen die Fussball-Weltmeisterschaft in Katar gemacht. Als einer der aufgeführten Punkte wird die unerträgliche Hitze aufgeführt, die um die 40 Grad betragen wird. Die Organisatoren haben allerdings genau diese Hitze berücksichtigt und planen klimatisierte Stadien und Trainingsplätze. Warum die Hitze für den “Fussball-Touristen” jetzt schlecht sein soll, in anderen Berichten in den Medien genau diese Länder aber immer als “Traum-Urlaubsland” geschildert werden, ist mir ein Rätsel.
Letztendlich hatten wir auch schon Weltmeisterschaften in Mexiko, zu einer Zeit, wo es technisch noch nicht möglich war sich in vollklimatisierten Hotel-Lobbys und Stadien aufzuhalten.

Ein weiterer Punkt ist das Thema “Alkoholverbot”. Im überwiegend muslimischen Katar ist der Konsum von Alkohol ein Problem. Auch hier scheinen die Verantwortlichen sich auf ihre Gäste einzustellen und wollen für die Zeit der WM das Verbot deutlich lockern.

BILD klagt zudem noch darüber, dass die Frauen sich nicht so freizügig im Stadion zeigen dürften. “Keine sexy Fans”, wurde getitelt. Stattdessen lobt man die tolle Stimmung in den Stadien von Südafrika während der WM 2010. Das viele Spiele in Südafrika vor halbleeren Rängen stattfanden, hat man offenbar vergessen. Oder das bei Temperaturen um den Gefrierpunkt auch die zeigefreudigste Dame keine 90 Minuten im Bikini ausgehalten hat. Oder das die Vuvuzelas jegliche Fussball-Stimmung nach europäischen Empfinden verhindert haben. Oder das viele Spieler aufgrund der kalten Temperaturen mit Erkältungen und fieberhafter Grippe zu kämpfen hatten.
Stattdessen spricht man von aufregenden KO-Spielen. Lustig. Die finden in Katar wohl nicht statt, oder wie?

Allein die Tatsache, dass dies die WM der “kurzen Wege” werden soll und alle Stadien ca. 30 Kilometer weit auseinander liegen, sollte die Journalisten doch eigentlich froh stimmen. Egal welche Nation, egal welches Team – man ist immer irgendwie mittendrin. Auch für die Fans sicherlich interessant, die keine tausende von Euro ausgeben müssen um von einen Spielort zum anderen zu kommen, sondern die geballte Ladung WM in einen kleinen Umkreis haben.

Meckern können wir noch früh genug, denn keine WM wird so wunderschön sein, wie die unsere im Jahre 2006. Aber alles schlechtreden muss man ja nun auch nicht unbedingt.

Zum Schluss muss ich noch anmerken, dass es mir lieber ist, die Scheichs knallen ihr Geld für den Bau moderner Stadien und der Ausrichtung einer WM auf den Kopf – als wenn ein Land wie Südafrika sich die WM vom Mund abspart, die Bevölkerung darunter leidet und trotzdem noch der überwiegende Teil durch andere finanziert werden muss.

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