Guardiola lässt sich wackeln

Vor nicht einmal einem Jahr hat Pep Guardiola von Jupp Heynckes mit dem FC Bayern München die zum Zeitpunkt stärkste Mannschaft der Welt übernommen. Seitdem ist viel passiert. Gutes und einiges Schlechtes.
Die schwache Phase des Vereins fand den derzeitigen Höhepunkt in der Niederlage gegen Real Madrid.

2014-03-3119-04-191In den Medien gibt es verhaltene Kritik. Auch von den Fans gibt es allenfalls ein leichtes Murren. Seitens der Bosse ununterbrochene Lobeshymnen.

Und dann kommt diese Pressekonferenz, auf der Guardiola in die Mikrofone spricht, der Verein würde darüber entscheiden, ob er auch in Zukunft der richtige Trainer für Bayern München sei.
Noch reagiert die Presse ungewohnt verhalten. Aber gibt es noch einen dümmeren Weg, völlig ohne Not, eine Trainerdiskussion zu provozieren?

Vielleicht sollte Pep Guardiola vorsichtshalber die Pressekonferenzen auf englisch oder spanisch abhalten. Anders kann ich es mir fast nicht erklären, dass er innerhalb kürzester Zeit zum zweiten mal, Stichwort “Die Bundesligasaison ist vorbei”, so einen Fehler begeht.

Wenig erfreulich auch die Aussagen über das unzufriedene Trio Thomas Müller, Mario Götze und Javier Martinez. Über diese Spieler hieß es, sie werden wohl bleiben, sie hätten ja auch gut gespielt, wenn das Team gut gespielt hätte. Guardiola stellte damit klar, dass sie ja irgendwie auch nur Mitläufer wären und nicht die individuelle Klasse haben um ein Spiel alleine zu entscheiden.
Besonders was Müller betrifft, möchte man ihm wohl nur eines raten: Hände weg von Thomas Müller! Der Raumdeuter wurde von Rummenigge als Gesicht des Vereins, als Identifikationsfigur bezeichnet. Ich gehe fest davon aus, dass er länger beim FC Bayern spielen wird, als Guardiola Trainer sein wird. Alles andere wäre ein großer Verlust für den Verein. Sportlich mag jeder Spieler zu ersetzen sein, aber als Identifikationsfigur?

Was mich noch nachdenklich gemacht hat, war die Aussage von Pep, er könne eben nur sein System spielen lassen – von allen anderen Systemen wäre er nicht überzeugt.
Bisher hieß es immer, ein guter Trainer könne sein Spielermaterial analysieren und dann das Beste rausholen. Wenn Guardiola, anders als er zum Saison-Auftakt ankündigte, beim FC Bayern aber nur eine zweite Version vom, mittlerweile nicht mehr so erfolgreichen, FC Barcelona erzwingen will, bete ich für ein schnelles Ende der Ära-Pep. Trotzdem er sich in jüngster Zeit endlich als Teil des Vereins sieht und nicht mehr von der Mannschaft, sondern von seiner Mannschaft spricht. Ein System, eine Idee, das kann doch nicht alles sein?  Das wäre doch irgendwie einseitig und berechenbar.

Überhaupt… habe ich das Gefühl, im Verein passt irgendwas nicht. Irgendwas läuft nicht rund. Ich hatte es schon vorherigen Beiträgen geschrieben, man kann es als Außenstehender nicht genau benennen, aber … irgendwas ist dort zu spüren.
Selbst die drohende Niederlage gegen Borussia Dortmund im Pokalfinale dürfte dieses noch nicht aufdecken, denn danach ist die Saison ja leider schon vorbei. Also wirklich vorbei. Nicht weil sie Pep für beendet erklärt hätte.
Wie es weitergeht, können wir dann alle im Spätsommer erfahren, wenn die ersten Spieltage gespielt sind.

 

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