Der 4. Auswechselspieler

Kramer Schweinsteiger Auswechslung Weltmeisterschaft

Unmittelbar nach der Fussball-Weltmeisterschaft in Brasilien sprachen die ersten FIFA-Offiziellen davon, in Zukunft möglicherweise die Anzahl der Auswechselspieler von 3 auf 4 zu ändern.
Da es aufgrund neuer Aussagen und Empfehlungen aktuell noch einmal in den Medien aufgegriffen und in den sozialen Netzwerken, zumeist sehr kritisch, diskutiert wird, nehme ich es auch noch einmal zum Anlass, meine Perspektive zu schildern.

Vorab sollte man sich einmal die Geschichte der Auswechselspieler im Fussball anschauen:

  • 1967 wurde erstmals in den Regeln aufgenommen, dass ein verletzter Spieler während des Spiels ausgewechselt werden durfte.
  • 1968 wurde die Anzahl auf zwei Spieler angehoben
  • 1994/1995 erweiterte man die Regel auf zwei Spieler und einen Torwart
  • ab 1995 durften es dann drei Spieler nach Wahl sein, die Torwart-Klausel entfiel

Der moderne Fussball ist schneller und athletischer geworden. Zudem wird der Terminkalender durch immer größere Turniere immer enger gestrickt. Immer wieder beklagen sich Vereine über diese Entwicklung, die wirtschaftlichen Gründe, u.a. die TV-Einnahmen, sind aber zu wichtig, um sich ernsthaft dagegen aussprechen zu können.
Der höheren Belastung wirkt man entgegen, indem man einen breiten Kader verpflichtet, der möglichst auch qualitativ kein größeres Gefälle bietet. Für die Manager bedeutet dies, die höheren Einnahmen durch die höhere körperliche Belastung sinnvoll zu investieren.
Das die FIFA mit dem Gedanken spielt, mehr Auswechselspieler zuzulassen, ist im Sinne dieser Entwicklung sehr sinnvoll. Die mögliche Regeländerung sollte sogar noch höher angesetzt und möglichst schnell umgesetzt werden.

Ich finde beispielsweise den Gedanken sinnvoll, sechs Auswechselspieler in drei “Fenstern” zu je 2 Spielern in den Regeln zu verankern. Die Vorteile sind naheliegend:

  • Das Spiel wird durch die zusätzlichen Auswechslungen nicht weiter verzögert, denn, wie bisher, sind nur 3 Spielunterbrechungen je Mannschaft notwendig.
  • Das Spiel kann durch eine deutlich höhere Anzahl an frischen Spielern insgesamt an Schnelligkeit und Dynamik zulegen.
  • Die Trainer bekommen neue Möglichkeiten noch während eines Spiels taktische Umstellungen vorzunehmen.
  • Die individuelle Belastung der Spieler wird effektiv durch die Nutzung des breiteren Kaders verringert.
  • Durch die geringere Belastung werden Verletzungen und somit langfristige Ausfälle verringert.

Es wäre ja schon ein kleines Wunder, wenn die FIFA sich so schnell auf einen vierten Auswechselspieler einigen könnte. Möglich wäre es erst 2015, wenn das “International Football Association Board” tagen wird. Nur im Rahmen dieses Termins kann eine Regeländerung beschlossen werden.
Deswegen gibt es wohl keinerlei Hoffnung darauf, dass der obige Vorschlag es in irgendeiner Form bis an den runden Tisch der alten Fifa-Zöpfe schafft. Bleibt die Hoffnung, dass es demnächst wenigstens den vierten Auswechselspieler im Fussball geben wird.

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