Transfers vom FC Bayern werfen Fragen auf

xabi alonso fc bayern münchen

Nach der aktuellen Transferperiode stellen sich Fans und Medien die Frage, ob der FC Bayern seine eigene Linie verraten hat und zukünftig auf dem Platz spanisch gesprochen wird.

Natürlich ist der Spanien-Faktor deutlich, aber noch nicht so schlimm, dass man eine nationale Endzeitstimmung einläuten muss. Fakt ist aber auch, dass die ursprüngliche Devise, nämlich nur dann einen ausländischen Spieler zu verpflichten, wenn es keinen gleichwertigen, deutschen Ersatz dafür gibt, verlassen hat. Und das ist nicht nur schade, das stört mich und könnte in einer handfesten Katastrophe enden.

Für welche Neuzugänge hätte es auch nationale Alternativen gegeben? Ich gehöre weder zu der “Generation Playstation”, die meinen man könnte, wie in einem Manager-Spiel die Spieler hin und her schieben, noch habe ich eine Scouting-Abteilung im Keller, die mich mit Informationen füttern könnte. Aber so ein paar Gedanken kann man sich ja trotzdem einmal machen….

Mit Pepe Reina hat der FC Bayern einen Ersatztorwart bekommen, den man in Anbetracht des letztjährigen Saisonfinales auch benötigt hat. Es fällt mir allerdings schwer zu glauben, dass wir im Land der Torhüter keine Alternative dazu haben.

Mehdi Benatia soll einen halben Martinez ersetzen. Also den Innenverteidiger im Spanier. Das Problem ist hausgemacht, hätte man vor einigen Jahren nicht Mats Hummels verschenkt. Eine nationale Alternative aus dem Hut zu zaubern ist schwierig, da diese Position im Endspurt der Transferperiode schnell eingetütet werden musste.

Juan Bernat ist genau genommen der 1:1 Ersatz für Diego Contento. Zumindest dieser Transfer ist eigentlich ein Schlag ins Gesicht für den eigenen Nachwuchs. Das Contento bisher keine Chance auf eine aktive Weiterentwicklung im Spiel hatte, kann man verstehen, da er mit Alaba einen Konkurrenten mit Prädikat “weltklasse” hatte. Nun hätte seine Chance kommen können, aber man holt mit Bernat einen Spanier, der zumindest bisher (!!), trotz intensiver Vorbereitung, seine Verpflichtung nicht mit Leistung rechtfertigen konnte.
Obwohl Contento zwar einst davon sprach, für Italien spielen zu wollen, hat der doch Deutschlands U-Mannschaften durchlaufen und wäre wahrscheinlich auch bereit gewesen, in der deutschen Nationalmannschaft das Linksverteidiger-Problem zu lösen.

Xabi Alonso soll die andere Hälfte von Martinez ersetzen. Und zudem vielleicht auch ein bisschen von Toni Kroos, den man stattdessen nach Real gingen ließ. Ein Transfer, der durch die vielen Verletzungen notwendig wurde. Trotzdem muss man sich natürlich die Frage stellen dürfen, ob Sami Khedira als nationale Lösung nicht doch naheliegender gewesen wäre. Der Transfer wäre auch sicherlich langfristiger gewesen, als die nächsten zwei Jahre von und mit Alonso.

Robert Lewandowski FC Bayern MünchenEchte Stürmer sind in Deutschland derzeit Mangelware. Außer Mario Gomez wird man auch in der Nationalmannschaft in der nahen Zukunft niemanden vom internationalen Format haben. Deswegen war der Transfer von Robert Lewandowski mehr als nachvollziehbar. Eine nationale Alternative war weit und breit nicht in Sicht.

Mit Sebastian Rode hat man einen einzigen deutschen Spieler verpflichtet. Ob der aber noch zu Einsatzzeiten kommt, wenn die Krankenbetten des FC Bayern sich langsam wieder leeren, muss man abwarten. Es wäre wohl nicht überraschend, wenn Rode zwischen Tribüne- und Ersatzbank wechselt.

Wie man sieht, konnte man nicht jeden Transfer mit einer nationalen Alternative gestalten. Es liegt jedoch am FC Bayern selbst, die Jugendarbeit massiv und schnell voranzutreiben, Spieler auszubilden, auszuleihen und sie dann zu gestandenen Nationalspielern zu formen.
Vielleicht ist Hermann Gerland als Hütchenaufsteller von Guardiola schlichtweg verschenkt und sollte wieder mehr in der Nachwuchsabteilung eingesetzt werden.

An einen echten Transfer-Hammer traute sich der FC Bayern München aber offensichtlich nicht heran. Marco Reus für die festgeschriebenen 25 Millionen Euro des nächsten Jahres, zusätzlich zum Nulltarif-Transfer von Xherdan Shaqiri zum BVB. Der Schweizer beklagt sich ja aktuell immer noch, dass er eigentlich lieber hätte wechseln wollen. Damit hätte man vielleicht alle Seiten glücklich machen können.

Nun steht der Kader für die Saison 2014/2015 fest. Über den möglichen Erfolg entscheidet wahrscheinlich auch die medizinische Abteilung, oder eher gesagt das Schicksal, mit. Vielleicht wünschen wir unserem Team besser nicht Hals- und Beinbruch, sondern eher gute Besserung und dann viel Erfolg für die Saison.

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