Rummenigge wirft Medien Rassismus vor

Karl Heinz Rummenigge

Regelmäßige Leser/innen von 91.Minute dürften bereits registriert haben, welche Meinung ich zu der herrschenden “Spanisch”-Diskussion rund um den FC Bayern vertrete.
Kurz zusammengefasst bin ich der Meinung, man solle ausländische Spieler nur dann verpflichten, wenn für diese Position kein deutscher Spieler verfügbar ist, der mindestens gleichwertig oder sogar eine noch höhere Qualität verspricht.
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Zu meiner Verwunderung muss ich nun feststellen, dass ich unter Umständen (auch) ein Rassist bin.

Karl-Heinz Rummenigge hat beim Versuch die “Abteilung Attacke” Uli Hoeneß zu ersetzen, im Vorwort des aktuellen Stadionmagazins ein böses Foul begangen. Wie man den zahlreichen Zitaten entnehmen kann, wirft er der deutschen Medienlandschaft eine rassistische, schäbige Kampagne vor, weil diese über die wachsende Anzahl an spanischen Spielern, Trainern und sonstigen Mitarbeitern berichtet.
Der Bayern-Boss wirft den Redaktionen vor, Stimmung zu machen, die nationale Fahne zu schwingen, eine dumpfe und provinzielle Denkweise zu vertreten und sich nach dem WM-Titel für den Nabel der Fussball-Welt zu halten. Rummenigge trifft damit aber nicht nur die Medien, sondern auch jeden gemeinen Fussball-Fan, der diese Situation ebenfalls kritisch sieht.

Wenn kein Argument mehr hilft, dann schwingt man eben die Nazi-Keule. Nach Godwin´s Law wurde die Wahrscheinlichkeit mit zunehmender Dauer der Diskussion größer. Heute ist sie bittere Realität geworden.

Natürlich kann man nun Gründe dafür aufzählen, warum es nicht rassistisch ist, wenn man sich wünscht, dass der beste und erfolgreichste Verein Deutschlands auch möglichst viele deutsche Spieler verpflichtet. Aber sollte man das tun? Dann nämlich rechtfertigt man sich gegenüber einen unverschämten Vorwurf und diskutiert nicht mehr über die eigentliche Thematik.

Ja, Deutschland ist Fussball-Weltmeister geworden. Und damit wirbt auch der FC Bayern München, wenn er stolz die Spieler auf der Homepage als “unsere Weltmeister” ankündigt. Vollkommen zu Recht, denn die Vereine haben ihren Teil zu beigetragen.
Damit das 2018, 2022 oder 2026 auch wieder der Fall sein könnte, dafür müssen wir etwas tun. Und die besten deutschen Spieler in den besten Vereinen Europas spielen zu lassen, gehört dazu. Unterstützt wird diese Denkweise auch von der sogenannten Ausländerregel in der Bundesliga, die beispielsweise besagt, jeder Vereine müsse 12 deutsche Lizenzspieler unter Vertrag haben. Das ist nicht rassistisch. Das nicht einmal wirklich patriotisch. Höchstens sportpatriotisch. Ansonsten wäre wohl auch Uli Hoeneß ein Rassist, der einst sagte: “…2006 wird die Mannschaft des FC Bayern das Gros der Nationalmannschaft stellen…”. Wenn schon etwas unterstellen, dann richtig. Sollte so eine Aussage dann aber beim Ex-Präsidenten ankommen, wird der die Gitterstäbe persönlich durchbeißen und beim ALDI gibt es demnächst die Karl-Heinz Wurst in der limitierten Sonderauflage zum Angebotspreis.

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