Borussia Dortmund: Klopp und die fehlende Trainerdiskussion

jürgen klopp nicht aggressiv

Im Sport1-Doppelpass gibt es die obligatorischen Anrufer, die im Laufe der Sendung mit ihren Kommentaren aufgezeichnet und eingespielt werden. In der letzten Ausgabe ging es um die Situation von Borussia Dortmund.
Einer dieser Anrufer stellte eine direkte Frage an die Runde. Die Frage im ungefähren Wortlaut:
Warum stellt niemand den Trainer in Frage? Bei allen anderen Vereinen würde es jetzt eine Trainerdiskussion geben…?”.
Das war ja nicht ernst gemeint. Oder da wollte uns jemand provozieren.”, schaute sich die Runde kurz ungläubig an. Man schmunzelte kurz und ging dann zur nächsten Frage über.

Entschuldigung? Habe ich die Heiligsprechung von Jürgen Klopp verpasst? Obwohl, selbst über Mutter Theresa wurde doch schon im Doppelpass gesprochen. Seit wann ist es verboten, über die Arbeit des Trainers zu sprechen? Man kann ja zu einem positiven oder neutralen Ergebnis kommen. Aber muss man nur aufgrund dieser Frage ungläubig vom Stuhl fallen?

Schauen wir uns die Situation von Borussia Dortmund an.
Im DFB-Pokal erwartungsgemäß in die nächste Runde gekommen. In der Champions League einen blitzsauberen Sieg gegen Arsenal London abgeliefert. Nur in der Bundesliga stottert es gewaltig. Zwei Siege, ein Unentschieden, drei Niederlagen.
Mit sieben Punkten liegt man auf Platz 12 und zufrieden ist man in Dortmund wohl nicht.

Wenn es gerade nicht so läuft, dann spricht man immer über den Trainer. Dabei muss man ja nicht gleich Köpfe rollen lassen, aber man darf muss kurz fragen, ob ein Trainer etwas falsch gemacht hat.

Als Außenstehender fallen mir vor allem zwei wichtige Gründe für die aktuelle Situation ein:
1. Borussia Dortmund hat sehr viele Verletzte
2. Borussia Dortmund leidet ebenfalls unter den Nachwirkungen der Weltmeisterschaft.

Mir fällt aber auch auf, dass der FC Bayern München mit der doppelten Punktzahl auf Platz 1 der Tabelle steht. Der FCB hat auch sehr viele Verletzte. Und der FCB hat die meisten WM-Fahrer im Kader.
Vermutlich liegt es aber nicht am Trainer Jürgen Klopp, sondern daran, dass die Bayern in der zweiten und dritten Reihe immer noch qualitativ hochwertigere Alternativen im Kader haben.

Kann man doch so sagen. Ist einfach festzustellen und man hätte die Erklärung dafür, warum keiner die Entlassung von Jürgen Klopp fordert. Die wäre nämlich unnötig, immerhin ist er der Trainer und kein Wunderheiler, der Genesung durch Handauflegen versprochen hat.

follow on facebookEs ist aber erstaunlich, dass die gleichen Medien, die bei jeden anderen Verein Köpfe rollen lassen wollen, beim Thema Borussia Dortmund und Jürgen Klopp so dermaßen betroffen gucken. Der ultimative Gag an der Geschichte ist, dass der Kloppo nach dem Schalke-Spiel selbst dazu aufgerufen hat: “Ihr könnt jetzt schreiben was ihr wollt – unter Umständen ein bisschen was über mich – das ist auch in Ordnung.”
Und dann kommt so ein Anrufer daher. Stellt so eine harmlose Frage, die den Trainer noch nicht einmal ansatzweise kritisiert, sondern eher die Verwunderung über die Medienvertreter ausdrückt…und alle schauen sich ungläubig an, ringen nach Worten und wechseln verschämt das Thema.
Falls Ihr Eure Eier sucht, meine Herren, die hat der Kloppo scheinbar schon vor längerer Zeit zum Frühstück in die Pfanne gehauen. Oder sich in die frisch verpflanzten Haare geschmiert (soll ja gut sein). Keine Ahnung, aber bei Euch in der Hose scheinen sie nicht mehr zu sein.


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