FC Bayern schießt BVB in den Keller

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FC Bayern München gegen Borussia Dortmund. Das Top-Spiel am 10. Spieltag war tabellarisch kein Spitzenspiel, sportlich gesehen sollte es aber zu einem werden.

SKY LivestreamSky hatte sich für dieses Top-Spiel ordentlich ins Zeug geschmissen. Die Lautstärke der Fans im Stadion sollte gemessen werden. Ein Spezialist für Körpersprache analysierte die Beteiligten und ein Lippenleser sollte ganz genau hinschauen. Dabei wäre der ein oder andere Euro besser im Online-Angebot SkyGo investiert worden.
Wieder einmal präsentierte Sky online eine miserable Bild-Qualität und stellte dann irgendwann den Dienst komplett ein. So ein Livestream ist ja kein Hexenwerk. Und wenn ein Medienunternehmen dafür massiv Werbung macht, sollte es besser nicht regelmäßig versagen.

Aber kommen wir zurück zu den sportlichen Themen. bvbfcb
Borussia Dortmund zeigte in der ersten Halbzeit sein Champions League Gesicht. Laufstark. Mit großen Einsatzwillen. Früh drauf. Unbequem. Schnell im Konter.
Wenn Jürgen Klopp sich noch immer fragt, woran es liegt, dass der Verein im Bundesliga-Abstiegskampf steckt, könnte man auf mangelnde Motivation kommen. Wenn ein Verein gegen große Gegner auf ganz großer Bühne, das Spiel gegen den FCB wurde weltweit (Ausnahme: Nordkorea) live übertragen, so eine Leistung zeigt, im Alltag aber nicht, dann würde ich mir Gedanken machen. Es scheint, als wäre sich der ein oder andere Spieler zu schade für den grauen Bundesliga-Alltag. So zumindest der Eindruck aus der Ferne. Wie es im Inneren aussieht, vermag ich nicht zu beurteilen.

Der FC Bayern München konnte mit den unbequemen Dortmundern mithalten, aber hatte sie nicht so im Griff, wie man es von den Roten in vielen anderen Spielen gewohnt war. Ein Grund dafür war, dass der BVB Xabi Alonso ständig auf den Füßen stand und zwangsläufig andere Spieler versuchten, das Spiel aufzubauen.
Selbst Torchancen erspielten sich die Bayern in schöner Regemäßigkeit, nur nutzen konnte man sie leider nicht.
Die Effektivität wurde bei den Dortmundern jedoch groß geschrieben. Innerhalb von 11.5 Sekunden schlossen die Schwarz-Gelben einen Konter mit einem Kopfball von Marco Reus ab. 1:0 für die Borussia, der FC Bayern war zum ersten mal in dieser Saison in der ersten Halbzeit in Rückstand geraten.

guardiola collage

In der zweiten Halbzeit gelang es den Bayern besser, die Dortmunder in der eigenen Hälfte zu halten. Aber erst nach der Einwechslung von Franck Ribery konnte Robert Lewandowski einen Querschläger zum Ausgleichstreffer nutzen. Und irgendwie hatte ich das Gefühl, die Bayern schießen seit meinem Vorschlag von vor zwei Wochen tatsächlich häufiger aus der Distanz. Man wird sich ja noch etwas einbilden dürfen…

Franck Ribery Subotic BVBFür die nächste Situation erntete Franck Ribery in den sozialen Netzwerken Kommentare, wie sie übler nicht sein konnten. Die miserable Rechtschreibung wurde nur noch von grenzenloser Dummheit übertroffen, wenn man das so sagen darf.
Subotic hielt Ribery am Trikot. Der versuchte sich anfangs zu befreien, fiel dann aber irgendwann. Für Sky-Oberpfeife Markus Merk und zahlreichen anderen Experten ein glasklarer Strafstoß, den Robben, der alte BVB-Killer, auch gnadenlos verwandelte.
Der Heimsieg gegen den Rivalen war perfekt. Der weltweit übertragene Sieg des FC Bayern über den amtierenden Vize-Meister konnte durchaus als Werbung für die deutsche Bundesliga angesehen werden.

Natürlich standen die Dortmunder auch Philipp Lahm auf den Füßen. Trotzdem habe ich in den letzten Wochen immer wieder den Eindruck, als wäre beim Kapitän nach dem WM-Titel irgendwie ein wenig die Luft raus. Das ist man so überhaupt nicht vom zuverlässigen Lahm gewohnt. Vielleicht war das auch der Grund dafür, dass er sein Deutschland-Trikot an den Nagel gehangen hat. Er wird zwar nicht mehr größer, aber eben auch nicht jünger. Nur die Strapazen der WM? Die natürlichen Nebenwirkungen seiner Rolle im Mittelfeld? Oder wird es einfach nur dringend Zeit, dass Schweinsteiger zurückkehrt und Lahm die eine oder andere Pause gegönnt wird?

robert lewandowskiAuch der Torjubel von Robert Lewandowski wurde zum Thema gemacht. Während die Medienvertreter grundsätzlich davon ausgingen, er habe sich zurückgehalten, weil er gegen seinen Ex-Verein traf, erklärte der Pole später, er habe das Tor seinem verstorbenen Vater gewidmet. So richtig traute man sich wohl nicht nachzufragen und behauptete einfach weiterhin, er habe aus Respekt vor dem BVB darauf verzichtet. “…es war auch für mich kein leichtes Spiel heute, das Tor widme ich meinem Vater..”. Wenn ich jetzt mal 1+1 zusammenzählen und noch ein klein wenig spekulieren dürfte, würde ich behaupten, dass es der Todestag von Lewandowskis Vater gewesen sein könnte.

Auf und neben dem Platz wird Arjen Robben, so scheint es, immer wichtiger für den Verein. Während er im Spiel ständig auf ein Tor drängt, hilft er trotzdem immer wieder einmal in der Verteidigung aus. Und neben dem Platz macht er uns den Sammer, indem er mahnt, jetzt nur nicht hochmütig oder leichtsinnig zu werden.
Robben ist neben Alonso der wohl wichtigste Feldspieler in dieser Phase, gar keine Frage. Das hat er auch heute wieder eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

fcb bvb bilder des spiels

Unverständlich ist der allgemeine Vorwurf, die Bundesliga wäre durch die Dominanz der Bayern langweilig. Der VFL Wolfsburg liegt lediglich 4 Punkte hinter den Bayern, kann finanziell und sportlich dagegenhalten. Auf Platz 3 und 4 befinden sich mit Borussia Mönchengladbach (17 Punkte, Spiel ausstehend) und der TSG Hoffenheim (17 Punkte, Spiel ausstehend) zwei weitere Vereine in unmittelbarer Schlagdistanz, dicht gefolgt von Bayer Leverkusen auf Platz 5. Wie man merkt, sind von vier Verfolgern gleich drei Vereine dabei, die wirtschaftlich auch nicht gerade am Existenzminimum knabbern müssen.
Wenn man nun also behauptet, die Bundesliga wäre langweilig, dann kann man diese These nur aus Sicht eines erfolgsverwöhnten BVB-Fans aufrecht erhalten. Für die neuen Bayern-Jäger läuft es da oben nämlich derzeit gar nicht so schlecht, sie können derzeit noch gut mitziehen.

Borussia Dortmund liegt derzeit auf den 16. Platz und kann, wenn es ganz dicke kommt, am Sonntag auch noch auf Platz 17 den Spieltag beenden. Während die Bosse bereits den Abstiegskampf ausriefen, ist man sich sonst überall sicher, dass der BVB es noch in die Top 4 schaffen wird.
Obwohl ich zwar auch davon ausgehe, dürfte es wichtig sein, was die Spieler glauben. Sollten die nämlich auch davon ausgehen, dass es ja zwangsläufig und irgendwie so kommen muss, wird das im Frühling 2015 ein böses Erwachen geben.

Abschließend noch die Fakten zum heutigen Spiel.

FC Bayern – Borussia Dortmund 2:1 (0:1)

FC Bayern
Neuer – Benatia, Boateng, Alaba – Robben, Lahm, Alonso, Bernat – Müller (81. Pizarro), Lewandowski (88. Rode), Götze (70. Ribéry)
Ersatz: Zingerle, Rafinha, Dante, Shaqiri

Borussia Dortmund
Weidenfeller – Pisczek, Sokratis, Hummels (46. Subotic), Durm – Kehl, S. Bender – Mkhitaryan, Kagawa (71. Großkreutz), Reus – Aubameyang (81. Ramos)

Schiedsrichter: Manuel Gräfe (Berlin), Zuschauer: 71.000 (ausverkauft)Tore: 0:1 Reus (31.), 1:1 Lewandowski (72.), 2:1 Robben (85./Foulelfmeter)Gelbe Karten: Alonso / Pisczek, Subotic


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