SkyGo: Technische Probleme werden zum Image-Problem

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Die Idee des Pay-TV Senders Sky ist nicht schlecht. Wer in Deutschland Fussball-Spiele live und in voller Länge sehen möchte, muss letztendlich auf Sky zurückgreifen. Das ist kein billiges Vergnügen. Immerhin bezahlt man in der Regel schon Kabel-Gebühren oder muss sich eine Sat-Anlage anschaffen, hinzu kommen die GEZ-Gebühren, die Abo-Gebühren für Sky, evtl. monatliche Zahlungen für einen gemieteten Receiver oder ein Festplattengerät, Anmeldegebühren, Versand und Logistik… Und am Ende des Tages schaut man auf seinen Kontoauszug und überlegt sich, ob es nicht früher doch alles besser war. Also damals, als man die Bundesliga nur im Radio gehört hat und nebenbei sein Auto gewaschen hat. Die ältere Generation wird sich noch erinnern. Die Jüngeren können sich ja mal am Sonntag beim Familien-Essen informieren. “Papa” freut sich, wenn er mal wieder davon berichten darf.

Aber kommen wir zurück auf die Idee des Senders. Viele potentielle Kunden schrecken die hohen Gebühren ab. Besonders dann, wenn man häufig gar nicht zu Hause ist, während die Spiele laufen. Die Lösung und ein weiterer Anreiz um ein Abo abzuschließen, heißt SkyGo.
Man muss gar nicht zu Hause sein, um Fussball-Spiele, Serien, Formel 1 Rennen oder was immer man auch sehen möchte, auch sehen zu können. Auf dem Handy, Laptop oder Tablet einfach da schauen, wo man gerade ist. Tolle Idee! Also zumindest dann, wenn es funktioniert.

Und genau ist der Haken an der Geschichte. Immer wieder kommt es bei SkyGo zu Totalausfällen, wenn interessante Fussball-Spiele laufen. Und immer wieder scheinen sich diese Ausfälle auch wirklich nur auf diesen zeitlichen Rahmen zu beziehen.
Klar, SkyGo stellt einfach nicht genügend Kapazitäten zur Verfügung. Wenn viele Kunden gleichzeitig ein interessantes Spiel sehen wollen, bricht alles zusammen. Die Kunden sind zu Recht verärgert und lassen in den sozialen Netzwerken von Facebook und Twitter Dampf ab.
Nachdem es nun mehrfach und regelmäßig vorgekommen ist, greifen auch die Medien dieses Thema auf. Und prompt kommt von Sky eine Stellungnahme, die überrascht, um es mal so auszudrücken.

“Wir können Ihnen versichern, dass es sich hierbei weder um ein Bandbreiten- noch ein Kapazitätsproblem handelt. Wir haben in der Vergangenheit sowohl im Livebetrieb als auch im Rahmen von Tests sehr viel größere Zugriffszahlen erfolgreich bewältigt.”

Wie kann das sein? Es kommt immer wieder genau dann vor, wenn offensichtlich viele Kunden einschalten. Und es endet eigentlich auch immer genau damit, dass dieser Andrang nachlässt, weil das Spiel vorbei ist.
Trotzdem soll es nicht daran liegen?
Das klingt erst einmal nach einer plumpen Ausrede. Aber gut, Sky betont in der Stellungnahme, dass man keine Anstrengung unterlassen würde, um das Problem in den Griff zu bekommen. Man darf also gespannt sein.

Eine Lösung sollte auch wirklich schleunigst gefunden sein, denn so langsam wird SkyGo zu einem echten Image-Problem für den Sender.
Sky hat mit Franz Beckenbauer, Jürgen Klopp und der polarisierenden Bayern-Dortmund-Thematik sicherlich den einen oder anderen Euro in die Promotion für SkyGo gesteckt. Ich gehe zumindest davon aus, dass Beckenbauer und Klopp sich nicht für eine warme Mahlzeit vor die Kameras gestellt haben.
Das Produkt SkyGo wurde massiv beworben und sollte, wie gesagt, ein weiterer Anreiz sein, ein Sky-Abo zu erwerben.
Wenn man nun als interessierter und potentieller Kunde immer wieder, auch in den großen Medien, davon liest, dass dieses Angebot überhaupt nicht funktioniert, kann man die lustigen Werbespots gepflegt in die Tonne treten.
Wie ich bereits an anderer Stelle erwähnte, so ein Internet-Livestream ist kein Hexenwerk.
Warum Sky das nicht schafft, ist mir persönlich ein Rätsel. Internet-User verstehen beispielsweise nicht, dass dutzende von illegalen Livestreams in russischer, asiatischer oder englischer Sprache hingegen häufig stabiler laufen. Und das sehr wahrscheinlich bei deutlich geringeren Budget und Know-How.
Hoffen wir, dass die Aufmerksamkeit der Medien nun dazu beiträgt, dass die verantwortlichen Damen und Herren in ihrer Eitelkeit gekränkt sind, oder zumindest den Ruf bewahren wollen, und sich auch wirklich so intensiv um die Behebung des Fehlers bemühen, wie sie es heute ankündigten. Denn, dabei bleibt es ja, die Idee ist richtig gut. Nun muss sie nur schleunigst (wieder) funktionieren.

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