Nationalmannschaft: Die Gefahr Gibraltar

deutschland gibraltar

Vor der Kür steht die Pflicht. Und bei der ist die deutsche Nationalmannschaft zuletzt ziemlich ins stolpern geraten.

Auf dem Weg nach Frankreich, zur Europameisterschaft 2016, heißt der nächste Halt Gibraltar.
Erfahrungswerte hat man keine, denn der Fussball-Zwerg, den es ja im internationalen Fussball nicht mehr gibt, hatte man noch nie als Gegner.

Der Start in die Qualifikation lief für Deutschland eher suboptimal. Nach einem knappen 2:1 Sieg gegen Schottland folgte die 2:0 Niederlage gegen Polen. Ein Ausrutscher, der keiner blieb. Entsprechend lang waren die Gesichter nach dem erneuten Punkteverlust gegen Irland, wo es nur zum einem 1:1 Unentschieden reichte.

Man kennt es als Zuschauer. Mitten in der Saison denkt man eher an die Bundesliga und den anderen Vereins-Angelegenheiten, als an ein Turnier, welches erst in mehr als 1.5 Jahren stattfindet.
Das kann auch den Spielern so gehen. Die Dortmunder gehen mit der Gewissheit ins Spiel, dass sie nur aufgrund eines, eigentlich unmöglichen, Eigentors nicht mehr auf dem letzten Platz der Liga stehen. Die Spieler vom FC Bayern wissen, dass es zwar sportlich derzeit läuft, der Verein aber auch langsam einem Lazarett gleicht.
Podolski will mehr spielen, Kroos wird wenig Lust haben, seinen Lauf bei Real Madrid durch eine Verletzung zu riskieren und den anderen Spielern geht es nicht besser. Jeder kommt mit seinem eigenen Päckchen zum DFB und wird dort zusätzlich noch durch Ehrungen und Film-Premieren daran erinnert, dass man ja nun Weltmeister ist. Und dann wartet da ja auch nur Gibraltar.

Gibraltar, die schlägt man doch. Das hätte als Weltmeister auch der Anspruch im Spiel gegen Polen sein müssen. Und erst Recht gegen Irland.
Gegen Gibraltar kann man nur verlieren. 17 Gegentore in drei Spielen. Kein eigener Treffer.
Rudi Völler schlug vor einigen Wochen noch vor, man solle gegen Gibraltar eine B- oder C- Mannschaft auflaufen lassen, um die Belastung der Spieler runterzufahren. Von diesem Gedanken scheint man mittlerweile aufgrund der letzten Ergebnisse abgerückt zu sein. Besser ist das.
Was ist, wenn Gibraltar einen zuckersüßen Tag erwischt und das erste Tor einfach nicht fallen will? Von Minute zu Minute wird der Kopf die Kontrolle übernehmen. Die Niederlage gegen Polen. Das Remis gegen Irland. Gedanken an den Verein. An die Gesundheit. Und überhaupt ist es kalt, ungemütlich und die Welt hat sich gegen einen verschworen. Man kennt es.
Niemand reibt sich verwundert die Augen, wenn Deutschland mit 7, 9 oder 11 Toren gewinnt. Aber auch gegen Gibraltar muss man diese Tore erst einmal schießen. Die haben nichts zu verlieren und der Weltmeister steht in der Pflicht.

Vielleicht ist es tatsächlich schwierig, in dieser Gruppe nicht zumindest den dritten Platz, der für die Playoffs berechtigen reichen würde, zu erreichen. Ein enges Spiel gegen Gibraltar wäre trotzdem eine Blamage. Und es würde die Situation sicherlich nicht erleichtern. Es gibt nun einmal keine drei Punkte dafür, dass man ja theoretisch besser ist, man muss es schon noch auf dem Platz beweisen.
Daumen drücken. Kann ja nicht schaden. Auch wenn es nur Gibraltar ist.

Advertisements

Dein Kommentar (keine Anmeldung notwendig):

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s