Paul Breitner und die Unfähigkeit in der Bundesliga

paul breitner video doppelpass

Paul Breitner ist “Markenbotschafter” des FC Bayern München. Auch wenn man die interne Tätigkeitsbeschreibung nicht kennt, kann man davon ausgehen, dass Breitner sie häufig nicht erfüllt.
Zumindest stellt man sich als Außenstehender ein Markenbotschafter eher als diplomatisches Aushängeschild eben dieser Marke vor.
Paul Breitner hingegen spricht gern, viel und in der Regel auch so, als hätte er die Weisheit nicht nur mit Löffeln, sondern direkt mit Schneeschaufeln zu sich genommen. Überheblich, arrogant, provozierend und somit nicht ansatzweise so, wie man sich einen Markenbotschafter vorstellt.

Im Sport1-Doppelpass hat er nun wieder ordentlich abgeledert und es dürfte ihm wohl gefallen, wie es im journalistischen Blätterwald rauscht.
Bei aller Kritik an Paul Breitner muss man jedoch festhalten, dass seine Aussagen inhaltlich durchaus korrekte Ansätze haben.

Zusammengefasst hat Breitner den Bundesligavereinen vor Augen gehalten, dass auch sie die Möglichkeiten hatten, sich wirtschaftlich gut aufzustellen, diese aber nicht genutzt haben. Wenn man solche Möglichkeiten hat, sie aber nicht nutzt, dann liegt es in der Regel an Unfähigkeit. Kein Vereinsmanager wird sich gedacht haben, er lässt es lieber mit den Millionen-Einnahmen, weil Geld den Charakter verdirbt.

Das die Konkurrenz diese Kritik nicht so einfach auf sich sitzen lassen kann, ist auch klar. Niemand lässt sich gern als unfähig bezeichnen.
Nun ist diese Kritik auch zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite ist der Ansatz völlig richtig, auf der anderen Seite wurde sie von einem Mann öffentlich zu Protokoll gegeben, der selbst kaum etwas dazu beigetragen hat und zudem, als Markenbotschafter, deutlich diplomatischer auftreten sollte.

Unterm Strich ist der deutsche Fussball lieber in dieser Lethargie gefangen, dass man sich über das Geld auf dem Konto der Konkurrenz beschwert, anstatt auf sich selbst zu schauen und sich zu fragen, warum es dort und nicht auf dem eigenen Konto gelandet ist. Daran werden auch die Aussagen von Paul Breitner nichts ändern. Weder bei den Fans, die gar nicht gewillt sind, einen neutralen Blick auf die Entwicklungen zu nehmen, noch bei den Bossen, die scheinbar gar nicht mehr den Ehrgeiz aufbringen, sich nach weiter oben zu orientieren.
Muss man ja auch nicht. Wenn man damit zufrieden ist, wo man steht, dann ist das völlig in Ordnung. Nur darf man dann nicht neidisch auf die Konkurrenz blicken, wenn die etwas haben, was man selbst verpasst hat, zu erlangen.

Advertisements

Dein Kommentar (keine Anmeldung notwendig):

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s