Homophobie im Fussball – Die Gefahren eines Outings

91cAls Thomas Hitzlsperger sich nach seiner aktiven Karriere als homosexuell outete, bekam das Thema "Homophobie im Fussball" noch einmal Aufwind.
Wieso muss sich in der heutigen Zeit ein Spieler jahrelang wegen seiner sexuellen Orientierung verstecken und darf nich dazu stehen, homosexuell zu sein?

Es ist die "politische Korrekheit" die es, insbesondere namenhafte Persönlichkeiten, verbietet, kritische Gedanken laut und öffentlich zu äußern.
Jens Lehmann, ehemaliger Nationalspieler, war wohl der einzige aus dieser Riege, der sich getraut hat auf die Gefahren eines Outings hinzuweisen.
Dafür erntete er massive Kritik der breiten Masse, die eben im Strom der "politischen Korrektheit" schwimmen und lieber nicken als nachzudenken.

Es ist überhaupt nicht von der Hand zu weisen, dass ein Outing immer auch eine gewisse Gefahr mit sich bringt und deswegen sehr wohl überlegt sein sollte.

Wie reagieren die eigenen Fans?
Sehr wahrscheinlich wird man erst einmal dem Mainstream folgen und diesen Spieler unterstützen. Aber wie verhält es sich, wenn er in eine sportlich schwierige Phase kommt? Nicht auszuschließen, dass man mit einem leisen Raunen im Stadion feststellt, dass "Schwule ja doch irgendwie zu weich sind für diesen Sport".

Wie reagieren die gegnerischen Fans?
Fussball-Fans im Stadion können gnadenlos sein. Und man wird es nicht ausschließen können, dass gegnerische Fans nur positiv oder zumindest neutral reagieren.
Tim Wiese hat seinerzeit schon allein wegen eines pinken Trikots entsprechende Kommentare bekommen.

In der heutigen Zeit sollte man aber auch nicht nur auf die Fans im Stadion, sondern auch auf die sozialen Netzwerke wie Facebook oder Twitter eingehen. Dort, in der angeblichen Anonymität des Internets, dürften die Reaktionen noch viel früher negativ auffallen.
Je nachdem wie aktiv der Spieler dort zuvor war, könnte es eine mehr oder weniger große Belastung werden.

Wie wird die Stimmung in der Kabine sein?
Da kommen gleich mehrere Faktoren auf einen geouteten Spieler zu. Wie auch Jens Lehmann damals anmerkte, gibt es Spieler in einer Mannschaft, die aus anderen Kulturen und Glaubenskreisen stammen und nicht so offen und tolerant sind. Einige von ihnen zeigen sich ihren Kollegen noch nicht einmal unbekleidet unter der Dusche.
Man kann nicht davon ausgehen, dass sich die ganze Welt von heute auf morgen verändert, nur weil ein Fussballspieler sich geoutet hat. Und somit muss man sich bewusst sein, dass es zu Spannungen und Problemen innerhalb der Mannschaft kommen kann, in der eben völlig verschiedene Menschen miteinander leben.

Ein geouteter Spieler wird die geballte Aufmerksamkeit der Medien auf sich ziehen.
Wenn dahinter ein gutes Management steht, könnte dieser Umstand sich auch finanziell positiv auswirken.
Dies geschieht unabhängig der sportlichen Leistung und könnte den Neid der Kollegen wecken.

Wie sich das Leben und die Karriere eines geouteten Spielers entwickelt, kann man nicht vorhersagen. Bei all den Gefahren kann es zu einem Desaster werden, oder aber auch die ultimative Befreiung.
Aber auf jeden Fall wäre es falsch, einen homosexuellen Spieler blind in diese Situation zu schicken, nur damit der deutsche Fussball sich als tolerant, weltoffen und fortschrittlich präsentieren kann.
Also weniger still nicken und lieber mal laut nachdenken, wie man den Fussball auf die Gleichberechtigung vorbereiten kann.

 

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One response to “Homophobie im Fussball – Die Gefahren eines Outings”

  1. rangerlui says :

    dürfte sich eine frau weigern mit mehreren männern zu duschen, weil sich diese schon alleine durch die sexuelle Orientierung der Männer potentiell belästigt fühlt? JA! dürften sich Männer weigern mit einem homosexuellen mann zu duschen weil sie sich durch dessen Sexualität belästigt fühlen? JA! würden sie es tun? NEIN! Badehosen an und fertig…Btw. die muslimischen spieler gehen schon seit Jahrzehnten mit Badehose duschen. ;-)

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