Keine Zeit für eine Umfrage?

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Die ARD hat bei 36 Profi-Klubs wegen einer Umfrage zum Thema Homosexualität im Fussball angefragt. Weil 14 Teams sich gar nicht erst zurückmeldeten, geht  man im Berliner Kurier davon aus, dass man im Fussball immer noch ein Problem mit diesem Thema hat.

Die Fragen wie “Wie würden Sie reagieren, wenn ein Spieler zu Ihnen käme und sich als homosexuell outet?”, blieben unbeantwortet.

Sportwissenschaftlerin Tanja Walther-Ahrens kritisiert: „Das ist traurig und zeigt, dass sich eben doch relativ wenig bewegt. Kein anderes großes Unternehmen, und nichts anderes sind Profivereine mittlerweile, könnte sich so was leisten.“

Was für eine Frechheit?!?
Wieso sollte ein Fussball-Verein sich dazu verpflichtet fühlen, an jeder noch so dämlichen Presseaktion teilzunehmen? Welche Antworten hat die ARD denn erwartet? Das ein Fussball-Manager auf der obigen Frage antwortet “…ja,natürlich würden wir erst einmal mit unseren Ärzten sprechen, vielleicht gibt es ja mittlerweile Pillen dagegen. Ansonsten machen wir auf Teufelsaustreiber und bohren dem schwulen Spieler Löcher in den Kopf – muss man ja irgendwie rausbekommen, dieses Schwulsein.”
Und vielleicht können manche Vereine auch gar nicht darauf antworten, weil sie gar kein genaues Konzept für den Fall der Fälle vorliegen haben. Man wird schon angemessen reagieren, wenn sich jemand als homosexuell outet. Und es ist doch gerade die höchste Form der Toleranz, wenn man kein Dossier in der Schublade liegen hat, sondern einfach spontan Hilfe anbietet, wenn es soweit ist.
Immerhin ist Homosexualität dann offenbar kein Weltuntergang, für den man Notfallpläne erstellen und Luftschutzbunker bauen lassen müsste, um sich darauf vorzubereiten.

Zudem würde mich interessieren, wie die Redakteure vom Berliner Kurier, die ARD-Mitarbeiter oder speziell Tanja Walther-Ahrens reagieren würden, wenn man ihnen mal kurzerhand einen Fragenkatalog zum Thema Ausländerhass schickt.
Aus Zeitmangel nicht zu reagieren könnte gefährlich werden. So schnell wurde man noch nie als fremdenfeindlich angesehen. Oder zumindest als chronischer Wegseher.

Die Medien konnten da auch nicht verlieren. Umfrage erstellen und danach entweder über die Ergebnisse, oder über die Nicht-Teilnehmer berichten. Immerhin taktisch eine gute Sache. Sonst eher nicht.

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