FC Bayern in der Kritik

Karl-Heinz Rummenigge

Sportlich gesehen mag das Wintertrainingslager des FC Bayern München vielleicht ein Erfolg gewesen sein, aber dem Image des Vereins geht es derzeit wohl von allen Seiten an den Kragen.

Ob der FC Bayern in der Winterpause noch weitere Optimierungen vornehmen konnte, werden wir frühestens zum Start der Rückrunde gegen Wolfsburg sehen.
Allen voran fallen einem da die Eckstöße ein, die bisher ein vollkommener Totalausfall waren. Während eines Trainingslagers hätte man die passende Gelegenheit gehabt, dieses Manko abzustellen.

Was sich bereits jetzt gezeigt hat, ist die Tatsache, dass der FC Bayern München sich mit dem Trainingslager in Katar und einem Testspiel in Saudi-Arabien keinen besonders großen Gefallen getan hat.
Die Kritik, auch aus den Reihen der eigenen Fans, wächst zunehmend.

Katar gilt als Investor des Terrors. Man kann nun politisch korrekt die Fakten aufzählen, oder kurz zusammengefasst sagen, dass das Taschengeld der Bombenleger aus Katar stammen soll.
Das Problem, wenn man denn so will, des FCB ist, dass Hauptsponsor und Teilhaber AUDI dort wirtschaftlich sehr verstrickt ist. Und mit Pep Guardiola sitzt ein offizieller PR-Botschafter des Landes als Cheftrainer auf der Bank. Man darf also getrost behaupten, dass es weniger der Aberglauben (O-Ton K.H.Rummenigge), als vielmehr die finanziellen Interessen sind, die den Verein in die Wüste ziehen lässt.

Das gute Geld dürfte auch der alleine Grund für den Zwischenstopp in Saudi Arabien gewesen sein. Zwei Millionen Euro, so heißt es, habe der FCB für das Testspiel kassiert. Gleichzeitig konnte man in den Medien verfolgen, dass ein Blogger, der sich für Freiheit und Menschenrechte einsetzte, zu Peitschenhiebe und langjähriger Haftstrafe verurteilt wurde.

Wenigstens konnte man so im hart umkämpften arabischen Raum gute Werbung für den Verein machen. Oder man hätte es können. Wenn da nicht ein kleines Organisationsfehlerchen unterlaufen wäre. In Saudi-Arabien war nämlich der gegnerischen Mannschaft und einigen Öl-Multis ein gemeinsames Essen mit dem FCB zugesagt worden. Sie blieben aber vor verschlossener Türe stehen. Nicht die Schuld des FC Bayern, die als Gast nicht für die Akkreditierungen zuständig waren.
Interessiert dort aber genauso wenig, wie den Attentätern aus Paris interessiert hat, dass der am Boden liegende Polizist eigentlich ein Glaubensbruder war.
Der Vergleich mag nicht ganz fair gewesen sein, bleibt aber wahr.

Vom umworbenen Gastgeber gibt es Ärger wegen einer Organisationspanne, die man selbst nicht verschuldete. Und in der Heimat bekommt man Ohrfeigen, weil man die Reise überhaupt und erst Recht zu einem solchen Zeitpunkt angetreten ist.
Karl-Heinz Rummenigge dürfte froh sein, wenn der Ball wieder rollt. Dann sind solche Themen schnell wieder vergessen und es wird wieder darüber diskutiert, was auf dem Platz geschieht.
Die Chancen stehen also gut, dass man auch dieses Thema einfach aussitzen kann.

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