Zwischen Eckfahne und Tribüne: die Pep-Diskussion

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Seit mehr als 1.5 Jahren hampelt Pep Guardiola als Trainer des FC Bayern München an der Seitenlinie rum. Er gestikuliert, ruft, dirigiert, verlässt dabei die Coaching-Zone und betritt dabei gelegentlich sogar das Spielfeld.

Das ist verboten. Und die Schiedsrichter sind in einem solchen Fall nicht nur berechtigt, sondern sogar verpflichtet, dieses Verhalten zu unterbinden und gegebenenfalls sogar mit einem Platzverweis zu bestrafen.

Seitdem Borussia Dortmund im Keller der Liga steht, ist das Verhalten von Jürgen Klopp an der Seitenlinie augenscheinlich ruhiger geworden. Während der großen Triumphe zog der Trainer alle Blicke mit seinen extravaganten Jubelorgien auf sich. Ich erinnere mich noch ein Spiel, wo die TV-Kameras gar nicht den Torschützen einfingen, sondern Klopp, der über 50 Meter weit rannte um eben diesen zu umarmen.
Aber das scheint aus einer anderen Welt. Die Erfolge wurden weniger und mit jedem verlorenen Punkt schien auch auch Klopp in sich gekehrter. “Der Star ist der Trainer…” und so präsentierte er sich auch – in guten Zeiten. Und zog damit auch die Aufmerksamkeit auf seine Person.

Jetzt, wo Klopp für die Medien nicht mehr genug Action bietet, füllte Guardiola diese Kategorie aus, obwohl er mit seinem Lauf zur Eckfahne am zweiten Spieltag der Rückrunde nichts anderes tat, als zuvor.
Doch plötzlich wurde man aufmerksam auf dieses Verhalten. Und die Schiedsrichter gerieten unter Druck: warum tut Ihr nichts dagegen?

Im Spiel zwischen dem FC Bayern und dem VFB Stuttgart wollte man dann ein erstes Exempel statuieren. Man konnte sich ja nicht vorwerfen lassen, dass man 1.5 Jahre lang nicht die Eier in der kurzen Hose hatte, einen Trainer zu bestrafen.
Guardiola wusste von der allgemeinen Stimmung, der gekränkten Eitelkeit der Schiedsrichter durch die Berichterstattung und das sie nur darauf warten würden, ein Zeichen zu setzen. Er hielt sich zurück, aber gelegentlich platzte es dann doch aus ihm heraus.
Es hätte bestimmt trotzdem einige Gelegenheiten gegeben, aber dann schlug die Eitelkeit zu! Guardiola machte einen Schritt aus der Coaching-Zone, der Schiri unterbrach das Spiel und kam sich dann wohl selbst dämlich vor, als er auf den Trainer zuging und ihn medienwirksam verwarnte. “Schaut her, …wir haben unsere Eier doch noch wiedergefunden.”. So oder so ähnlich sollte das Statement wohl lauten.

Nun könnte man meinen, die Sache wäre jetzt geregelt. Die Schiedsrichter hatten jetzt ihre Portion Fame, zukünftig nimmt Guardiola sich ein wenig in Acht und im Gegenzug schicken die Offiziellen ihn auf die Tribüne, wenn er wieder irgendwen umarmt um ein Tor zu feiern.
Aber nein. Nicht solange Herbert Fandel, Oberschiedsrichter der Nation, nicht auch noch ein Mikrofon gefunden hätte. Geht so nicht. Muss er auf die Tribüne. Was anderes konnte man nicht erwarten.
Und das Ende vom Lied? Schiedsrichter, Medien, TV-Kommentatoren und allen voran die “Bayern-Hasser” der National warten nun Spiel für Spiel darauf, dass Pep Guardiola einen Schritt über die Linie der Coaching-Zone macht. Nur um dann entweder ein Zeichen zu setzen, oder um später sagen zu können “…wurde ja auch Zeit…” oder eben “….guck, die haben es wieder nicht gesehen, der hat einen Promibonus”.
Aber was kann Pep Guardiola oder der FC Bayern München dafür, wenn die Schiedsrichter ihren Job nicht richtig machen? Wahrscheinlich fanden sie es selbst sympathisch, nicht störend oder freuten sich über die emotionalen TV-Bilder, die er dadurch bot. Das nun der Verein oder eben der Trainer persönlich darunter leiden muss, weil man an ihn ein Exempel statuieren möchte, ist nicht gerecht.

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