Von Tante Käthe zur Mecker-Tante

rudi völler

Rudi Völler konnte als Spieler die Champions League gewinnen und Weltmeister werden. Doch der Glanz der Vergangenheit ermattet mit der Zeit. 25 Jahre ist der WM-Titel nun her und man kann sich vorstellen, dass man schon mindestens Mitte 30 sein muss, um sich ansatzweise an die gute, alte Zeit zu erinnern.
Das Jahr 2014 und der vierte WM-Titel für Deutschland hat die Erinnerung an 1990 noch einmal ein Stück weit blasser werden lassen. Und denkt man heute an Rudi Völler, dann erinnern sich ganze Generationen nur noch an den Nationaltrainer, der mit seiner Ansprache Waldemar Hartmann zur Werbefigur von Weißbier-Herstellern machte.
Vielleicht gefällt sich “Tante Käthe”, wie er genannt wird, in der Rolle der “Mecker-Tante”. Vielleicht rutscht er da aber unfreiwillig hinein, weil er außerhalb von Leverkusen eigentlich nur noch dann gehört wird, wenn es polarisiert.

Was immer auch der Grund für seinen aktuellen Angriff auf Fussball-Frührentner Marcel Jansen war, er offenbart eigentlich nur, dass manche Fussballer “die Liebe zum Spiel” mit der “Gier nach Geld” verwechseln.

Was war passiert? Da saß Marcel Jansen, der nach 12 Jahren im Profisport seine Karriere beendete, mit anderen Ex-Spieler/innen im ZDF Sportstudio und musste sich per Video-Einspieler folgende Vorwürfen anhören:

“Wer so was macht, hat den Fussball nie geliebt.”
Rudi Völler

Jansen erklärte später, er würde sehr wohl noch mit Freunden Fussball spielen und dem Sport auch als Fan noch treu bleiben, nur mit dem Business wolle er erst einmal abschließen – trotzdem er Angebote hätte.
Meiner Meinung nach ehrt es einen Spieler, dass er nicht jahrelang versucht mit seinem Talent die letzten Euronen aus dem Profi-Fussball zu pressen. Es ist doch angenehm, dass jemand sagt, er würde jetzt lieber aufhören zu spielen und sich ein zweites Standbein aufbauen, anstatt bis zum erbrechen auf irgendwelchen sandigen Wüstenplätzen zu spielen, solange der Gehaltsscheck stimmt und er irgendwann als Sportinvalide sein Reichtum kaum noch genießen kann.
Wer den Sport liebt, muss ihn nicht bis zum letzten Tropfen auspressen. Seinen Körper bis zur Unbrauchbarkeit malträtieren und irgendwann im RTL-Dschungelcamp landen, weil man dachte, die Millionen werden schon irgendwie weiter fließen.
Marcel Jansen reagierte gelassen auf diese Frechheiten. Und das kann er auch, denn er hat eindeutig die klügeren Ansichten. 

 

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