München, wir haben ein Problem!?

pep guardiola gegen hoffenheimDas Spiel des FC Bayern München gegen Bayer Leverkusen offenbarte das aktuelle Problem, welches gebetsmühlenartig von allen Beteiligten dementiert wird: es läuft nicht rund!

Eine 2:1 Niederlage im einzigen Winter-Testspiel gegen den Zweitligisten Karlsruhe. Ein knappes 2:1 gegen Hamburg, es folgte Hoffenheim mit 2:0 und nun die Nullnummer in Leverkusen.
Es geht nicht darum, dass der FC Bayern München gleich den Katastrophen-Zustand ausrufen muss, wenn man mal ein Testspiel verliert oder unentschieden spielt.
In Leverkusen spielte der Schiedsrichter keine unbedeutende Rolle. Aber das konnte der Verein in den letzten Jahren mit seiner gnadenlosen Dominanz auf dem Feld ausgleichen. Es spielte gar keine Rolle, ob der Mann mit der Pfeife etwas übersah, man erzwang den Erfolg trotzdem.

Von dieser Dominanz und Spielfreude ist im Jahr 2016 nicht mehr viel zu sehen. Die Ursachenforschung ist schwierig.

Die vielen verletzten Spieler werden als mögliche Ursache aufgeführt. Aber gegen Leverkusen, die mit den gleichen Problem zu kämpfen hatten, standen trotzdem sehr namenhafte Spieler in der Startformation. Einzig Joshua Kimmich, seines Zeichen hochtalentierter Nachwuchsspieler, könnte man als potentielle „Schwachstelle“, wenn man denn will, ausmachen.
Überspielt können diese Spieler vom gestrigen Abend auch noch nicht sein, denn es war erst das 3. bzw. 4. Spiel in diesem jungen Jahr.

Die Stimmung innerhalb der Mannschaft sei schlecht, schreiben die Medien. Von einem Maulwurf ist die Rede, von irgendwelchen Eskapaden. Anwälte werden auf den Plan gerufen, weil sich ein Spieler zu Unrecht von den Medien dargestellt fühlt und der Verein verteidigt ihn auch.
Es gibt keine schlechte Stimmung, so betonen die Spieler in einzelnen Interviews immer wieder. Verantwortliche und Trainer vertreten diese Meinung ebenfalls.

Die Doppelbelastung des Trainers, der sich aktuell nicht nur um den Status Quo kümmern muss, spiele angeblich keine Rolle. Kaderplanung für ManCity im nächsten Jahr, Training, Vorbereitung, Testspiele, Suche nach einem Haus, Schule für die Kinder – alles kein Problem, behauptet Guardiola, er beherrsche Multitasking wie eine Frau.
Dabei fällt jedoch auf, dass Pep Guardiola kein Interesse mehr daran hat, einen eventuellen Maulwurf zu entlarven. Und über die Medien sagt er, die ganzen Geschichten würde er die letzten vier Monate beim FC Bayern auch noch überstehen. Wie kann das sein? In der Position von Pep Guardiola MUSS es es einem interessieren, ob es einen Maulwurf gibt und wer es ist. Und genauso ist von Interesse, wer da was über den FC Bayern und seinem Trainer öffentlich schreibt.

Niemals hätte man gedacht, dass an der „Lame Duck“-Diskussion der Medien etwas dran sein könnte. Pep Guardiola ist viel zu ehrgeizig, will immer gewinnen und es kommt ja auch seinem Start in England zu Gute, wenn er dort als Siegertyp seinen neuen Job antritt.
Nun aber drängt sich der Eindruck auf, Pep Guardiola wäre mit seinen Gedanken doch schon zu sehr bei seinem neuen Projekt.
Verein und Trainer würden dies natürlich umgehend dementieren, aber was sollen sie auch machen?
Kritisiert man Guardiola öffentlich, folgt sofort die Frage, an welchem Punkt der FC Bayern seinen Trainer rauswirft. Übernimmt dann Matthias Sammer bis zum Saisonende? Und was ist dann mit dem Risiko, dass dieser kurzfristige Umbruch nicht den notwendigen Erfolg bringt?

Im Endeffekt bleibt nur eine Möglichkeit. Der Verein muss Guardiola intern ermahnen und ihm klarmachen, dass sie bis zum Ende der Saison sein Gehalt zahlen und sie das Recht darauf haben, 100% Aufmerksamkeit zu bekommen. Unterm Strich bekommt er eine Menge Geld für diese Leistung. Kann er diese nicht erbringen, hätte er zwischen den Vereinen erneut ein Jahr Pause einlegen müssen. Aber er kann nicht erwarten, dass sein neues Projekt die Ziele des aktuellen Arbeitgebers gefährden darf. Und momentan ist es offensichtlich, dass diese Ziele, warum auch immer, gefährdet sind und man mehr Zeit darin investiert, die möglichen Ursachen zu dementieren, als sie zu beheben.

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