BILD: Pep Guardiola rastet in FC Bayern Kabine aus

BILD Pep Guardiola Ausraster Bayern FC Kabine

Nach dem ersten Spiel gegen Atletico Madrid erklärte Pep Guardiola, er sei noch nicht tot. Eine Kugel habe er noch, wenn er damit nicht erfolgreich ist, erst dann könne man ihn töten.
Für den politisch korrekten Deutschen, der sich eher gebückt durchs Leben bewegt, eine bestialische Ausdrucksweise, obwohl es sinnbildlich ziemlich treffend ist.

Guardiola hat die letzte Patrone nämlich verschossen und seine letzte Chance auf die Champions League beim FC Bayern München nicht nutzen können.
Der Spanier, den die Medien anfangs als „Messias“ feierten, obwohl es beim FC Bayern München großartig gar nichts zu retten oder erlösen gab, dem sie förmlich mit ihren Lobeshymnen so tief in den Allerwertesten krochen, dass sie oben gleich wieder raus kamen und theoretisch über potentiellen Zahnstein hätten berichten können – dieser „Messias“ wird nun offenbar medial gekreuzigt. Die Einladung dazu gab er ja auf der besagten Pressekonferenz: „….danach könnt Ihr mich töten“. Die Medien, in diesem Fall die BILD, nimmt es wohl dankend an.

Pep Ausraster in der Bayern-Kabine. So titelt die BILD heute und will damit aber noch keine große Kampagne fahren, sondern erst einmal die Chance auf zahlende Leser/innen bewahren. Den Artikel gibt es nämlich nur gegen Bares. Genauso wie die Draxler-Kolumne, in der er davon spricht, Guardiola habe nie „unsere Herzen erreicht“. So etwas konnte man absehen, denn direkt nach dem Aus in der Champions League twitterte er, für die Mannschaft tue es ihm leid – für Guardiola nicht. Einer Meinung übrigens, der ich mich am Abend direkt anschloss. Der Grund ist einfach: es ging im Hinspiel verloren. Und im Hinspiel hatte man das Gefühl, Guardiola habe sich mit seiner Taktik völlig verzockt und hätte auch nicht mit Auswechslungen auf die Hilflosigkeit seines Teams auf den Platz reagiert.
Aber sei es drum, kommen wir endlich zum eigentlichen Aufmacher….

Was ist in der Bayern-Kabine passiert?
Laut der BILD soll sich Pep Guardiola schon wieder mit der medizinischen Leitung angelegt haben. Direkt nach dem Champions-League Aus am letzten Dienstag soll er in der Kabine getobt haben: „Godin ist bei Atletico schnell fit. Warum schafft Ihr das nicht? Warum dauert das bei unseren Verletzten immer so lange?“. Ein vertrauter Assistent soll das wohl mit Aussagen unterstützt haben.
Tatsächlich waren zum Zeitpunkt aber nur Arjen Robben und Holger Badstuber verletzt. Alle anderen Spieler standen dem Trainer zur Verfügung.
Dies soll auch ein, laut BILD angesehener und geschätzter Therapeut auch angemerkt haben. Die Situation soll kurz vor der Eskalation gewesen sein und Franck Ribery wäre als Streitschlichter dazwischen gegangen und habe die Situation beruhigt.
Im Zuge dieser Geschichte hieß es auch, dass die Aussage von Jerome Boateng, nur er entscheide darüber, wann er nach seiner Verletzung wieder zurück komme, bei Guardiola nicht gut ankam. Dazu sollte man sagen, dass Boateng damit sicherlich nur den Trainer schützen wollte, der in der Vergangenheit dafür kritisiert worden war, Spieler viel zu früh wieder einzusetzen. Boatengs eigentliche Aussage könnte man also übersetzen mit: „Wenn ich spiele, dann nur, weil ICH denke, es geht wieder – den Trainer braucht Ihr dafür nicht zu kritisieren.“.
Bei Guardiola habe diese Aussage aber wohl dazu geführt, dass er angeblich ein Machtspielchen ausführte: Boateng fuhr mit nach Spanien, wurde dann aber aus dem Kader gestrichen und saß auf der Tribüne. Laut BILD wurde es wohl mit den Worten „Ich entscheide über Comebacks.“ kommentiert.

Es wäre überraschend, wenn der FC Bayern München diesen Bericht der BILD nicht spätestens am Wochenende dementieren würde. Allerdings ist man dann als Außenstehender auch nicht wirklich schlauer.
Natürlich könnte die BILD wieder maßlos übertreiben und sich den Rest auch wieder frei ausgedacht haben. Aber selbst wenn er komplett der Wahrheit entsprechen würde, müsste man den Trainer in der Öffentlichkeit stützen, um die letzten, großen Ziele der Saison zu erreichen.
Vielleicht kann man am Umgang des Vereins mit diesem Thema erkennen, was sich wirklich zugetragen hat. Sollte es nämlich den Versuch geben, das Thema nicht weiter hochkochen zu lassen und es eher „auszusitzen“, könnte (!!) man die passive Haltung als Bestätigung verstehen. Auch ein halbherziges Dementi („….man sollte nicht alles glauben, was man zu lesen bekommt.“) würde mich hellhörig werden lassen.
Neben den wirklich wichtigen Entscheidungen auf dem Platz also noch ein klein wenig Spannung abseits des Rasens: wie reagiert der Verein auf diese Medien-Berichte?

Bild: Screenshot BILD.de am 6. Mai 2016

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