TV-Zoff zwischen BR und FC Bayern: die Dummheit zieht große Kreise

2016-05-14_17-42-11_1

Seit Sonntag beherrscht der „TV-Zoff“ um den Bayrischen Rundfunk und dem FC Bayern München die Schlagzeilen. Und im Rahmen der Berichterstattung entlarven sich immer mehr Menschen, u.a. in den sozialen Netzwerken, als kurzsichtige und ahnungslose Deppen. Entschuldigt meine direkte Wortwahl, aber anders kann man den gröhlenden Mob nicht betiteln, der unter einem – als Satire gekennzeichneten – Artikel mit der Überschrift „DMAX kauft Übertragungsrechte der FCB-Feiern für 20 Jahre“ mit Aussagen wie „geldgeile Schweine stopft man die Kohle noch in den Arsch“ kommentieren.

Ordnen wir die Fakten doch einmal, nach bestem Wissen und Gewissen, und schauen, um was es überhaupt geht.

Nachdem der FC Bayern erfuhr, dass die Pokalfeier am Münchener Rathaus in etwa 300.000 Euro kosten würde, kontaktierte man offenbar am Freitag den TV-Partner „BR“. Man bat darum, sich an diesen Unkosten zu beteiligen.

Hier sollte man bedenken, dass der Sender scheinbar bisher stets umsonst etwa 2-2,5 Stunden Sendematerial erhielt. Für alle Programminhalte, die ein Sender so täglich ausstrahlt, entstehen Produktionskosten. Diese werden bei öffentlich-rechtlichen Sendern durch die sogenannten „GEZ-Gebühren“ und Werbung finanziert, bei den privaten Sendern ausschließlich durch den Verkauf von Werbung.

Nun die ganz sachliche Frage: warum sollte der FC Bayern München dem „BR“ Sendeinhalt zur Verfügung stellen und die Kosten dafür alleine tragen?
Die Fans konnten so oder so mit dabei sein. Der Verein übertrug die Veranstaltung kostenlos im Internet. Die Ausrede, man würde Fans damit aussperren, ist also hinfällig.

Es schien auch so, als wäre der FC Bayern nicht verhandlungsbereit gewesen. In einer Pressemitteilung wies man darauf hin, der „BR“ hätte sich auch in Werbeminuten beteiligen können.
Wahrscheinlich hätte der Verein diese dann an die Sponsoren weitergereicht und die hätten sich dafür an den Unkosten beteiligt. Zumindest fällt mir sonst kein Verwendungszweck ein, denn der FCB wird sicherlich keine Werbespots auf einem, eher regionalen, Drittprogramm schalten: wofür?
Der „BR“ hätte somit wahrscheinlich 5-6 Werbespots gesendet und dafür rund zwei Stunden Sendematerial erhalten.
Für mich klingt das nach einem absolut fairen Deal.

Der Sender konnte oder wollte das so nicht handhaben und der Verein entschied sich stattdessen, die Feier von Sport1 übertragen zu lassen. Ob die es nun kostenlos oder im Tausch gegen Werbeminuten übernehmen durften, ist offiziell – soweit zumindest mein Stand – gar nicht bekannt, wird aber im Rahmen dieses Themas einfach mal pauschal behauptet.

Wenn die Medien sich das Maul über ein solches Thema zerreißen, ohne die Details sachlich aufzuarbeiten, ist man doch nichts besseres gewohnt: nichts geht bei den Lesern steiler, als ein „Böser FC Bayern“.
Das in den sozialen Netzwerken überwiegend nur geistiger Unsinn geschrieben wird und die mit der geringsten Ahnung am lautesten brüllen, geschenkt und egal.
Wenn dann aber angebliche Fans bekanntgeben, sie wären aufgrund dieser Sache aus dem Verein ausgetreten, knallt mir der Kopf doch ordentlich auf die Tischkante.

 

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