#Euro2016: Der Terror kommt von den "Fans"

 

Seit den Terroranschlägen im November letzten Jahres hatte man Sorge um die Sicherheit während der Europameisterschaft in Frankreich. Obwohl das Turnier natürlich gerade erst angefangen hat und man den Tag nicht vor dem Abend loben sollte, stellte sich schon eine kleine Erleichterung ein, als das Eröffnungsspiel friedlich über die Bühne ging.
Für eine ganz andere, aber nicht zwingend weniger gefährliche Bedrohung, sind nun die Menschen verantwortlich, um die man sich unter anderem sorgte: die „Fans“.

Die Bilder, die uns in den letzten Stunden aus Marseille erreichen, sind schockierend. Da sitzen die „Fans“ stundenlang in Kneipen, schütten sich mit Alkohol zu und werden zu einem Pulverfass auf zwei Beinen. Ein Funken, ein falsches Wort oder eine falsche Geste, eine Kleinigkeit reicht offenbar, um sie zum explodieren zu bringen. Englische und russische Anhänger, dazwischen die Franzosen, hunderte von Menschen prügeln chaotisch aufeinander ein und mittendrin die Polizei, die sie eigentlich nur vor Bomben und Terror hätte schützen sollen.

 

Im ZDF berichtet ein Reporter vor Ort, ein Mann mit Gehhilfen hätte hinterrücks einen Stuhl in den Rücken geschlagen bekommen. Bilder und Handyaufnahmen im Internet zeigen einen anderen Mann, er liegt am Boden und zu viert treten sie auf dessen Kopf ein, bis die Polizei ihm zur Hilfe kommt und ihn damit wohl vor den sicheren Tod bewahrt.

Im Stadion zünden russische „Fans“ Böller und riskieren in der gegenwärtigen Situation eine Massenpanik. Das gerade bei einem solchen Ereignis auch zahlreiche Kinder im Stadion sind, die in einem solchen Fall in Gefahr geraten, gnadenlos zertrampelt zu werden, stört sie nicht.
Stattdessen stürmen sie nach einem glücklichen Ausgleichstreffer in der Nachspielzeit, wahre Fans würden sich wohl freudentrunken in den Armen liegen, den Block mit den englischen Fans. Diese Leute interessieren sich nicht für ihre Mannschaft, nicht für den Sport und nicht für den, vor wenigen Sekunden erkämpften wichtigen Punkt im Turnier, sondern nur für ihre Gewaltexzesse. Dabei riskieren sie nicht nur ihre und die Gesundheit derer, die diese Auseinandersetzung ebenfalls suchen, sondern gefährden auch das Leben der Menschen, die eigentlich nur Teil eines großen Fussball-Festes sein wollten.

Ein Terrorist mit einem Sturmgewehr in der Menschenmenge hätte sicherlich mehr Schaden angerichtet. Aber unterm Strich bleibt die Menge der gefährdeten Menschen ähnlich und beides ist abartig.

Vielleicht haben unter der Randale der letzten beiden Tage auch die Sicherheitsvorkehrungen der Franzosen gelitten. Anders kann man es sich wohl auch nicht erklären, dass direkt im Anschluss des Spiels ein Flitzer auf dem Spielfeld umher geirrt sein soll und das, wie ich zuvor bereits erwähnte, trotz dreimaliger Kontrollen Pyrotechnik ins Stadion kam.

Hoffen wir, dass die Franzosen auch dieses Problem in den Griff bekommen….

+++Update+++
Wie man derzeit online lesen kann, soll es auch wohl in Nizza zu Ausschreitungen gekommen sein. Dort findet am Sonntag das Spiel der Polen gegen die Iren statt.
Es ist also scheinbar keineswegs ein „englisches“ oder „russisches“ Problem.

 

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