Rücktritt als Bundestrainer: Jogi Löw und Gedanken zur Zukunft

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Löw knows the rules. Löw kennt die Regeln. Ein kleiner Satz, mit der ehemalige Nationalspieler Jens Lehmann im Abgesang auf den Weltmeister-Trainer Jogi Löw einstimmte.
Vielleicht wäre Lehmann besser schlafen gegangen. Und mit ihm all die anderen Verblendeten, die sich auch heute noch für einen Rücktritt von Jogi Löw in den sozialen Netzwerken stark machten.

Warum sollte Jogi Löw zurücktreten? In den letzten 10 Jahren ist Deutschland stets mindestens unter den Top4 Nationen gelandet. Nach der Weltmeisterschaft 2014 lernte der Bundestrainer zudem hinzu und die Fortschritte konnte man gestern beispielsweise an der mutigen Auflösung des defensiven Mittelfeldes, zugunsten einer letzten großen Offensive sehen.
Auch in diesem Jahr wird Jogi Löw dazu gelernt haben. Und mit jeder Erfahrung profitiert auch die Mannschaft von der Kontinuität auf dem Trainerposten.

Auf die Nachfrage, wer denn ihrer Meinung nach besser für den Posten geeignet sei, als Jogi Löw, gibt es Antworten wie „Jeder macht es besser, sogar Lothar Matthäus..“.
Wie ernst kann man solche Menschen schon nehmen? Und das geht gar nicht gegen Lothar Matthäus, sondern an diejenigen, die einfach nur pöbeln und unzufrieden sein wollen, weil sie es fernab des Fußballs scheinbar nicht dürfen.

Fakt ist, dass wir auf der einen Seite einen sehr erfolgreichen Bundestrainer haben. Und auf der anderen Seite keinen Nachfolger, der einen noch größeren Erfolg ernsthaft versprechen könnte. Zweifel an Jogi Löw verbieten sich deswegen zum jetzigen Zeitpunkt.

Gedanke über ihre Zukunft machen sich vielleicht auch Lukas Podolski und Bastian Schweinsteiger. Wenn nicht sie persönlich, dann übernehmen dies aber die Medien für sie.

Als Lukas Podolski sich unmittelbar vor der Euro 2016 darüber beklagte, wie respektlos die Bezeichnung „Maskottchen“ doch wäre, stimmte ich ihm zu. Weit über 100 Länderspiele in den Knochen, da hat er es nicht verdient, dass man ihn so deklassiert. Dann gab er aber in der Öffentlichkeit genau dieses Bild ab. Während seines Kurzeinsatzes gegen die Slowakei fand er nicht statt und spielte später, trotzdem die linke Offensivposition nicht immer optimal besetzt war, keine Rolle mehr. Stattdessen ging er auf Twitter eine TV-Moderatorin an, die seine Heimatstadt Köln kritisierte. Kein Problem soweit, wäre dies nicht 5 Stunden vor dem Viertelfinale gegen Italien gewesen. Eine Phase der Vorbereitung, wo jeder Spieler mit seinen Gedanken woanders sein und nicht seine Nase in irgendeinen Shitstorm  in den sozialen Netzwerken stecken sollte. 
„Auf jeden Fall…“ würde er weiter für Deutschland spielen, immerhin stünde er „…voll im Saft….“, erklärte er nach dem EM-Aus für Deutschland. Dies habe er auch während des Turniers bewiesen. Und hier muss die Frage erlaubt sein, ob Prinz Poldi vielleicht in den letzten Wochen eine andere Veranstaltung gesehen hat, als alle anderen Fußballfans auf diesem Planeten.
Ein Rücktritt muss nicht zwingend stattfinden, aber dann sollte die Leistung auf dem Platz auch der Selbsteinschätzung gerecht werden.

Bastian Schweinsteiger hingegen könnte die erforderliche Leistung vielleicht noch erbringen, wenn er sich nicht seit Jahren mit Schmerzen und einem geschundenen Körper über den Platz schleppen müsste.
Ohne unseren WM-Helden abservieren zu wollen, sollte er sich zumindest überlegen, wie lange er sich diese Tortur noch antuen möchte. Auf einen Schweinsteiger mit 100%-Leistungsvermögen würde ich ungern verzichten wollen. Es ist nur die Frage, ob er diesen Punkt noch einmal erreicht. Und welchem Preis es kostet. „Schweini“ wäre nämlich auch nach der Karriere noch zu wünschen, morgens schmerzfrei aufstehen zu können und nicht als völliger Sportinvalide in die zweite Lebensphase einzutreten.

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