Überlastung der Spieler: Warum ein Umdenken wichtig ist!

Seit einigen Jahren wird die übermäßige Belastung der Spieler immer wieder diskutiert. Während die eine Seite meint, die Millionäre könnten gefälligst was für ihr Geld tun und in anderen Sportarten würde man noch viel mehr gefordert, beklagen andere, dass es nur noch um das Geld gehen würde und die sportliche Qualität dabei verloren geht.
Tatsächlich war es wohl so, dass auch die überlasteten Spieler dazu beigetragen haben, dass die Euro 2016 qualitativ nicht sonderlich hochwertig war. Noch deutlicher sieht man es aber daran, wie ausgelaugt manch Spieler am Ende einer Saison doch wirkt.

Wenn eine x-beliebige Firma Aufträge bekommt und mehr von ihrer Ware produzieren kann, dann teilt sich das alles auf: einen gewissen Prozentsatz muss die aktuelle Belegschaft schaffen, ansonsten gibt es halt noch Schichtarbeit oder zusätzliches Personal muss eingestellt werden. Es lohnt sich ja auch, denn es wird ja nicht nur die Produktion hochgefahren, sondern auch der Umsatz.

Im Fussball ist das eigentlich nichts anderes. Die Vereine wollen immer mehr Geld für ihre TV-Rechte. Sie wollen sich global aufstellen und nehmen dafür lange Reisen und Spiele in Übersee in Kauf, um dort neue Märkte zu erschließen.
Das alles wäre überhaupt kein Problem, wenn die Vereine nicht ausschließlich die Spitzengehälter und Transfersummen in die Höhe schießen lassen, sondern sich generell breiter und qualitativ dichter aufstellen würden.
Für Top-Verdiener wie Messi, Bale, Ronaldo und andere Superstars wäre das zwar nicht ideal, aber alle anderen, allen voran der Fussball selbst, würden davon profitieren.

Nehmen wir einmal den aktuellen Kader des FC Bayern München. Um dieses Beispiel zu zeigen, habe ich bereits Mario Gomez eingetragen, dessen Verpflichtung ich bereits an anderer Stelle empfohlen hatte.

Carlo Ancelotti könnte mit der aktuellen Besetzung eine „1. Mannschaft“ und eine „A-Mannschaft“ aufstellen, um es mal mit keinerlei wertenden Bezeichnungen zu umschreiben. Mit wenigen Verpflichtungen in der aktuellen Transferperiode könnte man sogar noch die jeweiligen Auswechselspieler für geringe Investitionen neu aufstellen. Aber dazu vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt mehr.
Unabhängig von der aufgeführten Zusammenstellung soll dieses Beispiel nur zeigen, dass theoretisch jedes Team abwechselnd spielen und somit die Belastung auf die Hälfte reduzieren könnte:

1. Mannschaft

Team 1

A-Mannschaft

Team 2

Während die Vereine also mit ihrem Umdenken in der Zusammen- und Aufstellung des Kaders eine drastische Reduzierung der Belastung erreichen könnte, wäre auch ein Eingriff seitens der FIFA interessant.
Hier wäre es denkbar, dass jeder Spieler im Laufe der Saison 21-28 Urlaubstage nehmen muss. Dieser Urlaub wäre offiziell meldepflichtig und könnte stichprobenartig von den Verbänden kontrolliert werden. Sollte sich beispielsweise der Urlauber auf dem Trainingsgelände befinden um sich dort weiter fit zu halten, wäre dies ein Verstoß und müsste beispielsweise durch eine Sperre sanktioniert werden.

Um diese Urlaubsregelung in die Praxis umzusetzen, müssten die Vereine ebenfalls die angesprochen Planung anders gestalten.

Zusätzlich wäre es auch zeitgemäß, wenn die Richtlinien für die Kadergröße, besonders auch bei Turnieren wie der Europa- oder Weltmeisterschaft, angepasst werden würde. Warum  beispielsweise Vereine überhaupt bei ihnen beschäftigte Spieler nicht im jeden Spiel mit im Kader haben dürfen, ergibt für mich schon jetzt keinen Sinn. Diese Begrenzung ist schlichtweg unnötig.

Im Zuge dieser neuen Strukturen sollte man vielleicht auch die Möglichkeit einräumen, bei den Wechseln auf 5 Spieler pro Spiel zu erhöhen. Die Sorgen um die Zeitverzögerung könnte auch ohne eine andere wichtige Neuerung, der Netto-Spielzeit, umgangen werden, indem die Wechsel ausschließlich im 2-2-1 (bzw. 2-1-2/1-2-2) Modus vollzogen werden müssen.
Auch hier wird das spielerentlastende Rotationsprinzip massiv gefördert.

Wenn die Vereine und Verbände auf die höheren Einnahmen nicht verzichten und zukünftig sogar noch mehr Spiele austragen möchten, ist dieser Wandel unverzichtbar. Ich bezweifele allerdings, dass die „alten Zöpfe“ im Fussball-Business überhaupt in der Lage sind, einen solch simplen – aber effektiven – Weg überhaupt zu gehen. Es ist ja wie damals mit der Lokomotive. Da dachten sie auch, die Kühe werden verrückt, wenn die Dampfkolosse „so schnell“ durch das Land fahren.

Advertisements

Dein Kommentar (keine Anmeldung notwendig):

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s