Über den Wert von Verträgen im Profi-Fussball

fadenkreuz transparentWenn man sich die jüngsten Geschehnisse um Julian Draxler und dem VFL Wolfsburg so anschaut, muss man sich fragen, ob die Verträge im Profi-Fussball überhaupt noch das Papier wert sind, auf dem sie stehen?

Beim FC Bayern München hatten wir einen ähnlichen Fall während der Euro 2016. Mario Götze wollte angeblich beim Verein bleiben und sich durchsetzen, der Trainer wollte ihn aber gar nicht. Karl-Heinz Rummenigge hatte nicht unbedingt eine Sternstunde, als er darauf reagierte. Aus der heutigen Sicht muss man wohl sagen, das zumindest die theoretische Chance besteht, dass Götze damals gar nicht kämpfen, sondern pokern wollte.

Bastian Schweinsteiger dachte sicherlich auch, er hätte seinen Vertrag für die erste Mannschaft von Manchester United unterschrieben. An seinem Geburtstag musste er dann seinen Spind räumen und soll bei der 2. Mannschaft spielen, was für einen Weltmeister mit einer Kündigung gleichzusetzen ist.

Vor einigen Tagen hatte man noch Schalkes Sane, der wohl für mehr Millionen als Bundesliga-Spiele zu Manchester City wechselte. Und nun also Julian Draxler, der sich ein Duell mit seinem Verein, dem VFL Wolfsburg, über die Medien liefert.
Es klingt erst einmal unrealistisch, dass man ihm in Wolfsburg, im letzten Jahr bei seiner Verpflichtung, direkt mündlich zusicherte, er könne bei einem besseren Angebot wieder wechseln. Und sollte das der Fall sein, fragt man sich, warum beide Parteien das Thema überhaupt angesprochen haben?
Der normale Arbeitnehmer traut sich bei Bewerbungsgesprächen noch nicht einmal, direkt einen Jahresurlaub zu vereinbaren.

Eigentlich habe ich diese Vertragslaufzeiten eh noch nie verstanden. Zeitverträge sind in der freien Berufswelt ja auch eher umstritten, oder zumindest nicht gern gesehen.
Vielleicht wird es an der Zeit, diesen ganzen Transferunsinn mit einem einfachen Schritt zu unterbinden. Anstelle von Zeitverträge verpflichten sich beide Seiten auf eine unbefristete Laufzeit und 6 Monaten Kündigungsfrist – für beide Seiten.
Wie die Berater dann ihre Prozente kassieren, wird sich schon klären. Die finden schon eine Einnahmequelle, indem sie die – daraus wohl resultierenden – Gehaltserhöhungen prozentual höher abrechnen.

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