2017, 2018…und dann? Der FC Bayern vor dem Umbruch

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Bundesliga. DFB Pokal. Champions League. Der FC Bayern tanzt noch auf allen großen Hochzeiten. Der Traum vom erneuten Gewinn aller drei Titel lebt. Wer aber der Meinung ist, dass das Triple die größte Aufgabe von Carlo Ancelotti und den Bossen des FC Bayern München ist, denkt zu kurzfristig.

Nach dieser Saison verliert der FC Bayern München mindestens zwei erfahrene Spieler. Xabi Alonso, der trotz seines Alters in fast jedem Spiel im Mittelfeld die Fäden in der Hand hält. Und Philip Lahm, erfahren, auf der rechten Seite mit Arjen Robben immer wieder sehr stark und natürlich auch der Kapitän der Roten.

Wenn es nach dem Willen von Rummenigge geht, wird die spielerische Lücke von Lahm durch Joshuha Kimmich geschlossen. Der spielte diese Rolle bereits in der Nationalmannschaft und könnte durchaus langfristig das Zeug dazu haben.
Und dann wäre da ja auch noch Rafinha, der wohl nur deswegen nicht so häufig zum Zuge kommt, weil er eben einen Lahm vor sich hatte.
Wie das Karriereende von Lahm sich aber auf die Hierarchie auf und neben dem Platz auswirken wird, kann man als Außenstehender nicht beurteilen. Allerdings dürften beim FC Bayern München ausreichend Alpha-Tiere unter Vertrag stehen, um das Problem nach einer gewissen Übergangsphase beheben zu können.

Im Mittelfeld ist Renato Sanchez noch lange nicht so weit, um einen Xabi Alonso ersetzen zu können. Ob er das überhaupt einmal können wird, steht in den Sternen. Seine Aussagen von vor wenigen Wochen, er sei nicht komplett glücklich in München, sprechen eine pessimistische Sprache. Vielleicht war Sanchez einfach noch nicht alt genug, um den Schritt ins Ausland wirklich zu wagen.
Man muss schon Arturo Vidal halten können und darauf hoffen, dass Thiago seine Form behält, sowie größere Verletzungen des Spaniers ausklammern. Dann wird dieses Duo wahrscheinlich gemeinsam die Fäden im Mittelfeld ziehen.
Nicht zu vergessen wäre an dieser Stelle Javi Martinez. Den sieht man zwar nur noch als Innenverteidiger, aber man sollte nie vergessen, was für ein starkes Duo er einst mit Bastian Schweinsteiger vor der Abwehr bildete.

Das Ende der Saison 2018 kann man da allerdings nicht mehr so optimistisch sehen. Arjen Robben und Franck Ribery spielten zwar viel zu selten gleichzeitig, da stets einer von beiden verletzt war, aber der komplette Wegfall beider Spieler lässt mir die Sorgefalten auf die Stirn treiben.
In erster Linie sind hier natürlich die Wünsche der Spieler und die Möglichkeiten einer weiteren Vertragsverlängerung ausschlaggebend. Aber auch Robben und Ribery werden nicht jünger: selbst wenn es nicht 2018 geschieht, der Abschied wäre nur verschoben und wird leider unvermeidbar sein.
Hinter dem „CoCo“-Duo Costa und Coman stehen eine Menge Fragezeichen. Der Brasilianer stabilisierte sich zwar zuletzt, nachdem er bei den Bossen mit einem unnötigen Interview auffiel, von der Wichtigkeit eines Riberys ist er aber noch meilenweit entfernt. Bei Coman hofft man natürlich, dass man die Kaufoption auch wirklich zieht, alles andere wäre aufgrund der geringen Ablösesumme so oder so vollkommen unverständlich: ein Robben-Ersatz ist der junge Franzose aber nicht.

Es wird auf jeden Fall mit dem FC Bayern München weitergehen. Nur wie? Der Wegfall von Robben und Ribery könnte das Spiel verändern. Oder man wird tief in die Tasche greifen und die, zu dem Zeitpunkt aktuellen, besten Alternativen verpflichten müssen. Und auch hier muss man dann wieder die „CoCo“-Frage stellen: lassen es sich die beiden jungen Spieler gefallen, erneut Top-Stars vor die Nase gesetzt zu bekommen, oder zieht es sie dann doch zu einem neuen Verein?

Klar ist, dass man bereits jetzt die Zukunft planen muss. Den vielen Spekulationen über Personalien möchte ich mich allerdings nicht anschließen. Der FC Bayern ist mit seinem technischen Direktor Michael Reschke gut aufgestellt und wird über das Karriereende einiger Spieler hinaus weiter erfolgreich sein. Spannend ist es aber auf jeden Fall. Und die aktuellen Titelchancen nur eine Zeitaufnahme, wenn man den anstehenden Umbruch im Kader des Rekordmeisters beobachtet.

Bilder: FC Bayern München, 91. Minute

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