Neuer Co-Trainer des FC Bayern: Willy Sagnol

Der FC Bayern München hat scheinbar seine erste „Granate“ zünden lassen: Willy Sagnol ist der neue Assistenz-Trainer von Carlo Ancelotti. Hierzu gibt es gleich auf mehreren Gebieten etwas zu sagen.

War es wirklich der Wunsch des Trainers?
Angeblich, so heißt es in der offiziellen Pressemitteilung des Vereins, sei es ein ausdrücklicher Wunsch des Trainers gewesen, dass ein neuer Mann für den Stab verpflichtet wird. Und auch das es sich um einen ehemaligen Spieler des FC Bayern handeln sollte, sei Ancelottis Wunsch gewesen.
Aber warum sollte er?
Nachdem man Paul Clement in der Winterpause hat ziehen lassen, wurde der Sohn Ancelottis, Davide Ancelotti, der Co-Trainer. Hermann Gerland, der wieder im Jugend- und Nachwuchsbereich als Verantwortlicher tätig ist, spielte da augenscheinlich eher eine kleinere Rolle.
Als Außenstehender erschließt sich mir der Sinn nicht: warum sollte Ancelotti sich einen Assistenten wünschen, der als Ex-Spieler einen guten Draht zu den Vereinsbossen haben könnte? Und mit Sagnol dann auch noch jemand, der bereits – wenn auch nicht sonderlich erfolgreich – als Cheftrainer gearbeitet hat?
Sieht der Italiener das Geschäft wirklich so relaxt, dass er kein Problem damit hat, sich seinen potentiellen (oder temporären) Nachfolger ins Boot zu holen?

Kommentare über „rassistischen“ Sagnol
Unmittelbar nach der Verpflichtung des Franzosen las man in sozialen Netzwerken direkt Rassismus-Vorwürfe. Sagnol hatte 2014 als Trainer von Bordeaux erklärt, er würde weniger afrikanische Spieler verpflichten wollen, weil diese zwar „billig, kampfbereit und kräftig“ wären, aber man benötige auch „Technik, Intelligenz und Disziplin“. Hier möchte ich einmal stichpunktartig auf die Attribute eingehen.
Billig: es braucht keine hohen Transfersummen oder Gehälter, um einen Spieler von Afrika nach Europa zu holen.
Kampfbereit und kräftig, mangelnde Technik: Afrikaner spielen in der Regel nicht auf super gepflegten Kunstrasenplätzen. Das sie dadurch keine Edeltechniker werden, sondern eher einen kämpferisch betonten Spielstil haben, leuchtet durchaus ein.
Intelligenz: Afrika ist nicht für ein besonders gutes Bildungssystem bekannt. Also so weit hergeholt ist das Pauschalurteil nun auch wieder nicht.
Disziplin: das mag jemand bewerten, der mit afrikanischen Leistungssportlern zusammen gearbeitet hat. Und siehe da, so einer ist Willy Sagnol. Das ist aber nicht rassistischer, wie das typische „da geht das südländische Temperament mit ihm durch“, wenn im Länderspiel von Italien mal wieder einer wild rumfuchtelt.

Sagnol erklärte sich danach ausführlich und entschuldigte sich auf einer Pressekonferenz. Aber an einen „Rassisten-Stempel“ kommt man in der heutigen Zeit schneller, als man denkt. Der dunkelhäutige (!!) Sänger Xavier Naidoo wird bestimmt irgendwann auch darüber ein Lied singen. Können tut er es jedenfalls schon.

Plan B: Sagnol?
Als Außenstehender klingt die Verpflichtung von Willy Sagnol für mich wie ein Plan B. Carlo Ancelotti hatte in der letzten Saison immer wieder das Vertrauen der Vereinsbosse eingefordert, als es nicht so gut lief. Im Endspurt der Saison sollte es dann so richtig rund laufen. Tat es aber absolut nicht.
Wie es in der neuen Saison laufen wird, muss man abwarten. Ohne Spieler, die das Guardiola-System noch in Fleisch und Blut hatten, könnte es noch schwieriger werden. Ob temporär oder sogar langfristig: mit Sagnol hätte man einen ehemaligen Publikumsliebling und alten Bekannten der Vereinsführung auf der Ersatzbank, der im Falle eines Falles nahtlos übernehmen könnte.

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