#TSGFCB: Niederlage offenbart Situation des FC Bayern

Wenn der FC Bayern München in der Bundesliga ein Spiel verliert, dann horcht Fussballdeutschland auf. Es wird kritisiert. Und es wird kritisiert, dass überhaupt kritisiert wird.
Dabei geht im Prinzip gar nicht um eine Niederlage, sondern um das große Ganze.hoffenheim

Unter Pep Guardiola beklagte man, dass die Meisterschaft t r o t z des Spaniers gewonnen wurde. Das bezog sich darauf, dass Guardiola die Meisterschaft oft nicht ernst zu nehmen schien und dadurch am Ende der Saison die Spannung zu früh von der Mannschaft genommen wurde.
Mit Pep Guardiola gewann man die nationalen Titel und war international stets nah dran. Mit Ancelotti sollte es den nächsten Schritt geben. Der fand statt, aber leider in die falsche Richtung.

#TSGFCB – Nationale Standortbestimmung

Das Spiel gegen 1899 Hoffenheim war die erste nationale Standortbestimmung für den FC Bayern. Nach durchwachsenen Leistungen in diversen Testspielen und Sponsoren-Turnieren sollte der 3. Spieltag ein erstes Zeichen werden, in welche Richtung es geht.
Das es mit 2:0 verloren ging, ist die eine Sache. Wie das Spiel verloren ging, noch eine ganz andere.

Ideenlos. Harmlos. Fehlerhaft. Am Samstagabend hatte man nicht einfach nur Pech, sondern war bis an den Zähnen bewaffnet und hatte nur Platzpatronen geladen.

Scheinbar hat der FC Bayern München besonders dann Probleme, wenn es gegen Trainer geht, die Ideen haben. Man kann aber stark davon ausgehen, dass nicht nur Tuchel, Klopp und Nagelsmann derartige Ideen haben. Und da diese Spiele nicht unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden, oder zumindest auf dem Eurosport Player: nein, sie werden gesehen und von der Konkurrenz analysiert.

Die Fans reiben sich verwundert die Augen und trauen ihren Ohren nicht, wenn sich Carlo Ancelotti nach dem Spiel vor die Kameras stellt und von einem „guten Spiel“ spricht. Sieht er die Wahrheit nicht, oder kann er die Situation einfach nicht verbal richtig einschätzen? Beides wäre kein besonders gutes Zeichen.Carlo Ancelotti

Keine Handschrift von Trainer Ancelotti

Wenn man den FC Bayern München spielen sieht, fragt man sich, für was Carlo Ancelotti steht?
Für junge Spieler scheint er kein besonders gutes Händchen zu haben. Eine besonders offensive Spielweise, die fast schon überfallartig daherkommt, ist es auch nicht wirklich. Und in der Defensive scheint man immer häufiger einen Ritt auf der Rasierklinge hinzulegen.
Einzig der Ballbesitz, geprägt von Pep Guardiola, sowie die individuelle Klasse der Spieler sorgt noch für eine gewisse Dominanz.

Ein weiteres Problem ergibt sich aus der Akte von Thomas Müller. Aber ganz anders, als es in der Presse dargestellt wird.

Thomas Müller: nicht ob, sondern warum?Thomas Müller

Das Thomas Müller mal nicht spielt, das ist nicht überraschend. Wenn er aber nicht wirklich weiß, warum er nicht spielt, dann ist das ein Problem. Es zeigt, dass die Kommunikation zwischen Spieler und Trainer, zumindest im Fall Müller, nicht einwandfrei ist.
Da man stark davon ausgehen kann, dass Müller nicht zu schüchtern ist, um mal nachzufragen, kann man sich die internen Ausmaße nur ausmalen: wie wenig wird mit ruhigeren Spielern gesprochen?

Das sollte ein Thema sein. Und nicht eine sinnlose Diskussion über einen möglichen Stammplatz für Thomas Müller.

Ein Maskottchen als Sportdirektor?

Die Verpflichtung von „Brazzo“ als Sportdirektor kam überraschend. Die Zweifel daran, dass er wirklich einmal einen Charakter wie Matthias Sammer ersetzen könnte, waren weniger überraschend.
Neben einem „Rauchverbot“ war das Verbot von Auslandreisen für die Spieler ein ganz großes Thema. Die Bilder der Spieler in den sozialen Medien, gepostet während der Länderspielpause, sprechen allerdings eine andere Sprache.

Derzeit ist also eher nicht damit zu rechnen, dass ausgerechnet Hasan Salihamidzic aus der Reihe tritt um als erstes den Finger in die Wunde zu legen. Genau das war aber die Stärke von Matthias Sammer, dessen Rolle völlig ungerechtfertigt in der Öffentlichkeit stets hinterfragt wurde.

Robert LewandowskiLewandowski: Unzufrieden und Wechselwillig

Robert Lewandowski hat einen genauen Karriereplan. Der hat große Stufen und führt direkt bis ganz nach oben. Die Rückschritte des FC Bayern München gehören nicht zu seinem Plan. Und der Pole ist auch kein Mann, der das Vereinswappen küsst und der Meinung ist, da müsse man dann jetzt mal gemeinsam durch.

Öffentlich kritisierte er jüngst, dass dem Verein keine 40-Millionen-Euro Transfers mehr helfen würden und man tiefer in die Tasche greifen muss, um den Anschluss nicht zu verpassen.
Außerdem erklärte er bereits, dass Verträge überhaupt nichts wert sind, wenn ein Spieler wechseln wollen würde.
Lewandowskis Vertrag läuft bis 2021. Seine letzten Interviews, allen voran das aktuelle Gespräch mit SPIEGEL, setzten den Verein unter Druck und sprechen eine klare Sprache: entweder Ihr tut was, oder ich bin schneller weg, als ich die 5 Tore in einem Spiel geschossen habe.

Viele Baustellen, kein Vertrauen

Es gibt viele Baustellen beim FC Bayern München. Und die sind nicht erst seit der Niederlage gegen Hoffenheim bekannt. Das Spiel war nur ein Anlass, darüber mal wieder zu sprechen.
Das Vertrauen darin, dass die derzeitige Konstellation diese Baustellen abarbeiten kann, besteht nicht. Gegen eine faustdicke Überraschung im positiven Sinne hätte man als Fan des FC Bayern München sicherlich nichts einzuwenden. Aber allein der Glaube daran fehlt derzeit einfach.

Bilder: FC Bayern München, Screenshots

 

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