Strohfeuer oder Initialzündung? | #WM2018 #GERSWE

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Wer in den Sekunden vor Toni Kroos` Freistoß noch einen Cent auf den Sieg der deutschen Nationalmannschaft gewettet hätte, möchte ich gratulieren. Wer mit solch einen Optimismus durch das Leben geht, muss ein glücklicher Mensch sein.

Strohfeuer oder Initialzündung?
Diese Frage sollte man eigentlich so kurz nach diesem Spiel gar nicht stellen. Aber bis Mittwoch, 16 Uhr, ist es nicht mehr so lang hin. Wenn das Spiel unserer Jungs gegen Südkorea angepfiffen wird, müssen wir sie uns aber stellen. Und die Spieler haben alles in der eigenen Hand, um uns diese Frage zu beantworten.
Ich hoffe natürlich, dass der Knoten endlich geplatzt ist. Ähnlich wie 2006 in Dortmund, als Odonkor über die rechte Seite nach innen flankte und Neuville uns im Spiel gegen die Polen erlöste. Und da uns diesmal kein Italien das Halbfinale versauen kann, wäre zumindest dieser Stolperstein nicht im Weg. Aber soweit will ich nicht denken, noch nicht einmal träumen.

Ich hatte das Gefühl, relativ viele Leute in Deutschland hätten sich gefreut, wenn wir heute ausgeschieden wären. Aber so einfach machen wir es den Leuten nicht.
Toni Kroos, Torschütze zum 2:1 gegen Schweden, nach dem Spiel

Im Sommer 2018 ist Deutschland innerlich zerrissen. Und das spiegelt sich auch im Bezug auf die Nationalmannschaft wieder.
Auf der einen Seite hätten wir die Linksextremen, die darauf hoffen, dass die Mannschaft endlich ausscheiden möge, damit die Deutschland-Flaggen aus den Straßen verschwinden. Das trägt nämlich, laut deren Meinung, zur “Nationalisierung” bei.
Auf der anderen Seite haben wir die Rechtsextremen, denen die Nationalmannschaft nicht “deutsch genug” ist. Sie verweigern jegliche Unterstützung, weil zwei Spieler ein Bild mit Erdogan machten, es dunkelhäutige Menschen im Team gibt oder irgendwer die Hymne nicht mitsingt.
Links und Rechts außen also vereint im gleichen Ziel: unsachliche Argumentation, Stress und Hetze – auch gegen die Nationalmannschaft.

Dieser Brei erhält noch ein Topping von den ewigen Querulanten, die einfach nicht sachlich über das Thema Fussball diskutieren können, sondern nur zufrieden sind, wenn sie gegen alles schießen können, was nicht bei 3 von der Bildfläche verstoßen ist.

Aber gut, wenn dem so ist, dann müssen Toni Kroos und seine Kollegen sich diese Menschen eben als ein “Feindbild” und als Motivation nehmen. So wie 2014 die Journalisten, nachdem Mertesacker ihnen eine Ansage a la “Was wollen Sie eigentlich? Ich gehe jetzt erstmal in die Eistonne” machte.

Man erkennt viele Parallelen, wenn man sie denn optimistisch erkennen will. Und so erkenne ich auch, dass ich mich von den Optimisten angesteckt fühle, die in den letzten Sekunden noch an einen deutschen Sieg geglaubt haben.
Auf geht`s Jungs – ….erst Südkorea und dann denken wir von Spiel zu Spiel.

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