Die Lehren der WM | #WM2018 #WorldCup

91 minute kolumne fussballDie Weltmeisterschaft 2018 in Russland ist noch nicht vorbei. Alles was man jetzt schon sagt, könnte mit nur einer großen Wendung auf den Kopf gedreht werden. Beispielsweise dann, wenn man jetzt den Videobeweis lobt, er im Finale aber völlig versagt.
Vielleicht sollte man deswegen eher von “bisherigen Lehren” sprechen…

  • Warum im Profifussball noch immer auf die Netto-Spielzeit verzichtet wird, ist mir ein Rätsel. Wir reden hier von einem Millionen, nein, Milliarden-Geschäft. Und trotzdem geben sich alle der völlig willkürlichen und unzuverlässigen Zeitmessung hin. Erstaunlich.
    Besonders in Anbetracht der späten Tore, ich komme gleich noch dazu, sollte man sich endlich (!) der Netto-Spielzeit widmen.
  • Der Team-Gedanke scheint mir wichtiger denn je zu sein. Man kennt ja den Spruch “der Star ist die Mannschaft”. Aber tatsächlich scheint eine positive Stimmung im Team und Zusammenhalt häufig genug den Unterschied auszumachen.
    Für Trainer und Sportdirektoren sollten teambildende Maßnahmen wichtiger werden.
  • Ob Deutschland gegen Schweden, Belgien gegen Japan oder Kolumbien gegen England: was in Deutschland oft als “Bayern-Dusel” abgetan wird, setzt sich auch international durch. Man muss wirklich bis zur letzten Sekunde kämpfen und noch daran glauben, alles drehen zu können. Eine Frage des Charakters, vielleicht der Einstellung, die man aber anhand zahlreicher Belege den Spielern immer wieder vermitteln kann.
  • Der Bundesliga sollte es zu denken geben, dass der FIFA ohne größere Anlaufzeit die bessere Variante des “VAR”, des Videoschiedsrichters, gelungen ist. Es geht nicht darum, dass es im Fussball absolut gar keine Diskussionen mehr gibt. Auch Fehlentscheidungen wird man nicht komplett abschalten können. Aber man kann mit vorhandenen Mitteln alles dafür tun, möglichst viele davon zu vermeiden.
    Kurios, dass ausgerechnet der deutsche Schiedsrichter, der schon ein Jahr Erfahrung damit hat, sich augenscheinlich am schwersten tat.
  • Es gibt offenbar keine kleinen Mannschaften mehr. Im Turnier gab es bisher kaum ein Team, welches wirklich gnadenlos überlegen war.
    Ob es daran liegt, dass Spieler der großen Nationen über die Saison viel mehr spielen mussten?
    Das werden wir dann wahrscheinlich während der WM in Katar sehen. 2022 wird das Turnier im Winter stattfinden und die Spieler sollten eigentlich in einer anderen körperlichen Verfassung sein.
  • Oft waren die Spiele zäh und manchmal auch sterbenslangweilig. Aber sie waren eben auch eng und hart umkämpft.
    Für die FIFA dürfte das ein Zeichen sein, dass die Aufstockung der Teilnehmer sportlich fair wäre: wenn alle auf einem ähnlichen Niveau sind, sollte man sie auch antreten lassen.
    Bei aller Panikmache muss man bedenken, dass es auf dem Weg ins Finale lediglich ein zusätzliches Spiel wäre. Die FIFA könnte mit einer Aufstockung des Kaders reagieren. Mehr Arbeit, mehr Personal – völlig normaler Gedankengang.

Deutschland muss seine ganz eigenen Lehren aus der WM ziehen. Darüber wurde jetzt aber schon viel geschrieben. Warten wir ab, was wirklich davon im Fussball ankommen wird.

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One response to “Die Lehren der WM | #WM2018 #WorldCup”

  1. Leselöwe says :

    Ein wichtiges Thema ist die „Netto-Spielzeit“. Das wird immer wieder verhindert von ewiggestrigen Traditionalisten, die bloß den Fußball in seiner Reinform bewahren wollen, wie er bereits 1880 gekickt wurde. Torlinietechnik, VAR…all das sind enorm wichtige Schritte in die Neuzeit, die den Anforderungen des Spiels nur gerecht werden. Eine herunterlaufende Uhr würde nicht nur für eine gerechte Zeitnahme sorgen, sondern auch den Spannungsfaktor steigern.
    Der VAR funktioniert bei der WM reibungslos. In der Bundesliga jedoch hat man zunächst viel zu viel Gebrauch von ihm gemacht, dann aber gefühlt gar keinen mehr. Das war völlig falsch und konnte innerhalb der Saison offenbar, aus welchem Grund auch immer, nicht korrigiert werden. Hoffentlich hat man sich das nun bei der WM einmal angeschaut, um zu sehen, wie man das macht.

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