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Das wahre Schicksalsspiel findet nicht auf dem Spielfeld statt

Wenn heute Abend um 20.45 Uhr das Spiel zwischen der deutschen Nationalmannschaft und Frankreich angepfiffen wird, dann mag das für den einen oder anderen Fußballfan, vielleicht auch für Jogi Löw und seinem Trainerteam, ein Schicksalsspiel sein.
Der deutsche Fußball ist gefühlt am Allerwertesten und wenn Experten oder Fans die Gründe aufzählen, dann können davon einige zutreffen, oder eben auch nicht. Ich glaube nicht, dass es so einfach benannt werden kann, warum es mit der DFB-Elf nicht mehr klappt.

Wichtiger als das Spielergebnis oder der Zukunft des Bundestrainers ist mir auch etwas ganz anderes.
Fast drei Jahre ist es nun her, wo wir einen langweiligen Kick zwischen den beiden Nationen sahen, der zur völligen Nebensache wurde.
Am 13. November 2015. Im Stade de France. Als gegen 21.20 Uhr zwei furchtbar laute Detonationen zu hören waren und man sich unmittelbar darauf wunderte, warum die gezündete Pyrotechnik im Stadion keine Rauchentwicklung verursachte.
Einige Zeit später wurde es klarer: es war nicht im, sondern vor dem Stade de France. Und es war auch keine Pyrotechnik, sondern der Auftakt zu einer furchtbaren Anschlagsserie, die ganz Europa erschüttern sollte.
Unvorstellbar, dass diese schreckliche Nacht hätte noch mehr Opfer haben können, wenn die Attentäter bis ins Stadion mit 80.000 Zuschauern vorgedrungen wären.

Drei Jahre. Das fühlt sich teilweise noch viel länger an. Und auf der anderen Seite ist diese Nacht in der Erinnerung noch allgegenwärtig.
Auf jeden Fall aber zeigt die Erinnerung auf, dass es ein absoluter Luxus ist, sich über Aufstellungen, Taktik, Personalien, Ergebnisse, Titel und all die anderen Themen im Profifußball, aufregen zu dürfen.
Denn das wahre Schicksalsspiel findet stets außerhalb des grünen Spielfeldes statt. Und dort sagt niemand „….nach dem Spiel ist vor dem Spiel.“. Nein, da erfolgt der Abpfiff nur ein einziges mal.

 

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Einfach erklärt: So funktioniert die UEFA Nations League

Wie funktioniert die nations league.jpgTimo Werner versteht die UEFA Nations League nicht so wirklich. Und mit ihm viele andere Menschen auch nicht.
Gar kein Problem, denn ich hatte auch lange Fragezeichen in den Augen und hatte gehofft, die UEFA spielt das einmal durch und verzichtet dann auf weitere Spielzeiten. Es sieht aber nicht danach aus, deswegen versuchen wir uns mal an einer ganz simplen Erklärung.

Die allereinfachste Erklärung für deutsche Fans ist: wenn die Nationalmannschaft alle Spiele gewinnt, wäre es ideal und sie hätte am Ende einen Pokal in der Hand. Punkt.

Und jetzt die etwas längere Erklärung:

  • nations league erklärung.pngDie Nations League ersetzt die Testspiele der europäischen Fussballnationen und sorgt stattdessen für Wettbewerbsbedingungen.
  • Alle 55 Nationen in der UEFA nehmen teil. Sie wurden auf 4 Ligen aufgeteilt.
  • Liga A:
    – 12 Mannschaften, verteilt auf vier Gruppen.
    – Die Mannschaften spielen Hin-und Rückspiel. Der Gewinner bekommt 3 Punkte. Beim Unentschieden ist es 1 Punkt.
    – Der Sieger der Gruppe spielt im Halbfinale, die Sieger daraus im Finale der Nations League. Am Ende steht der Sieger fest.
    – Gruppenletzte steigen in die Liga B ab.
  • Liga B, C, D:
    – In den drei unteren Ligen werden die Nationen ebenfalls auf Gruppen verteilt und spielen im gleichen Hin-und Rückspiel Modus.
    – Die Gruppenersten steigen auf, die Gruppenletzten steigen ab.
  • Qualifikation für die Europameisterschaft
    – Wer in der EM-Qualifikation versagt hat, darf auf die Nations League hoffen. Die Gruppenersten der Liga B, C und D haben nämlich die Möglichkeit, sich über Playoff-Spiele für das Turnier zu qualifzieren.

Das war es auch schon. Wenn das nun Timo Werner geholfen haben sollte, seinen Job etwas besser zu verstehen, oder Dir dabei geholfen hat, Dein Fan-Dasein etwas leichter zu machen, dann würde ich mich freuen, wenn Ihr den Artikel einfach mal in den sozialen Medien teilt. Vielen Dank und gutes Spiel!

 

Was nun, FC Bayern München?

Der Prozess war schleichend, aber wenn ich ihn erkennen kann, warum dann nicht die Verantwortlichen des FC Bayern München? Die sind mit ihrer jahrzehntelangen Erfahrung hautnah an der Mannschaft und verdienen ihr Geld damit, können sich also voll darauf konzentrieren, derartige Tendenzen zu erkennen.

Die „Ausrutscher“-Reaktion nach dem Spiel gegen Augsburg war das Alarmsignal. Danach fiel die Kurve des FC Bayern München stetig weiter ab. Und wir sind bereits jetzt an einem Punkt angekommen, wo man zwischen Ratlosigkeit und bangender Hoffnung schwankt.

Die Fehleinschätzungen in der Kaderplanung kann man momentan nicht wieder ausbügeln. Und es wurden Fehler gemacht. Wir reden hier vom Verkauf wichtiger Ersatzspieler wie Juan Bernat, der jetzt schmerzlich vermisst wird. Oder von Kämpfertypen wie Vidal, die jetzt auf dem Platz Zeichen setzen könnten. Oder generell von der Annahme, der FC Bayern hätte plötzlich keine Verletzten mehr und man würde mit einem kleinen Kader durch die Saison kommen.
Das dann auch noch Spieler nicht die korrekten Aufgaben vermittelt bekommen, ist schon fast tragisch. Die Verlängerung mit Ribery und Robben war richtig, wenn man ihnen die Aufgabe vermittelt, wichtiger Bestandteil der Ausbildung von Gnabry und Coman zu sein. Stattdessen werden zusätzliche Kameraleute abgestellt um zu sehen, wie die alten Herren bei jeder Ein-/Auswechslung reagieren. Lächerlich.

das handy von uli hoeneß.jpgDie einfachste und schnellste Lösung für dieses Problem scheint im Profi-Fußball der Austausch des Trainers zu sein. Und hier zeigt sich das nächste Problem des FC Bayern München. Um das zu veranschaulichen, habe ich links ein Symbolbild für das Handy von Uli Hoeneß angefertigt.

Was ist, wenn der Verein Niko Kovac nun wirklich entlassen muss, weil er die Kabine – wie es immer so schön heißt – nicht mehr im Griff hat?
Und bitte, lasst endlich den Jupp Heynckes aus dem Spiel. Darüber kann man mal Witze machen, aber doch nicht ernsthaft erwarten, dass der gute Mann sich schon wieder opfert.
In der Vergangenheit hat man bereits Thomas Tuchel und Julian Nagelsmann verloren, weil man zu lange zögerte. Ralph Hasenhüttl ist nun die Nummer 3 auf dieser Liste. Und der steht wohl unmittelbar vor einer Verpflichtung durch Bayer Leverkusen oder dem VfB Stuttgart.
Sollte man sich also dazu entschließen Niko Kovac eine weitere Bewährungsfrist einzuräumen, wäre der nächste Trainerkandidat vom Markt. Niemand wartet mehr darauf, dass Uli Hoeneß oder Konsorten anrufen und dann vielleicht, eventuell, möglicherweise… einen Job übrig hat.

Was kommt denn da noch nach?
Vom Gehalt abgesehen lässt Mourinho sich wahrscheinlich eher nicht so gern von den Bayern-Bossen in seine Arbeit reinreden. Und bevor die ihre eigenen Egos runterschrauben, muss der Gerland das alleine machen.
Auch Zidane wird es eher etwas globaler und mit mehr Nullen auf dem Gehaltsscheck bevorzugen.

Miro Klose könnte man von der U21 abziehen und die Profimannschaft trainieren lassen. Warum man dann aber mal davon ausging, Nagelsmann wäre dafür zu unerfahren, erschließt sich mir nicht.

Wie man es dreht und wendet, der Verein braucht endlich wieder einen klaren Kopf und schnelle Entscheidungen. Und ehrlich gesagt traue ich das den bisherigen Verantwortlichen – zum Teil – nicht mehr zu.