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„Breitner vs Hoeneß“: Wer stoppt den FCB-Präsidenten?

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Sieht man derzeit ziemlich oft: die berühmte „Trotzlippe“ von Uli Hoeneß

Bevor ich ein paar Sätze zum Thema «Paul Breitner vs Uli Hoeneß» schreibe, möchte ich erst einmal meine persönliche Meinung zu der Person Paul Breitner, wie ich sie über mediale Wege wahrnehme, sagen.

Wenn Herr Breitner den Mund aufmacht und anfängt zu reden, dann schlafen mir gefühlt die Füße ein. Das ich nicht ganz einschlafe, das liegt einzig und allein daran, dass ich mich durchweg über ihn aufrege. Ich kann das nicht beschreiben. Aber seine Art und Weise hat eine gewisse Selbstgefälligkeit, die unerträglich ist. Paul Breitner könnte einen anderen Menschen loben und trotzdem zwischen den Zeilen, oder nein, vielleicht ist es eher der Tonfall oder die Art zu sprechen, aber ja, er könnte sich während eines Lobes für einen anderen Menschen selbst noch einen Thron bauen.
Ob dieses Bild meinen Eindruck nun so zutreffend beschreibt, kann ich nicht garantieren. Wahrscheinlich kommt das nur bei einem Menschen an, der ihn ähnlich empfindet und es deswegen nachvollziehen kann.

Aber alles in allem soll das überhaupt nicht respektlos gegenüber Paul Breitner sein. Es soll vielmehr klarmachen, dass zwischen uns – natürlich auf einem einseitigen Wege – die Chemie nicht stimmt. Und ich deswegen eigentlich gar kein Interesse daran hätte, ihn zwingend zu verteidigen oder aus ihm, wie Hoeneß es nun erklärte, einen Märtyrer zu machen.

Nun zum eigentlichen Thema, welches nur sogenannte Fakten enthält, die bisher öffentlich bekannt sind. Die meisten davon kann man in Form von Berichten über die Jahreshauptversammlung des Vereins und eines Fan-Club Besuches von Uli Hoeneß am 2. Dezember 2018 entnehmen. Dies nur der Vollständigkeit halber.

Laut diesen Informationen hat der FC Bayern München damals Paul Breitner als Markenbotschafter eingestellt. Er soll für etwa 15-20 Vorträge vor Sponsoren das Gehalt von etwa 2 Millionen Euro bekommen haben.
Wenn ich die Aussagen von Uli Hoeneß richtig verstanden habe, dann gab es zwischen Breitner und Rummenigge Differenzen nach irgendwelchen Auftritten oder Aussagen in der Presse. Breitner schmiss den Job als Markenbotschafter hin.

2 Millionen Euro für ca. 20 Vorträge. Es gibt sicherlich Jobs, die sind schlechter bezahlt. Aber das ist nicht das Problem von Paul Breitner.
Wenn der Verein heute mit dem Angebot zu mir kommen würde, ich solle für 10 Millionen jährlich nach dem Training die Bälle einsammeln, würde ich diesen Job auch annehmen.
Vielleicht muss man diese 2 Millionen Euro aber sinnbildlich auch als Schweigegeld ansehen. Zumindest gab es damals öfter mal von Fans zu lesen, der Verein wolle sich mit diesem Arbeitsvertrag vor allem auch Ruhe erkaufen, weil Breitner ihre Arbeit zu häufig öffentlich kritisiere.

Wie auch immer…

Das Breitner nun von der Ehrentribüne geworfen wurde, soll nicht von Hoeneß allein so bestimmt worden sein. Er habe außerdem schon seit 5 Jahren keinen Kontakt mehr zu ihm, weswegen sich der Kollege Dreesen um das Telefonat mit Breitner gekümmert haben soll. Die Beiden hatten sowieso häufiger miteinander zu tun.

Nun geht es aber immer noch um die Frage, warum man einen Ex-Spieler, Ehrenspielführer und Inhaber einer solchen „Ehrentribünen-Eintrittskarte auf Lebenszeit“ überhaupt rauswerfen will?

Das erklärte Hoeneß auch: weil der sich in der Presse negativ über den FC Bayern München, wahrscheinlich eher über die Arbeit der Bosse, äußerte.
„Deswegen waren wir so böse.“, so Hoeneß auf dem besagten Fan-Club Treffen.

Ja heilige Scheiße, was ist das denn für eine Art und Weise? Ein deutlicheres Anzeichen dafür, dass Hoeneß in einer Filterblase lebt, in der Kritik nicht nur inakzeptabel ist, sondern fast schon als Gotteslästerung angesehen wird, gibt es wohl kaum.
Ob dies auch auf Karl-Heinz Rummenigge zutrifft, mag ich an dieser Stelle nicht beurteilen, da müsste man ihn erst selbst die Möglichkeit geben, sich dazu zu äußern. Und das müsste man dann auch noch einmal besonders bewerten, da er derzeit wohl eher nicht den Frieden mit seinem Vereinspräsidenten Hoeneß gefährden möchte.

Man merkt zunehmend, dass Uli Hoeneß keinen klaren und realistischen Blick mehr auf sein eigenes Verhalten hat. Sei es nun in der berühmt-berüchtigten Pressekonferenz, in der er zeitgleich mehr Respekt vor Spieler einfordert und dann einen Ex-Spieler gnadenlos und unberechtigt an die Wand nagelt.
Oder ganz aktuell, wo er die vielen Kritikpunkte eines Vereinsmitglieds mit den Worten „….auf diesem Niveau diskutiere ich nicht…“ abtat und eine Stellungnahme förmlich verweigerte.
Hoeneß erklärte im Zusammenhang dieser ganzen Entwicklungen auch, es sei ein Versuch, seinen – Zitat: „tadellosen Ruf  als Manager zu schaden“. Natürlich hat er als Manager beim FC Bayern Sensationelles geleistet. Aber seine Fehltritte kann man einfach nicht losgelöst davon betrachten. Seine Haftstrafe scheint Hoeneß mittlerweile völlig verdrängt zu haben.

Auch die Entscheidung Oliver Kahn als möglichen Kandidaten auf einen Job in der Vereinsführung zu nennen, wahrscheinlich um die Stimmung positiv zu beeinflussen, nur um dann später klarzustellen, er würde – wenn – dann irgendwann in zwei Jahren oder so… als Nachfolger von Rummenigge kommen und solange wolle man ihn „…warm halten…“, war mindestens fragwürdig, eher sogar noch fahrlässig.

Über die Gründe kann man nur spekulieren. Ich persönlich bezweifele, dass es sich ausschließlich um das eigene Ego dreht. Mein Gespür, oder vielleicht auch mein Glauben an das Gute, sagt mir, da könnte es noch einen anderen Grund geben. Es wäre aber anmaßend, hierauf näher einzugehen.

Eins bleibt dabei aber unverändert: Hoeneß droht nicht nur dem Verein nachhaltig zu schaden, sondern auch sich selbst. Seine Verdienste in der Vergangenheit sind überhaupt nichts wert, wenn er so alles zerstört, was er einst mit seinen eigenen Händen aufbaute.
Im Umfeld und Verein muss irgendwer aufstehen und dem ein Ende setzen. Bevor es zu spät ist.

 

 

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Es wird Zeit, FC Bayern…

Verlieren wir gar nicht erst viele Worte und sagen es direkt so, wie es ist: der FC Bayern München steckt mindestens knietief in der Scheiße.
Der Verein ist finanziell gesund aufgestellt und könnte grundsätzlich mit einer Saison in der Euro League klarkommen, aber das würde Konsequenzen nach sich ziehen. Es muss viel Geld in den Kader investiert werden und um die Verpflichtung eines neuen Trainers wird man wohl auch nicht herumkommen. Die Spitzenspieler sind aber teuer und haben zwischen den Millionen der Investoren mittlerweile eine große Auswahlmöglichkeit. Und namenhafte Trainer haben wahrscheinlich auch eher keine Lust auf die Euro League, sondern wollen lieber dorthin, wo ihnen genug bezahlt wird und sie die freie Auswahl an Spitzen-Transfers haben.

Es sind in erster Linie Personalien, die in der nächsten Zeit geklärt werden müssen. Vielleicht hätte man mir schon einmal ein vernünftiges Angebot machen sollen, um als externer Berater einzusteigen: es ist nämlich alles genau so gekommen, wie ich es an verschiedenen Stellen beschrieben habe.
Angefangen vom viel zu kleinen Kader, bei dessen Kalkulation man von einer nahezu 100%tigen Verletzungsfreiheit ausgegangen ist. Dann über die falschen Lobeshymnen in der Anfangsphase und erst Recht die „…kann ja mal passieren…“-Stimmung nach dem Augsburg-Spiel. Vom „AHA“-Effekt nach Augsburg-Hertha-Ajax mal ganz zu schweigen…

Nun, der FC Bayern München wird das hier nicht lesen, Hoeneß müsste ich das schon per Fax schicken, und selbst wenn, dann würde das mit dem Angebot natürlich nie eintreten. Schade eigentlich. Aber kommen wir stattdessen zu den anderen Personalien.

Niko Kovac ist das erste Opfer. Man muss die laufende Saison retten. Und in dieser Zeit kann man weder die Mannschaft neu aufstellen, noch die begangenen Fehler der Bosse rückgängig machen. Das einzige Mittel ist also ein Trainerwechsel.
Mein Mitleid mit Kovac hält sich aber in Grenzen, denn er hat vollmundige Versprechen abgegeben, von denen er keines halten konnte. Man muss sich den Job schon in beiden Richtungen zutrauen: sportlich, aber auch mit entsprechenden Mut für die internen Angelegenheiten.

Hasan Salihamidzic ist überflüssig. Das klingt menschlich gesehen hart, ist doch aber nur ein Fakt. Wenn die Bayern-Bosse jemanden brauchen, der für Pressebilder bei Vertragsabschlüssen für Jugendspieler in die Kamera grinst, dann sollen sie den Pressesprecher nehmen, der dürfte dann wahrscheinlich eh vor Ort sein und man spart sich das Augenrollen bei Medien und Fans.
Spätestens nachdem er bei der berüchtigten Pressekonferenz noch nicht einmal ungestört eine Frage beantworten durfte, kann mir doch niemand mehr ernsthaft erzählen wollen, dass er als Sportdirektor intern auch nur annähernd etwas entscheiden darf oder sogar ernstgenommen wird.

 

Uli Hoeneß will unbedingt noch weitermachen. Davon kann ihn wahrscheinlich nichts abhalten, obwohl es wirklich an der Zeit wäre. Aber dann sollte man ihm auch endgültig klarmachen, dass er ab sofort den Ball nicht nur flach halten, sondern unberührt lassen soll. Kann oder will er das nicht, muss er halt sofort zurücktreten.

 

Karl-Heinz Rummenigge sollte sich auf die Geschäfte des Vereins konzentrieren und langfristig einplanen den Posten des Präsidenten zu übernehmen.

Wer die Nachfolger als Trainer, Sportdirektor oder in der Vereinsführung werden könnte, möchte ich mir derzeit nicht anmaßen aufzuzählen. Man kann zwar eine Menge Namen in die Runde werfen, aber vor allem müsste man mit diesen Personen auch mal persönlich sprechen und sich ihre Ideen anhören. Dann wird man auch schnell merken, wer wirklich eine Idee hat und dafür brennt, oder wer einfach nur auf Bock auf einen Job beim – noch – größten und erfolgreichsten Verein in Deutschland hat.

Es ist nicht tragisch, wenn der FC Bayern München mal keinen Titel holt. Aber der Grund muss sinnvoll sein. Beispielsweise wäre das gegeben, wenn der Verein einen kompletten Umbruch mit hochtalentierten, jungen Spielern vollzieht, die noch ihre Zeit brauchen. Oder wenn der Verein 12 neue Spieler integrieren muss, das Team erst nach einer Saison richtig zusammengewachsen ist.
Aber wenn man mit offenen Augen ins Messer rennt und dabei stolz herumbrüllt, wie toll und wichtig man doch sei, dann darf, soll und muss man das kritisieren und ist deswegen trotzdem kein „Erfolgsfan“.

Und abschließend noch der Hinweis darauf, dass dieser Kommentar unter Berücksichtigung des Artikels 5 des Grundgesetzes geschrieben wurde: Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten….
Man weiß ja nie, wer auf die Idee kommt diesen Text per Fax an irgendwelche Personen weiter zu leiten.

SPIEGEL & Lisa Müller: Grundgesetz macht FC Bayern das Leben schwer

Wenn man beim FC Bayern München gerade gern etwas abschaffen würde, dann wäre es wohl das Grundgesetz. Fürchterliche Erfindung.
Gerade erst hatte man es für sich entdeckt, eröffnete die peinliche Pressekonferenz mit einem Zitat des Grundgesetzes und schon nervt dieses Ding an allen Ecken und Kanten.

Pressefreiheit
Zum einem hätte wir da gerade die veröffentlichen „Football Leaks“, die in Deutschland vom Spiegel groß aufgezogen wurden.
Da war zu lesen, die Bayern hätten die Absicht (gehabt), eine Art „Elite-Liga“ aufzubauen und wollten die Bundesliga verlassen. In einer eiligen Pressemitteilung hieß es dann: nein, nein, wir stehen zur Bundesliga.
Jüngst hatte man aber noch gedroht alles mit rechtlichen Mitteln zu verfolgen, was so an falschen News verbreitet wird. In der Pressemitteilung stand noch nicht einmal ein vorsichtiges „wir behalten uns rechtliche Schritte vor“. Wenn man nun 1+1 zusammenzählen kann, ….

Meinungsfreiheit
So rund 24 Stunden später, der Verein wurschtelt gerade im eigenen Stadion gegen Freiburg rum, entdeckt Lisa Müller auf einmal die Meinungsfreiheit. Auf Instagram kommentiert sie die Einwechslung ihres Mannes Thomas mit den Worten: „Mehr als 70 Min. bis der mal n Geistesblitz hat“. Unterstrichen mit einem Emoji, der sich an den Kopf fasst.

Ja, darf die Frau Müller das denn? Verfluchte Meinungsfreiheit aber auch!?

SKY könnte vielleicht meckern, weil die das Recht am Bild haben. Aber die werden den Teufel tun, denn so eine Schlagzeile ist mehr wert, als das Urheberrecht an einem Bild aus dem Stadion.

 „Es wurde auch an mich herangetragen inzwischen. Ich denke, das war aus der Emotion heraus. Ich finde das hinterher jetzt auch nicht glücklich. Aber sie liebt mich halt.“
Thomas Müller nach dem Spiel

Ja, richtig. Und damit wären wir auch schon bei der moralischen Frage: natürlich darf sie das!
Lisa Müller ist jetzt nicht unbedingt als „Fame Bitch“ bekannt, die jede Gelegenheit nutzt um sich ein bisschen Aufmerksamkeit, sei es nur in den sozialen Medien, zu sichern.
Es war eine echte, pure Emotion. Herrlich! Wir haben im Fußball doch eh schon so wenig davon.

Und dann wäre da aber noch eine Seite der Medaille, die noch aufschlussreicher ist…
Wenn Frau Müller in der Situation so reagiert, dann kann man sich ungefähr ausmalen, wie der ungefilterte Eindruck vom Trainer Kovac im Hause Müller ist.
Und wir sprechen hier nicht von Franck Ribery, der bei der kleinen Kleinigkeit zutiefst beleidigt ist und im Büro von Hoeneß sitzt… Wir sprechen hier von Thomas Müller, der durchaus für seine professionelle Einstellung bekannt ist. Aber wenn sogar der jetzt in Verdacht gerät nicht besonders positiv über den Trainer zu denken, dann werde ich schon mal hellhörig. Und das sollte den Pressevertretern oder anderen Fans auch nicht entgangen sein.

Und wem hat man das nun zu verdanken? Diesem verdammten Grundgesetz. Schon wieder. Schon schlimm…