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0:1 gegen Dorf-Verein: FC Bayern, das war nichts!

„Niko Kovac bereitet die Mannschaft professionell vor. Wir nehmen das Spiel ernst, wollen erst mal ein paar Tore machen.“
Hasan Salihamidzic

Der Pokal hat seine eigenen Gesetze. Natürlich. Es zählt nur, dass man in die nächste Runde kommt. Verständlich. Titelverteidiger Frankfurt ist sogar ausgeschieden. Klar.
Wenn man beim FC Bayern München diese Denkweise vertritt, dann sollte man wohl ganz schnell die gegenwärtige Einstellung überdenken.
Fangen wir gar nicht erst mit den seltsamen Transferentscheidungen an. Oder damit, dass Kovac die Mannschaft eigentlich taktisch flexibler spielen lassen wollte. Und mit dem «…jeden Spieler ein bisschen besser machen…», dieses Zitat, über das auch Jürgen Klinsmann einst stolperte, erwähnen wir lieber auch nicht.

Wenn man gegen Frankfurt im Supercup gewinnt, dann ist das ganz nett. Wenn die kurz darauf auch gegen Ulm aus dem Pokal fliegen, sollte man das wohl relativieren. Und vom Testspiel-Gekicke gegen den Hamburger SV … lassen wir das mal so stehen.

Es ist bestimmt nicht der Anspruch des FC Bayern München, in der ersten Runde des DFB Pokal mit nur einem glücklichen Tor gegen einen Dorf-Verein zu gewinnen.
Kovac hat die Mannschaft nicht flexibler gemacht.
Kovac hat keinen Spieler besser gemacht.
Stand jetzt.
Und die Zeit dafür ist praktisch schon abgelaufen, denn die Saison beginnt nicht erst mit dem ersten Spiel in der Bundesliga.

Hilfreich wäre es, wenn der Verein endlich erkennen würde, dass man aus dem aktuellen Kader eben nicht mehr unendlich viel Qualität herauspressen kann. Stattdessen wird mit Rudys Verkauf der gefühlte Ausverkauf weiter vorangetrieben.
Optimismus ist zur Zeit leider nicht verfügbar. Versuchen Sie es später noch einmal.

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Die 1. Standortbestimmung | #SGEFCB #Supercup

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Ist Niko Kovac der richtige Trainer für den FC Bayern München?
Hat der FC Bayern München mit seiner umstrittenen Transferpolitik richtig gelegen?
Haben die deutschen Nationalspieler im Kader die WM in Russland wirklich verarbeitet?

Auf diese Fragen wird es heute Abend keine abschließenden Antworten geben. Aber es wird eine erste Standortbestimmung werden, wenn der FC Bayern München im Supercup auf Eintracht Frankfurt trifft.

Im Vorfeld zum ersten Titelkampf des Vereins ist Niko Kovac zumindest schon einmal einen Schritt zurückgerudert. Wo er vorher davon sprach, die Mannschaft müsse taktisch flexibler spielen lernen, klang das auf einer Pressekonferenz schon wieder etwas relativierter.
Wenn er jetzt noch sein Vorhaben verwirft, jeden Spieler etwas besser machen zu wollen, dann hat er die komplette Aufbruchstimmung über Bord geworfen. Unterm Strich bliebe dann nur noch ein «…wir machen mal so weiter und gucken was am Ende so rumkommt…».

Gemäß den Ansprüchen des Rekordmeisters zählt heute Abend nur ein eindeutiger Sieg gegen Eintracht Frankfurt. Alles andere wäre ein Warnsignal, ein herber Rückschlag, oder sogar eine mittlere Katastrophe. Je nachdem, wie es dann am Ende ausgeht.
Willkommen in der Saison 2018-2019, in der vielleicht die Anzahl der Spieler im Kader geringer wurde, aber garantiert nicht der Erfolgsdruck.

So wird es nichts: #FCBayern mit seltsamer Transferpolitik

91 minute kolumne fussballDer FC Bayern München sprach schon vor einigen Wochen davon, dass man den Kader eher verkleinern wolle und keine großen Transfers geplant seien.
Aber gehen wir nicht alle noch heute davon aus, dass der Verein das nicht ernst gemeint haben kann und hoffen darauf, dass man sich in diversen Verhandlungen einfach nur gut positionieren will?
Das muss so sein. Denn ansonsten frage ich mich, warum der Rekordmeister sich freiwillig auf die Reise in eine Kamikaze-Saison begibt.

Meine persönliche Wunschvorstellung eines idealen Kaders sieht die doppelte Besetzung einer jeden Position vor. Alternativ zwei gleichwertige Teams, die man mit unterschiedlichen Formationen spielen lassen könnte. In der dritten Reihe könnten Jugendspieler auf die etablierten Stars Druck ausüben. Dazu zählt auch, dass bei Verletzungen oder Spielpausen der Erstbesetzung die Jungen eingewechselt werden und Erfahrungen sammeln dürfen, sofern es nur irgendwie im Saison-Alltag möglich ist.

Der FC Bayern entfernt sich gerade meilenweit von dieser Idealvorstellung. Stattdessen stellt man gefühlt alle Spieler ins Schaufenster. Wenn nur an der Hälfte der Gerüchte ein Funken Wahrheit sein sollte, geht es derzeit beim FC Bayern zu, als sei man auf einen Basar.
Rudy könnte zu Leipzig wechseln. Boateng wird mehr oder weniger dazu gedrängt, endlich einen entsprechenden Verein zu finden. Vidal soll kurz vor dem Absprung stehen und Thiagos Verkauf wird auch nicht ausgeschlossen.
Selbst wenn nicht alle Spieler von dieser Liste verkauft werden, so dementiert aber auch niemand einen möglichen Transfer und gibt ihm das Vertrauen, er sei unverkäuflich. Auswirkungen auf die Psyche? Unbekannt. Aber wahrscheinlich eher nicht positiv.

Rechnet man jetzt noch dazu, dass Robben und Ribery nicht mehr voll leistungsfähig sind und mehrere Verletzungspausen haben dürften, dünnt sich der Kader noch weiter aus. Auch Martinez und Coman sind häufiger mal über einen längeren Zeitraum verletzt.
Hinzu kommt, dass Alaba irgendwie auch schon mal motivierter zu Werke ging, wir noch nicht wissen können, wie Goretzka und Gnabry beim FC Bayern einschlagen werden und über den Zustand der deutschen WM-Fahrer kann man auch nur spekulieren.
Natürlich sind da einige Faktoren bei, mit denen man einfach leben muss. Wenn man aber die Gesamtsituation sieht, dann fragt man sich schon, wie es zu Aussagen wie «…natürlich wollen wir auch in der Champions League wieder angreifen und um den Titel mitspielen…» kommen kann. «Stand jetzt…» wäre es für mich persönlich schon eine große Leistung, wenn man die deutsche Meisterschaft erneut gewinnt oder im Pokal den Titel holt. Aber spätestens auf europäische Bühne sehe ich große Probleme auf uns zukommen.