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91. Minute verschiedet sich von Facebook

91 minute kolumne fussballEin Hinweis in eigener Sache.

Die Facebook-Seite von 91. Minute wird in den nächsten Tagen gelöscht.

Eine ausführliche Begründung findet Ihr auf der Seite 9:35 Uhr, die ich an dieser Stelle nicht exakt wiederholen möchte.

Kurz gesagt hält Facebook ordentlich die Hand auf, wenn man möchte, dass die Follower – die ja eigentlich deswegen einer Seite folgen – auch wirklich die Postings angezeigt bekommen.
Für gewerbliche Seiten mag dieses Geschäftsmodel ja in Ordnung sein, für Anbieter ohne finanziellen Interessen ergeben diese Facebook-Seiten dann allerdings keinen Sinn mehr.

Dies betrifft ausschließlich die Seite auf Facebook. Die eigentliche Internetseite, nämlich diese hier, wird weiterhin online bleiben.

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Halbzeitshows in der Bundesliga?

91 minute kolumne fussball

Das Thema „Halbzeit-Shows“ dominiert neben diversen Transfergerüchten, die überwiegend aus Mangel an Neuigkeiten von den Medien selbst gestreut werden, die herrschende Sommerpause.
Nachdem sich der FC Bayern München mit dem Auftritt von Anastacia, oder vielmehr mit dem Abbau der Bühne, ein echtes Desaster erlaubte, folgte auch noch das Pfeifkonzert von Helene Fischer in Berlin. Kein Wunder also, dass es hier noch Gesprächsbedarf gibt.

Völlig weltfremd sind bei dieser Diskussion die ganzen „Kommerz“-Argumente. Fakt ist doch, dass der Spielbetrieb bei den Profis u.a. wegen der Gehälter, notwendigen Sicherheitsvorkehrungen und modernen Spielstätten nicht mehr aus der Vereinskasse bezahlt werden kann. Und wenn der Fan weiterhin echte Topspieler auf internationalen Niveau in der Bundesliga sehen will, dann muss man auch über deren Finanzierung sprechen. Eintrittspreise sollen unten bleiben, sonst wird sich sofort beklagt. PayTV ist grundsätzlich zu teuer. Und irgendwelche Spiele ins Ausland zu verlagern, um dort Kasse zu machen, das trauen sich die Verantwortlichen scheinbar schon gar nicht mehr.

Allerdings muss man sagen, dass die Halbzeitshows zwar einen gewissen Unterhaltungswert haben, aber völlig unnötig sind.
Im öffentlich-rechtlichen Fernsehen wird die Halbzeitpause in der Regel für Nachrichten und kurze Analysen genutzt. Im PayTV um noch ein paar Euro mit Werbung zu verdienen, gefolgt von kurzen Interviews, Wiederholungen oder anderen Gesprächen.
Die Sender müssten schon ziemliche Abstriche machen, um da noch einen musikalischen Programmpunkt hinzufügen zu können.
Ein Auftritt, der nur für die Stadionbesucher eingeplant wird, lohnt sich nicht. Die Fans im Stadion wollen es gar nicht sehen, nutzen außerdem die Zeit lieber für den obligatorischen Gang zur Toilette, kaufen sich Getränke und Snacks.
Dadurch verliert sich auch der Promo-Effekt für Musiker, die somit nur für 20, 30 oder vielleicht sogar 40 tausend Menschen auftreten. Die meisten Künstler würden mit einem Facebook Posting mehr Menschen erreichen.

Wenn sich also jemand ernsthaft Gedanken um eine richtige Halbzeitshow machen möchte, sollte er die logischen Fakten berücksichtigen.
Eine Alternative wären da wohl nur musikalische Beiträge vor den Spielen.  Aber selbst das funktioniert nur, wenn die TV-Sender mitspielen. Das ZDF zahlt beispielsweise hohe Summen für die Übertragung des Champions League Finales, geht dann aber erst 20 Minuten vor Anpfiff des Spiels auf Sendung. Vorberichte Fehlanzeige. Warum auch Sendezeit damit füllen? Immerhin kommt dank der Rundfunkgebühr genügend Geld in die Kasse, dass man sich um solche Kleinigkeiten gar keine Gedanken machen muss.

Und dann bleibt da natürlich noch der traditionelle „es geht nur noch ums Geld“-Fan. Der könnte einfach mal in die unteren Ligen und Klassen reinschauen. Dort machen sie noch Luftsprünge, wenn mehr Leute zu den Spielen kommen und sie hier und da noch 5 Euro mehr durch ein verkauftes Würstchen mit Getränk verdienen. Es wäre also eine Win-Win-Situation.

Rangnicks "Kader-Revolution" ist ein alter Hut | #RBLeipzig

Als nach der Weltmeisterschaft 2014 die Belastung der Spieler in den Fokus geriet, schrieb ich in mehreren Artikeln über die mögliche Lösung des Problems. Um es mal in Stichpunkten zu verdeutlichen:

  • Die Vereine nehmen durch die häufigeren Spiele mehr ein. Der höhere Umsatz wird in der Regel in höhere Spitzengehälter von Spieler investiert.
    Sinnvoller wäre es, die Ausgaben auf einen breiten und ausgeglichenen Kader zu verteilen.
  • Ein Kader, der jede Position mindestens doppelt und möglichst gleichwertig besetzt, bietet die Option zwei gleichstarke Teams aufzustellen. Würde man diese Teams konsequent bestehen und sich abwechseln lassen, könnte man die Belastung mit sofortiger Wirkung um 50% verringern.
  • Am Beispiel des FC Bayern München habe ich zu dieser Zeit bereits aufgezeigt, dass, mit einer vergleichsweise geringen Investition, die Option zweier Mannschaften bereits vorhanden waren.

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Das Thema „Belastung der Spieler“ bietet natürlich noch immer Diskussionsbedarf. Und ich staunte nicht schlecht, als „Professor“ Ralf Rangnick heute mit einer ganz neuen und spektakulären Idee in den Medien zitiert wurde: RB Leipzig könnte theoretisch einen 2. Kader aufbauen, um die Belastungen auf internationaler Bühne stemmen zu können.
Die Tendenz, so hieß es, würde ja schon dazu hingehen. Aber vielleicht würde man es tatsächlich auch irgendwann genau so machen, dass man eben nicht einzelne Spieler, sondern das ganze Team rotieren lässt.
In den Medien wird diese Idee mit „Ralf Rangnick deutet Kader-Revolution an“ betitelt. Eine Revolution. Neuartig. Spektakulär.
Und schon vor Jahren hier genauso auf 91. Minute von mir beschrieben. Schön, dass hochbezahlte Fachleute nur drei Jahre später auf die gleiche Idee gekommen sind. Dann besteht ja noch die Hoffnung, dieses Konzept irgendwann einmal in der Praxis zu erleben?

Bild: Werner100359