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#BestNeVerRest: Die idiotische Kritik an einem Slogan

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Als langjähriger Partner der deutschen Nationalmannschaft hat Mercedes-Benz sich auch in diesem Jahr, in Hinblick auf die Weltmeisterschaft 2018, einen Slogan ausgedacht:

BEST NE V ER REST

Auch ohne die offiziellen Pressemitteilungen zu lesen, kann man sich leicht ausmalen, was mit diesem Slogan und der besonderen Schreibweise gemeint ist:
Deutschland ist Weltmeister, wird sich aber nicht darauf ausruhen, sondern bei der WM in Russland alles geben und den 5. [römisch: V] Titel anstreben.

Eigentlich ganz simpel, oder? Scheinbar nicht für alle Menschen….

”Das ist arrogant…!”, heißt es in den sozialen Netzwerken. Aber als amtierender Weltmeister ist man aktuell der Beste. Und es sollte dann auch nicht verboten sein, einen weiteren Titelgewinn anzustreben.
”Burnout lässt grüßen…”, heißt es in den sozialen Netzwerken. Wahrscheinlich von denjenigen, die gerade eben noch ihren Namen tanzten und nicht darüber nachdenken, warum es “Leistungssport” heißt.
Wirklich idiotisch wird es aber, wenn kommentiert wird, der Slogan erinnere an den Nazi-Spruch “Arbeit macht frei”. Da sollte man sich dann auch mal langsam überlegen, ob professionelle Hilfe nicht angebracht wäre.

So neu ist der Slogan übrigens gar nicht. Der Film “R.E.D. 2” trägt beispielsweise den Untertitel “The Best never Rest”. Außerdem findet man das motivierende Motto auch auf zahlreichen T-Shirts und anderen Artikeln, die in irgendeinem Zusammenhang mit Fitness und Sport stehen.

Es ist einfach nur ein Trauerspiel, wenn man diese Reaktionen betrachtet. Da darf man sich dann wirklich fragen, ob unsere Gesellschaft etwa doch zu viel Freizeit hat.

Bild: Mercedes-Benz Pressemitteilung

Und die Frage heißt “warum?”! | #Mertesacker

Per Mertesacker spricht offen wie kaum jemand über den Druck im Profifußball. Über Würgereize vor dem Spiel, der Erleichterung nach einer Niederlage, die Millionen von Fans 2006 trauern ließ und das er mittlerweile lieber auf der Bank, noch lieber aber auf der Tribüne sitzen würde.

Die Kritik an Mertesacker ist überwiegend unsachlich, aber vor allem auch unqualifiziert. “Früher waren es halt noch echte Kerle….”, “….der bekommt doch Millionen von Euro jeden Monat…”.
Der einzige, der einen wahren Kern ansprach, war Lothar Matthäus. Er fragte sich, warum Mertesacker sich 2006 für die WM im eigenen Land nominieren ließ, wenn er mit dieser Drucksituation nicht klarkommen würde. Dem Rekordnationalspieler wirft man deswegen mangelnde Empathie vor.
Aber das ist die Gesellschaft in der heutigen Zeit: dummes Zeug quatschen oder Menschen abstempeln, aber auf keinen Fall objektiv eine Situation reflektieren.

Es gibt in der Tat einige Fragen und sie alle lauten “warum?”.

Warum hat Mertesacker denn nun überhaupt die zusätzliche Belastung der Nationalmannschaft auf sich genommen, obwohl es im allgemeinen akzeptiert wird, wenn jemand freiwillig darauf verzichtet?
Eine Erklärung für einen freiwilligen Verzicht hätte man sich schnell aus den Fingern ziehen können. Zu große Belastung. Auf den Verein konzentrieren.
Statt eines Innenverteidigers, dessen großen Traum in Erfüllung gegangen wäre, quälte sich Mertesacker lieber. Nicht nur, dass es ihm selbst schadete, es wird auch dem Sport und den vielen Talenten dahinter nicht gerecht, die weniger bis gar keine Schwierigkeiten mit dieser Rolle gehabt hätten.

Und warum möchte Per Mertesacker in London überhaupt die Nachwuchsarbeit übernehmen? Er will, dass die Jugendlichen auch über den Tellerrand schauen und etwas abseits des Fußballs lernen. Verständlich. Aber als Verein würde man dafür vielleicht doch lieber einen Betreuer mit sozialpädagogischer Ausbildung anstelle eines teuren Ex-Profis einstellen.

Grundsätzlich muss die Frage erlaubt sein, warum Per Mertesacker sich dieser Qual überhaupt jahrelang aussetzte und nicht, wie beispielsweise Deisler wahrscheinlich gerade noch rechtzeitig, die Notbremse zog?
Und dann kommen zwangsläufig doch die Millionen von Euro ins Spiel, die man als Fußballprofi verdient und die einen Abschied vom Business wahrscheinlich schwerer machen.
Warum, wenn er das alles erkannte, beendete er seine Karriere nicht zumindest vor dieser Saison? Stattdessen spricht er kurz vor der heißen Phase für Arsenal London davon, dass er am liebsten auf der Tribüne sitzen würde.
Wie soll ein Trainer nun einem Spieler vermitteln, dass er Mertesacker anstelle von ihm auflaufen lassen würde?

Per Mertesacker, der “BFG”, die Kante in der Innenverteidigung, Mr.Zuverlässig. Pressekonferenzen mit ihm waren eine Wohltat: intelligent, offen und ehrlich. Einfach ein feiner Kerl.
Aber am Ende heißt die Frage einfach immer wieder “warum?”. Und Antworten darauf finde ich ehrlich gesagt keine.

Wünsche für das Jahr 2018 | Lieber Fußballgott, …

Lieber Fußballgott, …
…das neue Jahr ist erst einige Stunden alt, deswegen hoffe ich, Du hast noch nicht genug auf Deiner 2-Do-Liste stehen.
Ich habe Dir mal meine 10 Wünsche für das Fußballjahr 2018 aufgeschrieben…

1. Mein erster Wunsch ist, dass der FC Bayern München weder einen Trainer, noch einen Torhüter, Arzt, Busfahrer oder Gärtner aus dem Ruhestand holen muss, um erfolgreich zu sein.

2. Gleichzeitig wünsche ich mir aber auch, dass Jupp Heynckes noch eine Saison länger als Trainer bleibt. Aber nur, wenn Cando auch sein Wuff dazu gibt.

3. Ich würde gern die Geburt der heiligen 3 Torschützenkönige sehen: Müller, Lewandowski und Wagner im Gleichschritt zur Torjäger-Kanone (Beginn 2018, Ende 2019).

4. Im Sommer sollte der FC Bayern München 3 deutsche Nationalspieler verpflichten. Idealerweise auch mindestens einen Doppel-Weltmeister. Wer das sein könnte, ist mir momentan noch nicht klar. Hauptsache ein Doppel-Weltmeister ist dabei. Du verstehst…!?

5. Dem Jogi Löw wünsche ich eine glückliche Hand bei der Zusammenstellung des WM-Kaders. Und das die Hand bei anderen Gelegenheiten da bleibt, wo sie hingehört. Ich habe wirklich keine Lust darauf, dass der FCB aufhört Rentner zu reaktivieren, der DFB aber plötzlich doch wieder Poldi holen muss, um uns den Fachanwalt für Eierkraulen zu geben.

6. Für die Weltmeisterschaft in Russland wünsche ich uns a) ein friedliches Fußballfest, b) viel Erfolg und c) ein Verbot von deutschen Flaggen vor Pizza-Buden. Ja, richtig gelesen. So nicht, Freunde des belegten Teiges: nur weil man selbst mal nicht dabei ist, plötzlich die “Auch ich bin Deutschland”-Karte spielen, ist nicht drin.

Nein, Spaß. Für 20% auf alles könnt Ihr natürlich auch die deutsche Fahne aufhängen.

7. Ich wünsche mir außerdem, dass Thomas Müller, Arjen Robben, Joshua Kimmich und Sandro Wagner jeweils ein Tor im Champions League Finale gegen Real Madrid schießen. Es soll am Ende eines der spannendsten 4:0 Siege der Bayern werden.

8. Im DFB Pokal wünsche ich mir endlich wieder einmal ein Spiel gegen 1860 München. Keine Poente. Ehrlich nicht. Nur ein Wunsch.

9. Eigentlich wollte ich ja keine Rentner mehr reaktivieren, aber vielleicht könnte der Fußballgott bei Fritz von Thurn und Taxis eine Ausnahme machen?
Man könnte ja dafür den Frank Buschman wieder zum American Football schicken….?

10. Ich wünsche mir auch, dass der Buschmann direkt den Didi Hamann mitnimmt. Aber so richtig mitnehmen. Nicht zwischendurch ein Mikro hinhalten und doch wieder plaudern lassen. Nur mitnehmen. Hörste, Fußballgott? Danke.

Allen Leser/innen frohes neues Jahr und alles Gute für 2018!