Offene Türen für Miroslav Klose

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Während des Confederations Cup in Russland gehörte der ehemalige Nationalstürmer Miroslav Klose als „Praktikant“ zum Trainerstab von Jogi Löw. In mehreren Interviews bestätigte man die gute Zusammenarbeit und erklärte, man könne sich durchaus vorstellen, in der Zukunft fest miteinander zu arbeiten.

Ähnliche Töne schlug auch Karl-Heinz Rummenigge an. Der DFB-Praktikant reist nämlich relativ überraschend mit dem Verein nach Asien und nimmt dort einige Termine für den Rekordmeister wahr. Auch der Bayern-Boss verriet unmittelbar vor dem Abflug, man könne sich eine Zusammenarbeit mit Klose durchaus vorstellen.

Es scheint, als stehe der Weltmeister vor einigen offenen Türen und kann sich derzeit aussuchen, in welche Richtung er eine weiter aufstoßen und durchgehen möchte.

Natürlich muss man die Kirche im Dorf lassen. Wahrscheinlich hat man bei Klose nun nicht unbedingt an den nächsten Sportdirektor für den FC Bayern München gedacht. Obwohl ich da jetzt auch nicht unbedingt etwas ausschließen möchte. Immerhin hat er als ehemaliger Bayern- und Nationalspieler national den besten Ruf und auch auch international ein gutes Standing. Mit seiner ruhigen Art dürfte er unter Umständen eine andere Interpretation des Jobs haben, als es noch Matthias Sammer hatte. Aber das muss ja nicht unbedingt verkehrt sein. Es ist eben dann nur anders. Vielleicht auch genau das, was bei den vorhandenen Alphamännchen im Verein gebraucht werden könnte: ein Diplomat mit Sachverstand!

1. Fazit: Bayern gewinnt Telekom Cup

Der FC Bayern München hat mit einem Sieg über Werder Bremen den Telekom Cup gewonnen. Das langweilige Sponsorenturnier hatte nur wenige positive Seiten, auf eine möchte ich direkt zu sprechen kommen.

Thomas MüllerIn den sozialen Netzwerken waren die Luxusprobleme mal wieder ein Grund zu jammern. Der SAT1-Kommentar war schlecht, die Werbung grundsätzlich zu viel und die Komplimente für dominierende Bayern gehen ja grundsätzlich gar nicht.
Das man den Fussballnachmittag aber dadurch kostenlos im Free TV sehen konnte, sogar ohne Finanzierung durch Rundfunkgebühren, wurde selbstverständlich diskret ignoriert. Versaut einem ja auch die ganze Jammerei.

Der FC Bayern zeigte sich in einer relativen guten Frühform, wenn man die anderen Bundesligisten zum Vergleich nehmen will. Die beiden kurzen Spiele offenbarten aber auch, dass man die Überlegenheit nur schwer in zählbare Tore umwandeln konnte: das Problemkind Chancenverwertung schon wieder einmal…

Man konnte auch positiv vermerken, dass James Rodriguez das Bayern-Trikot passt. Das ist nicht bildlich gesprochen, sondern genau so gemeint.
Es war schon ziemlich unangenehm, wie viel medialer Wirbel um den Kolumbianer gemacht wurde. Man könnte meinen, in den Redaktionen dieses Landes sitzen lauter spätpubertierende Mädchen mit einem Faible für glattrasierte Latinos Mitte 20.

Thomas Müller weiß noch, wo das Tor steht. Thomas Müller kann auch wieder komische Tricks im Strafraum durchziehen, die dann auch noch zu einem Tor führen.
Nur mit dem 11er-Punkt scheint Thomas Müller sich irgendwie nicht mehr gut zu verstehen.

Positiv muss man aber noch anmerken, dass die Bayern-Spieler keinen Ball, sei es nur ein Einwurf, verloren geben wollte. Motiviert scheint man also zu sein.

Fazit: der FC Bayern hatte sicherlich noch nie den Telekom Cup in der Liste seiner Saisonziele stehen. Deswegen war es mal ganz schön, den Ball wieder rollen zu sehen, irgendeinen Wert hatte die Veranstaltung aber nicht. Die Zeit für seriöse Rückschlüsse wird noch kommen.

Bild: FC Bayern

James Rodriguez: …mal langsam!

James Rodriguez Trikot Nummer FC Bayern München

Der FC Bayern München hat seinen Neuzugang James Rodriguez auf einer Pressekonferenz vorgestellt und bei der Gelegenheit auch direkt die Rückennummer des Spielers bekannt gegeben. Er wird mit der Nummer 11 auflaufen, die zuvor Douglas Costa getragen hat.

Bereits vorher erkundigten sich Pressevertreter, was es mit der angeblichen 10er-Klausel im Vertrag mit ADIDAS auf sich hat. Der Kolumbianer, der in der Nationalmannschaft und bei Real Madrid die „10“ trägt und entsprechend auch den Spitznamen „El Diez“ trägt, antwortete, er würde die Nummer tragen, die der Verein im zuteilt.
ADIDAS selbst kommentiert keine Vertragsdetails, wird aber mit den Worten zitiert, dass sie nichts von einer derartigen Klausel wissen.

Besonders die kolumbianischen Fans sollen aber wohl vermehrt unter einem Instagram-Bild von Arjen Robben gefordert haben, er solle gefälligst die begehrte Rückennummer 10 freigeben, damit ihr Star diese tragen kann.

Wie bitte?
Ja, James Rodriguez ist weltweit, aber besonders in Kolumbien ein Star. Mit 1.2 Millionen Trikotverkäufe im Jahr 2016 verkaufte man häufiger den Namen „James“ auf ein Jersey, wie Christiano Ronalds Trikot.
Bei aller Wirtschaftlichkeit muss man aber mal eindeutig klarstellen, dass James sich beim FC Bayern München erst einmal beweisen muss. Obwohl er bei Real Madrid teilweise noch nicht einmal mehr im Kader war, wird er diese Chance bei den Roten bekommen. Aber auf gar keinen Fall würde ich es tolerieren wollen, dass ein verdienter Spieler wie Arjen Robben seine Rückennummer für einen Neuling hergibt. Die darf sich James gern in den nächsten 1-2 Jahren verdienen, um sie dann bei einem eventuellen Abschied von Arjen Robben, möglicherweise sogar in den Ruhestand, zu beerben. Aber „rausrücken“, wie die Fans es dort forderten? ….mal langsam, im Leben nicht.
Und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die anderen Fans des FC Bayern München das so schweigend hingenommen hätten.

In der allgemeinen Berichterstattung über den Transfer gibt es scheinbar nur zwei Meinungen. Entweder man ist sich einig und James ist der Messias des FC Bayern München, oder er kann nichts, weil er bei Real Madrid beispielsweise Champions League Sieger wurde, ohne im Finale gespielt zu haben.
Deutlich differenzierter war da ein Artikel von Kai Psotta von SKY SPORT, den ich Euch ☛ hier noch einmal explizit ans Herz legen möchte, solltet Ihr 91. Minute noch nicht auf Twitter folgen und es dort verpasst haben.

Bilder: YouTube Screenshot/FC Bayern München