Nur der BVB kann den FC Bayern jetzt noch retten…

«Pep Guardiola wollte seinen Vertrag mit dem FC Bayern München noch vor seinem Amtsantritt auflösen.», so schrieb die BILD heute im Wortlaut. Und als erstes dachte ich daran, dass augenscheinlich sogar Trainer aus der Vergangenheit nun erklären, warum sie eigentlich mit dem Verein gar nichts mehr zu tun haben wollten.
Aber Glück gehabt: es ging nur darum zu verdeutlichen, dass er die deutsche Sprache gelernt hat, obwohl sie wahnsinnig schwer zu erlernen war.
Also alles super-super.

Nicht ganz so super ist das Auftreten des FC Bayern München in der Gegenwart. Über die peinliche Pressekonferenz hinweg haben wir den schwächelnden VfL Wolfsburg besiegt. Und mit sehr viel Glück auch in der Champions League Athen geschlagen.
Wen Hoeneß tatsächlich nach nur einem einzigen „Drecksspiel“ beschließt, irgendwelche Spieler zu verkaufen, dann kann die Bayern-Kabine demnächst als Abstellkammer benutzt werden.

Aber in Sachen Schönrederei, da sind wir bereits deutscher Meister. Vielleicht sogar schon Champions League Sieger. Um das beurteilen zu können, müsste ich das Geschehen auf europäischer Bühne genauer verfolgen.
Man kann mit der Performance des FC Bayern München derzeit in keiner Weise zufrieden sein. Sportlich nicht. Und von der Außendarstellung natürlich erst recht nicht.

Daran wird sich auch in naher Zukunft nichts ändern. Solange die Egos in der Chefetage noch größer sind, als die Eier der Fangemeinde, wird das auch genau so bleiben. Und so eine Einigkeit wird es nicht geben. Die Meinungen kippen schneller als Arjen Robben im gegnerischen Strafraum, wenn man bereits nach einem Sieg gegen einen Abstiegskandidaten der Meinung ist, vielleicht sei die Pressekonferenz ja doch mal nötig gewesen.

An dieser Stelle möchte ich aber schon einmal meinen Glückwunsch zur deutschen Meisterschaft 2018/2019 an Borussia Dortmund ausrichten. Ich hoffe, der Vorsprung wird groß genug sein, damit sich im Süden auch wieder etwas tut.

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Das Nachbeben zur Pressekonferenz der Schande

Nachdem der FC Bayern München mit 1:3 gegen VfL Wolfsburg gewonnen hatte, wurde der große Wirbel um die Pressekonferenz der Bosse nach und nach leiser.
Viel schlimmer noch, dass man auf einmal von Fans lesen konnte, dies wäre genau der richtige Weg gewesen.
In was für einer Welt von mangelnder Bildung leben wir eigentlich, dass der Sieg gegen einen Gegner im Fußball plötzlich so eine Aktion rechtfertigt?
Wie will man das zukünftig handhaben? Wenn die Pressekonferenz notwendig war, um schwächelnde Wolfsburger in der Bundesliga zu besiegen, lässt man dann für ein Champions League Halbfinale gegen Real Madrid eine Atombombe abwerfen?

Die Pressekonferenz der Bayern-Bosse bleibt auf vielen Ebenen einfach falsch. Und peinlich. Ein Schandfleck für den Verein.

Inhaltlich waren die Aussagen aus einer völlig anderen Welt. Obwohl der Journalismus im Allgemeinen völlig neue Wege geht, das betrifft aber nicht nur den Fußball und vor allem nicht nur den FC Bayern München, gab es zum Zeitpunkt keinen seismographischen Ausschlag.
Wenn man die Tabellensituation des FC Bayern mit den Schlagzeilen vergleicht, dann war es sogar noch relativ ruhig.
Und auch der Verweis auf Jogi Löw war nicht gerechtfertigt: in der Geschichte des DFB ist dieser Absturz wohl recht einmalig und das die Fans noch nicht nach Abpfiff das Stadion abgerissen haben, liegt wohl am ehesten daran, dass mittlerweile bei der Nationalmannschaft überwiegend Event-Fans zu finden sind.
So gesehen befand sich die Berichterstattung auf einem völlig akzeptablen Niveau. Das erkannt man ja auch daran, dass ein völlig harmloser NTV Beitrag von Hoeneß in einem völlig falschen Licht dargestellt wurde. Und Recherche-Anfragen per Email sprechen eher für die Arbeit der Journalisten, auch wenn man in der Chefetage des Branchenprimus eher noch mit Faxgeräten und Brieftauben arbeiten möchte.
Außer der aussichtslosen eigenen Situation gab es schlichtweg keinen Anlass für diese Pressekonferenz.

Inhaltlich also falsch und menschlich unter aller Würde, wenn man sich zum Moralapostel aufschwingt und gleichzeitig Ex-Spieler, die nur in den höchsten Tönen von Stadt, Verein und Kollegen sprechen, so dermaßen öffentlich wie eine Sau durchs Dorf treibt.

Und zum Schluss wollen das dann auch noch Menschen schönreden, indem sie Hoeneß seine Leidenschaft für den Verein so hoch anrechnen.
Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge mussten an jenem denkwürdigen Freitag nicht den Verein, sondern in allererster Linie ihre schlechte Arbeit aus den vergangenen Monaten (oder gar Jahren) verteidigen. Wie viel Prozent Vereinsliebe und wie viel schnöder Egoismus hinter dieser Pressekonferenz steckten, muss jeder für sich selbst beantworten. Aber dafür muss man auch mal die Vereinsbrille absetzen und den Verstand einschalten.

 

Rauchbombe: Der FC Bayern erklärt der Presse den Krieg

Nachdem der FC Bayern München gestern eine Pressekonferenz der kompletten Vereinsführung ankündigte, begann das große Rätselraten: um was könnte es denn wohl gehen, wenn mit Hoeneß, Rummenigge und Salihamidžić die Bosse vor die versammelte Presse treten?
In der Vergangenheit kam dies hauptsächlich bei einem Trainer-Rauswurf oder einer Neuverpflichtung vor. Da aber Niko Kovac nur eine Stunde vorher seine eigene Pressekonferenz vor dem Bundesligaspiel abhalten sollte (..und auch tat), kam das schon einmal nicht in Frage.
Nächste Vermutung: BMW löst AUDI als Partner des FC Bayern München ab.

Falsch gedacht. Es kam alles ganz anders….

Der FC Bayern München holte zu einem Rundumschlag gegen die Presse aus. Und es soll wohl auch nicht bei leeren Drohungen bleiben, denn es sind schon so einige Unterlassungserklärungen zugestellt worden.
Es betrifft nicht nur den FC Bayern München, aber der Verein will als leuchtendes Beispiel voran gehen und so ganz allgemein die Art und Form der Berichterstattung in Deutschland ändern.

Es wurde zu Recht beklagt, dass hinter den Kulissen in den Redaktionen zu viele „Deals“ laufen. Wenn ein Berater für eine Redaktion wichtige Informationen liefert, dann wird auch entsprechend über seinen Schützling berichtet. Sollte es diese Zustände geben, realistisch gesehen läuft es auch wohl so, dann ist das zu verurteilen und der FC Bayern hätte meine volle Unterstützung bei diesem Plan.

Aber dann sind da auch noch diverse andere Aussagen. Wenn Karl-Heinz Rummenigge beispielsweise das Grundgesetz zitiert und davon spricht, die Würde des Menschen wäre unantastbar, das würde auch für Fußballer gelten.
Großartig, ich finde es nämlich vollkommen daneben, wenn im Stadion mal wieder Spieler der Mittelfinger gezeigt wird und nichts passiert. Mache ich das aber im Straßenverkehr, könnte ich unter Umständen sogar meinen Führerschein verlieren.
Ja, das macht Sinn. Allerdings sollte man aufpassen, mit was man wirft, wenn man in einem Glashaus mit hauchdünnen Scheiben sitzt.

Und dann kommen wir auch schon zu den Ungereimtheiten dieser Pressekonferenz, die ich Euch an dieser Stelle als Video einbinden werde, denn man kann nicht auf jedes Detail eingehen und man sollte diesen Fremdschäm-Moment auch mal selbst erlebt haben.

Uli Hoeneß verlangt absoluten Respekt für die Spieler des FC Bayern München. Keine 10 Minuten später nagelt er aber in einer Art und Weise gegen den Ex-Spieler Juan Bernat, dass ich persönlich hoffe, bei PSG stellt man sich schützend vor den Spanier und fängt das auf. Hat er nur einen Bruchteil der Empfindlichkeit eines Robert Enke, dann könnte nach dieser Ansage nicht nur seine Karriere beendet sein, man müsste sich auch um sein Leben sorgen.

Zudem stehen ja auch noch andere Hoeneß-Aussagen im Raum. Da wäre beispielsweise die Özil-Kritik „hat einen Dreck gespielt…“. Seine Absichten waren sicherlich in Ordnung, aber der Weg keinesfalls besser, als der unserer Pressevertreter. Da hilft es auch nicht, wenn er auf der Pressekonferenz zugibt, er hätte lieber „Mist“ sagen sollen.
Und seine „Geisteskrank“-Aussage über Karim Bellarabi? Gab es natürlich nur, weil er nach dem Spiel so emotional war.

Weiter wurde vom FC Bayern kritisiert, dass Journalisten zu Gerüchten per Email um ein Statement bitten. Oder das der Reporter Christian Falk bei der Telekom angefragt hat, ob sie ihm das Video von den Pfiffen gegen Kovac bei einem Bayern-Basketballspiel für seine Berichterstattung überlassen könnten.

Zusammenfassend kann man also sagen: der FC Bayern München möchte keine Gerüchte, möchte keine unsachliche oder persönliche Kritik, hat aber auch ein Problem mit Recherche und findet es nur minimal schlimm, wenn man sich selbst wie ein Elefant im Porzellanladen verhält.
Den Partnern in Katar dürfte diese Einstellung gefallen.

Also, was soll das alles überhaupt?
Wenn man die Medien mal hätte ein wenig zurechtstutzen wollen, sehr gerne. Einige Schlagzeilen müssen wirklich nicht sein und man muss auch nicht immer alles so persönlich werden lassen.
Aber dafür eine große Pressekonferenz einberufen?
Natürlich lenkt man damit erst einmal von der jetzigen sportlichen Situation des FC Bayern München ab, auch wenn diese Absicht direkt von den Bossen dementiert wurde.
Aber man lenkt damit auch von der eigenen Person ab. Fakt ist nämlich, dass der FC Bayern München unter seinen bisherigen Ansprüchen bleibt, man gar nicht mehr so die ganz große Auswahl auf dem Trainermarkt vorfindet, man mit den vielen Verletzten aufgrund der Erfahrungen der letzten Jahre durchaus hätte rechnen können und diese ganzen Punkte auch irgendwann für die Bosse des FC Bayern München ein Problem werden könnten.
Obwohl die Fans für gewöhnlich wie eine Wand hinter Rummenigge und Hoeneß stehen, ist auch deren Kredit irgendwann verspielt. Und vielleicht, man kann sich nicht ganz sicher sein, aber vielleicht, hätte das nun bei einem drohenden Kovac-Aus soweit sein können.

Wie die Presse darauf reagiert, wird spannend zu beobachten sein. Für gewöhnlich lässt die BILD sich von Unterlassungserklärungen eher nicht abschrecken. Wahrscheinlich rahmen die sich die sogar ein und hängen sie irgendwo in den Büros an den Wänden. Und wer am Ende des Jahres die meisten gesammelt hat, bekommt sogar noch einen Bonus.
Wenn wir die ganze Aktion also einmal positiv sehen wollen: es wird trotz Platz 6 in der Bundesliga nicht langweilig beim FC Bayern München.