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3 Sätze für 15 Jahre: #Badstuber beim FC Bayern raus

Entgegen anders lautender Meldungen in den Medien endet der Vertrag zwischen dem  FC Bayern München und dem 28-jährigen Abwehrspieler Holger Badstuber am 30. Juni 2017.

„Es war von Anfang an klar“, so der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge, „dass Holger Badstuber nach seiner Ausleihe an den FC Schalke 04 eine neue Erfahrung wahrscheinlich im Ausland suchen will. Dazu wünscht der FC Bayern München Holger Badstuber alles Gute und bedankt sich bei ihm für sein vorbildliches Engagement in den knapp 15 Jahren an der Säbener Straße.“

Presseerklärung des FC Bayern München

Was ist man beim FC Bayern München noch wert, wenn man seit seinem 13. Lebensjahr im Verein spielte und für die Fans als – leidgeprüfte – Identifikationsfigur gilt?
Die Rechnung ist einfach: 5 Jahre = 1 Satz in einer Presseerklärung.

Mit lächerlichen drei Sätzen in einer Presseerklärung nimmt der FC Bayern München also Abschied von einem Spieler, von dem sich die Fans nichts sehnlicher als gesunde Beine und ein paar schöne Spiele gewünscht hätten.
Mit all seiner Erfahrung im Grenzbereich der Sportler-Psyche sollte man vielleicht über Badstuber als Sportdirektor diskutieren. Aber nicht als vom Hof gejagter Spieler in einer herzlosen Pressemitteilung.

Diese erschreckende Herzlosigkeit, die man in den letzten 4 Jahren beim FC Bayern München immer wieder mal wahrnimmt, ist nicht „Mia San Mia“, ist nicht bayernlike und kurz gesagt ekelhaft.

Verstoß gegen DFL-Regeln?

Vielleicht muss der FC Bayern München aber noch etwas ganz anderes klarstellen. Laut DFL-Regularien darf ein Spieler nämlich nur dann verliehen werden, wenn er nach seiner Ausleihe noch beim abgebenden Verein einen vertragliche Bindung hat.
Kurz gesagt: Badstuber hätte nur im Winter zu Schalke 04 ausgeliehen werden dürfen, wenn er im Anschluss noch Angestellter des FC Bayern München bleibt.
Bleibt er aber nicht. Oder gilt der Mietvertrag für einen Parkplatz in der Tiefgarage auch schon als vertragliche Bindung?

#FCBayern: Der erste folgenschwere Fehler unter Ancelotti?

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„Alle Positionen sind besetzt. Wir brauchen keine neuen Spieler für diese Saison.“
Carlo Ancelotti, 19. Juli 2016

Diesen Satz wird man sich notieren und merken müssen. Unter Umständen wird er in den nächsten 10 Monaten häufig zitiert werden (müssen) und als Ursprung für ein scheitern in der Saison 2016/2017 gelten.

Der FC Bayern München hatte bereits in den letzten Jahren immer wieder Probleme mit der Anzahl seiner verletzten Spieler. Während man das über eine lange Zeit in der Saison durch individuelle Qualität, die der FC Bayern auch in der Breite durchaus vorweisen kann, kompensieren konnte, wurde es auf der Zielgeraden immer schwieriger – ….bis unmöglich.
Der Grund liegt auf der Hand. Zum Ende einer Saison werden Spieler nicht nur müde, die sich aufgrund der vielen und häufigen Ausfälle keine Ruhepausen gönnen können. Die Qualität der Gegner nimmt, besonders in der Champions League, auch stetig zu. Und wenn dann plötzlich mit Real Madrid oder dem FC Barcelona die Vereine warten, die mindestens auf Augenhöhe stehen, wird es schwierig für die Roten.

Das man in dieser Saison den Kader noch weiter ausgedünnt hat und nach den, durchaus hochwertigen, Transfers von Hummels und Sanchez keine Verstärkung mehr holen will, könnte fatale Folgen haben.

Den Innenverteidiger Shkodran Mustafi und den potentiellen Lewandowski-Ersatz Mario Gomez habe ich bereits als günstige Pflichttransfers genannt. Die Medien brachten in den letzten Tagen noch Leroy Sane ins Spiel. Hier kann man ein zögern verstehen, denn der junge Nationalspieler kostet ein gutes Vermögen und das will gut überlegt sein. Besonders nachdem man den Götze-Transfer rückblickend als „Flop“ bezeichnet, passt das ins herrschende Bild.
Trotzdem würde ich es begrüßen, wenn man sich in dieser Saison finanziell ein wenig weiter aus dem Fenster lehnen und sogar alle drei der aufgeführten Transfers tätigen würde.
Möglich wäre es, denn der FC Bayern hat nicht nur die laufenden Mittel, sondern in dieser Saison auch erstmals vernünftige Verkäufe getätigt, wo ansonsten Spieler nur verschenkt wurden. Die rund 30 Millionen Euro für Rode und Hojbjerg wären früher nicht erzielt worden und könnten liebend gern wieder in unerwartete Transfers fließen.

Warum spielen Mustafi und Gomez beim #FCBayern keine Rolle?

mustafi zum fc bayern münchen gomez

Nachdem der FC Valencia das internationale Geschäft verpasst hat, muss der Verein sich von einigen Spielern trennen, um die Finanzen aufzubessern.
Einer dieser Spieler soll offenbar Shkodran Mustafi sein. Seine Ablöse von derzeit rund 20 Millionen Euro dürfte aufgrund der Situation von Valencia nur eine grobe Empfehlung sein. Ein deutlicher Nachlass dürfte möglich sein.

Wenn ein deutscher Nationalspieler auf dem Markt ist, sollte der FC Bayern München grundsätzlich auf der Liste der potentiellen neuen Arbeitgeber ganz oben auf der Liste zu finden sein. Es ist ein trauriger Beweis dafür, dass der FC Bayern von dieser Ausrichtung abgewichen ist, dass dem aktuell mal wieder nicht so ist.

Mustafi wäre ein guter Einkauf, dessen bin ich mir sicher. Hinter Hummels und Boateng reihen sich derzeit Martinez und Badstuber ein, die in den letzten Jahren immer wieder aufgrund schwerer Verletzungen nicht einsetzbar waren.
Während unter Guardiola der junge Kimmich zu guten „Notlösung“ wurde, war die Leistung von Alaba auf der Position eher nicht empfehlenswert.
Nachdem Benatia den Verein verlassen hat, wäre die Verpflichtung eines weiteren Innenverteidigers eigentlich Pflicht. Mustafi ist mit 24 Jahren jung, trotzdem international erfahren und kann Fussball spielen, sonst wäre er nicht bei namenhaften Vereinen wie Chelsea und Mailand im Gespräch.
Sich von seinem Auftritt gegen Frankreich bei der Euro 2016 blenden zu lassen, wäre unprofessionell und dem entgegen gestellt gleicht der gute Auftritt im ersten Spiel der Euro alles wieder aus.

Die gleiche Frage darf man auch bei Mario Gomez stellen. Obwohl Gomez beim FC Bayern München statistisch gesehen gut und effektiv spielte, kam er bei den Fans nie wirklich gut an. Durch seine Zeit im Ausland reifte er nicht nur, er scheint auch bei den deutschen Fans mittlerweile angekommen zu sein.
Die Ablösesumme von 12 Millionen Euro wäre lächerlich gering für den Rekordmeister.
Hinter Robert Lewandowski fehlt beim FC Bayern München ein weiterer Stürmer, der den Polen nicht nur die notwendige Konkurrenzsituation bescheren, sondern ihn auch durch Rotation entlasten würde.
Thomas Müller kann man nicht wirklich in dieser Position sehen, da er selbst dringend mehr Pausen benötigt und schon in der letzten Saison völlig überspielt war. Gomez könnte und würde diese Position hinter Lewandowski wohl einnehmen und ausfüllen. Zudem hätten wir bei engen Spielen endlich eine zweite Spitze, mit der man in den letzten Minuten noch Empfänger für die Flanken der Flügelflitzer hätte.

Meine Hoffnungen liegen auf eine Rückkehr von Uli Hoeneß an der Säbenerstraße. Es kann einfach nicht angehen, bei aller Globalisierung, dass der FC Bayern sich grundsätzlich nicht mehr für deutsche Nationalspieler interessiert.
Das Motto sollte sein, dass nur dann ausländische Spieler bevorzugt werden, wenn auf dieser Position die nationale Alternative deutlich schlechter zu bewerten wäre.
Bei David Alaba und Juan Bernat auf der Position des linken Verteidigers ist das beispielsweise der Fall. Hier hat der FC Bayern einen Weltklasse-Spieler und einen sehr guten Spieler, wo es national Probleme gibt, eine vernünftige Besetzung zu finden.

Nebenbei bemerkt müsste man dann auch nicht mehr deutsche Jugendspieler mit Verträgen ausstatten, um im Profikader die Quoten für die Bundesliga zu erfüllen.