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Wenn der Doc die Mannschaft aufstellt…| #RBLFCB

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Am Mittwoch spielt der FC Bayern München im Pokalspiel gegen RB Leipzig. Für die Aufstellung ist normalerweise der Trainer verantwortlich. In diesem Fall also Jupp Heynckes, der geholt wurde, um die Kabine zu befrieden (…ein Modebegriff wie letztes Jahr “Packing”) und die Saison zu retten.
Im vorläufig wichtigsten Spiel, immerhin kann am Mittwoch der erste richtige Titel der Saison verloren gehen, stellt aber zunehmend der Doc die Mannschaft auf.

Thomas Müller hat das Unmögliche geschafft und sich eine Muskelverletzung zugezogen. Und das, obwohl er lange Zeit behauptete, er habe gar keine Muskeln.
Mats Hummels fällt wahrscheinlich wegen einer Kapselverletzung im Sprunggelenk aus.
Bernat, Ribery und Martinez fehlen längerfristig.

Hinzu kommen ein paar Gegebenheiten, die man so auch benennen kann:
Rafinha ist keine wirkliche Alternative zu Alaba auf der linken Seite. Vidal scheint nicht fit genug zu sein. Und James scheint sich noch nicht entschieden zu haben, ob der Heimweh nach Madrid oder die Trauer über den Verlust “seines” Trainers Ancelotti schlimmer ist.

Ob dieses Team bereit ist, RB Leipzig zu besiegen?
Sie müssen es sein. Denn es wäre nicht nur der erste Titel, der schon viel zu früh verloren gehen würde. Es wäre auch die Möglichkeit, viele Spiele zu spielen und somit zum späteren Zeitpunkt der Saison möglichst vielen Spielern Einsatzzeiten zu bescheren.
Wer sich also später nicht beschweren will, dass er ständig auf der Bank sitzt, sollte jetzt alles dafür tun, dass es genug Gründe dagegen gibt.


Red Bull: Keine Flügel, nur neue Wege

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Red Bull verleiht keine Flügel. Hätte das Unternehmen, anstelle von Investitionen in Leipzig, einen kleinen Kostümverleih eröffnet, hätte es 13 Millionen Dollar sparen können. Und wir wären um ein brandheißes Diskussionsthema ärmer.

Red Bull, so heißt es in vielen Kommentaren, Artikeln und Meinungsäußerungen, macht nämlich den Fussball kaputt. So häufig gelesen, diskutiert und irgendwie habe ich es noch immer nicht verstanden, wie das gehen soll. Wird Red Bull wirklich für den Untergang einer Sportart verantwortlich sein? Steht die fussballerische Apokalypse bevor?

Wir leben in einer Zeit, in der man als Milliardär Sportvereine kaufen kann. Basketball. Baseball. Und auch Fussballvereine. Dahinter muss kein Konzept oder echtes Interesse stehen. Man kann das als Hobby oder Prestigeobjekt besitzen.
Die Gefahr bei solchen Vorzeige-Objekten ist, dass es irgendwann nicht mehr chic ist und von heute auf morgen alle Gelder abgezogen werden.

Auf der anderen Seite gibt es aber die Investitionen von Red Bull im Sport. Das Unternehmen investiert so viel Geld in verschiedene Sportarten, dass ich mich frage, ob die es selbst drucken, oder ob man tatsächlich mit diesen – mir nicht schmeckenden – Getränken, tatsächlich so viel verdienen kann?
Nun, scheinbar kann man es….

RB Leipzig ist das aktuell am häufigsten diskutierte und kritisierte Projekt von Red Bull. Das Unternehmen versucht dort nachhaltig ein Fussball-Club aufzubauen, welches von den “traditionsbewussten Anhängern anderer Vereine” gnadenlos kritisiert und sogar boykottiert wird.

Der Fussball ist längst zum Geschäft geworden. Man kann von den Eintrittsgeldern keine moderne Stadien bauen, die Namensrechte müssen verkauft werden. TV-Einnahmen bekommt man nur, wenn man möglichst viele Fussball-Fans dazu bringt, ein kostenpflichtiges Abo abzuschließen. Niemand braucht wirklich Eierbecher mit dem Vereinslogo, sie müssen aber verkauft werden, damit das Geschäft und somit das sportliche Unterhaltungsprogramm weitergehen kann.
Man kann vor der Entwicklung die Augen verschließen und gegen alles sein, was nicht so ist wie früher, aber aufhalten kann man es nicht.

1973 stellte sich Eintracht Braunschweig gegen den DFB und machte einen großen Schritt in Sachen Trikotsponsoring. Wie viel Geld würde dem Sport heute fehlen, hätte damals nicht einer den ersten Schritt gemacht und wäre neue Wege gegangen?

Die 50+1 Regel ist im Prinzip eine gut gemeinte Sache. Sie soll uns wohl am ehesten davor beschützen, dass ein Milliardär daherkommt, sich sein “Prestige-Objekt” kauft und wieder fallen lässt, wenn er ein neues Hobby entdeckt.
Es ist aber nicht gleichzusetzen mit einem Unternehmen, welches mit guten Konzepten und langfristigen Investitionen kommt und im Sport-Business bereits über einen großen Erfahrungswert verfügt.
Ja, sie verhindern offenbar durch überzogene Mitgliedsbeiträge, dass ihnen jemand in die Suppe spuckt. Aber wie heißt es so schön? Wer die Musik bezahlt, der bestimmt, was gespielt wird. Ich kann es ihnen also nicht verdenken.

Ähnlich wird es auch mit den großen Sponsoren bei anderen Vereinen sein. Man muss kein offizielles Amt bekleiden, um hinter den Kulissen Macht auszuüben. Wer bezahlt, bestimmt auch wo es lang geht. Man braucht das Geld und niemand beißt die Hand, die einen füttert.

Natürlich will Red Bull damit die eigene Marke stärken. Geld haben die auch nicht zu verschenken. Sie investieren. Genauso wie jeder einzelne Trikotsponsor, egal ob im absoluten Spitzenbereich oder der Getränkemarkt im Ort, der die Thekenmannschaft ausstattet.
Im Gegenzug investieren sie kurzfristig in Leipzig und langfristig im deutschen Fussball, wenn einmal ein Sprößling des Red Bull Nachwuchszentrums im WM-Finale das entscheidende Tor für die deutsche Nationalmannschaft schießt.

Irgendwann in naher Zukunft werde ich mich als Fan des FC Bayern München auch über RB Leipzig beklagen. Nämlich dann, wenn sie in der 1. Bundesliga angekommen sind und uns dort tatsächlich das Leben schwerer machen.
Aber ich gehe fest davon aus, dass es nicht wirklich die finanziellen Geschichten sind, über die ich klage. Es wird schon andere Gründe geben. Ein unsympathischer Trainer. Ein arroganter Sportdirektor. Oder notfalls auch der Geruch beim öffnen dieser Getränkedosen. Hauptsache man kann ein wenig sticheln und den Konkurrenzgedanken pflegen.
So war es auch mit der TSG Hoffenheim. Und ich sehe keinen Grund, dass es mit RB Leipzig anders sein wird. Bis dahin verfolge ich die Entwicklung der neuen Wege, die sich nicht mehr aufhalten lassen. Ganz entspannt.
Wettbewerbsverzerrung sehe ich  keine. Am Ende heißt es immer noch 11 gegen 11.
Und wenn man sich Erfolg wirklich kaufen könnte, wäre Roman Abramowitsch mit dem FC Chelsea nicht jahrelang seinem Traum vom Champions League Sieg hinterhergelaufen, sondern hätte sich diesen Wunsch viel früher erfüllt.
Auch RB Leipzig muss ein Spiel erst spielen. Red Bull verleiht nämlich keine Flügel, die gehen nur neue Wege. Das ist doch irgendwie tröstlich, oder?

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RWO: Traditionsverein in Schieflage

RWO rot weiß oberhausen anzeigetafelAm 31. Mai 2008 feierten 2000 RWO-Fans in Berlin und hunderte RWO-Fans beim Public Viewing am Centro den Aufstieg in die 2. Liga. Auch beim Autokorso einen Tag später und beim Empfang der Aufstiegsmannschaft waren zahlreiche Menschen auf den Beinen und stolz auf "ihren" RWO. Und jetzt? 6 Jahre später und 2 Ligen tiefer, regen sich viele Oberhausener darüber auf, dass die Stadttochter OGM (Oberhausener Gebäude Management) dem Verein die Geschäftsstelle für ca. 500.00 € abkauft, dafür monatlich Miete bekommt, aber den Verein vor der Insolvenz bewahrt.

Der OGM-Geschäftsführer Hartmut Schmidt erklärte in einem Interview, dass im Falle einer Insolvenz auch der Amateurbereich und der große Jugendbereich betroffen gewesen wäre. RWO "leistet" sich ein DFB lizensiertes Leistungszentrum und unterstützt z.B. die Jugendlichen bei der Suche nach einer Ausbildungsstelle, in dem Bewerbungstrainings stattfinden oder stellt ihnen ein kostenloses Monatsticket für den ÖPNV zur Verfügung.

Eine Ursache für den finanziellen Engpass ist mit Sicherheit die enttäuschende Zuschauerzahl. Drei Tage vor dem ersten Heimspiel in dieser Saison wurden 853 Dauerkarten verkauft, 25 Prozent mehr als im Vorjahr. Die bisherigen 7 Heimspiele in dieser Saison sahen bisher im Schnitt ca. 2.400 Zuschauer. Wie viele Oberhausener wohl eine Dauerkarte für Dortmund oder Schalke haben, oder dort bei Heimspielen sind? Sicher, da gibt es Bundesligafußball zu sehen, aber sollte es nicht auch heißen "Support your local team"?

Es wird sich doch hoffentlich kein Oberhausener von der fehlenden Anzeigetafel oder den nicht überdachten Stehplatztribünen abhalten lassen?

Übrigens, als zu Beginn des Jahres ein Flutlichtmast einsturzgefährdet war, wurde er abgetragen und da die Kosten für einen neuen Mast für die OGM zu hoch waren, leuchten seitdem im Stadion Niederrhein nur 3 Masten. Damals beschwerten sich viele Bürger darüber, dass stattdessen lieber das Spaßbad Aquapark für 4,3 Millionen Euro ausgebaut werden sollte.

Einige von denen, die sich jetzt darüber beschweren, dass eine Stadttochter einem Verein hilft und gleichzeitig über das Modell Rasenball Leipzig schimpfen, sollten sich vielleicht mal überlegen, was sie wirklich wollen.

Info: Ein Artikel von S.F.
S.F. stammt aus Oberhausen und ist ihrem Heimatverein RW Oberhausen seit Jahrzehnten eng verbunden.