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Rummenigge kritisiert Flut an Länderspielen

Karl Heinz Rummenigge

Karl-Heinz Rummenigge hat sich mal wieder im Vorwort des FC Bayern Magazins zu einem Thema geäußert. Bei der letzten Gelegenheit bezeichnete er die Diskussion um die Spanier im Verein als rassistisch.
Und diesmal kritisiert er die UEFA und FIFA, weil die Dachverbände des Fussballs die Spieler zu viele Länderspiele zumuten.
So ein Vorwort in einem Magazin kann man ein klein wenig mit einen Blogartikel vergleichen. Man sucht sich ein möglichst interessantes Thema, nimmt ein paar Fakten, Tatsachen oder Ansichten und schreibt seine eigene Sicht der Dinge dazu.
Eigentlich gibt es genug Themen, über die man schreiben könnte. Aber Karl-Heinz Rummenigge sucht sich ausgerechnet dieses aus. Eine unglückliche Entscheidung, denn seine Argumente sind nicht zwingend ausschlaggebend und im Umkehrschluss sogar ein Eigentor. Aber alles der Reihe nach.

"Die Belastung der Spieler hat ein gesundes Maß längst überschritten und ist am absoluten oberen Limit angelangt. Dafür sind die Dachverbände mit ihrer Flut von Länderspielen verantwortlich.”

Später vergleicht Rummenigge noch die Anzahl der Länderspiele, die Franz Beckenbauer im WM-Jahr 1974 und Thomas Müller im Jahr 2014 spielen musste. Von einer dramatischen 30% Steigerung spricht er und auch davon, dass die Spieler förmlich auf dem Zahnfleisch kriechen.

Wer sich einmal in den Fussball-Datenbanken informiert, wird sehen, dass es sich nicht ganz so dramatisch entwickelt hat. 1974 spielte die Nationalmannschaft 15 Spiele. Und im Jahr 2014 werden es 17 Spiele sein.
Innerhalb von 40 Jahren hat die Belastung also um +2 Spiele zugenommen. Sollten die Nationalspieler nun also über dem Zenit belastet sein, sind die Gründe sehr wahrscheinlich woanders zu suchen.

Auf der Suche nach diesem Grund kommen wir zwangsläufig auf die Promotion-Tour des FC Bayern durch die USA zu sprechen.
Das solche Aktionen wirtschaftlich notwendig geworden sind, steht außer Frage. Nur muss man natürlich zwischen Nutzen und Risiko abwägen. Immerhin wurden extra zu dieser Tour die Weltmeister eingeflogen, Spieler mussten direkt und ohne vorher auch nur ein einzige Trainingseinheit absolviert zu haben, in Freundschaftsspielen antreten und kräftezerrende PR-Termine wahrnehmen.

Wie wichtig die Nationalmannschaften für den Verein sind, erkennt man an einer humorvollen Aussage von Pep Guardiola im Rahmen einer Pressekonferenz in den USA. Er erklärte, Julian Green werde auf jeden Fall spielen, “….for the girls…”.
Diese Girls würden Julian Green gar nicht kennen, hätte er nicht kurz zuvor für die US-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft gespielt.
Und auch die deutschen Weltmeister hätten wohl kaum extra eingeflogen werden müssen, wenn sie nicht die Zugpferde in Sachen Eigenwerbung gewesen wären.

Bevor Karl-Heinz Rummenigge nun also mit dem Finger auf die UEFA und die FIFA zeigt, die wahrlich für genug Unsinn verantwortlich sind, sollte man wissen, dass dieser alte Spruch mit den “3 Finger zeigen dann auf einen selbst” durchaus richtig sein kann.


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“Der FC Bayern wird Pep nie entlassen…”

Guardiola PepEin kleines Raunen geht durch die Sport-Redaktionen und Fan-Wohnzimmer des Landes. Karl Heinz Rummenigge hat in einem Interview gesagt, Pep Guardiola würde vom FC Bayern niemals entlassen werden. Und er unterstrich die Aussage auch noch mit dem Angebot, dies schriftlich geben zu können.

Was ist daran so überraschend? Es würde mich noch nicht einmal wundern, wenn Guardiola es bereits schriftlich hätte – in seinem Vertrag.

Der FCB hat Guardiola mit dem Untertitel weltbester Trainer geholt. Völlig unabhängig vom sportlichen Erfolg ist und bleibt der Katalane ein sehr stolzer Mensch. Sollte es irgendwann einmal nicht mehr mit dem Verein funktionieren, wird er seinen Ruf nicht riskieren, seinen Stolz bewahren und selbst aufhören.
Die Vereinsbosse waren glücklich, ihn verpflichten zu können. Sie würden nicht darauf bestehen, ihr Ego durchzusetzen und sich auf die Fahne schreiben zu können, den weltbesten Trainer gefeuert zu haben.
Lediglich Uli Hoeneß würde ich es zutrauen, sofern Guardiola sich zuvor intern mit ihm angelegt hätte, so eine Tour durchzuziehen. Der Trainer ist aber viel zu höflich, um sich mit ihm auf diese Weise anzulegen, da müsste schon sehr viel passieren. Außerdem hat der ehemalige Präsident gerade aus bekannten Gründen weit davon entfernt, jemanden zu entlassen.

Die Aussage von Rummenigge ist also überhaupt kein Raunen wert, denn es liegt auf der Hand, dass auch im schlimmsten Fall Guardiola nicht gefeuert werden, sondern zurücktreten würde.
Übrigens ein Vorgehen, welches so manchem Trainer und Verein in der Vergangenheit auch besser zu Gesicht gestanden hätte. Auch dem FC Bayern München.

Hoeneß & Rummenigge gegen Kaiser Franz

fra„Der ist nur zu Bayern gekommen, um sich einen Namen zu machen. Das ist ein Franzose, dem ist München wurscht!“
Franz Beckenbauer, Präsident des FCB

Franz Beckenbauer hat das ausgesprochen, was wohl sehr viele Fans denken. Aber nicht immer wird es gern gehört, was der Kaiser sagt – zumindest in den eigenen Reihen nicht. Ich erinnere mich an eine Aussage von Uli Hoeneß, wenn ich mich Recht erinnere im Vorfeld des Spiels beim T-Home Cup: „…wer weiß, bei welchen Golf-Turnier er das schon wieder gesagt hat…“. Gemeint war damit nicht obige Aussage, sondern ein anderer Kommentar des Kaisers.

Nun brauchen wir uns nichts vormachen. Viele Aussagen von Franz Beckenbauer sind mittlerweile kontraproduktiv, manchmal altbacken, übertrieben oder gelegentlich auch zu ehrlich.
Aber mit der Kritik an Franck Ribery hat er eigentlich einfach nur Recht. Warum, dazu kommen wir später.

ribDer Vorstand klärte in einer Pressemitteilung mit: „Der FC Bayern München hatte und hat bei Franck Ribéry zu keinem Zeitpunkt den Eindruck, dass er den FC Bayern nur dazu benützen würde, um in seiner eigenen Karriereleiter nach oben zu kommen.“

Nun, das allein klingt nach einer eher versöhnlichen und recht diplomatischen Geste. Der nächste Satz aber, der klingt seltsam…

„Er hat sich mit seinen Fähigkeiten stets in den Dienst der Mannschaft gestellt.“
Mit seinen Fähigkeiten in den Dienst der Mannschaft.
Normalerweise nennt man es „in den Dienst der Mannschaft stellen“, wenn jemand sich selbst für den gemeinsamen Erfolg zurücknimmt.
Hat Franck Ribery sich mal so verhalten? Eigentlich liest und hört man doch eher, dass die ganze Mannschaft die offensive Spielweise ausbügeln und für ihn mitarbeiten muss.

Wie geht es nun weiter? Ich vermute stark, dass der Vorstand auf Beckenbauer einredet und der bei nächster Gelegenheit politisch korrekt zurückrudert. Aber es ist schon seltsam, dass es den Bayern-Bossen nicht gelingt, Ruhe in den Fall Ribery reinzubringen.