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Einfach erklärt: So funktioniert die UEFA Nations League

Wie funktioniert die nations league.jpgTimo Werner versteht die UEFA Nations League nicht so wirklich. Und mit ihm viele andere Menschen auch nicht.
Gar kein Problem, denn ich hatte auch lange Fragezeichen in den Augen und hatte gehofft, die UEFA spielt das einmal durch und verzichtet dann auf weitere Spielzeiten. Es sieht aber nicht danach aus, deswegen versuchen wir uns mal an einer ganz simplen Erklärung.

Die allereinfachste Erklärung für deutsche Fans ist: wenn die Nationalmannschaft alle Spiele gewinnt, wäre es ideal und sie hätte am Ende einen Pokal in der Hand. Punkt.

Und jetzt die etwas längere Erklärung:

  • nations league erklärung.pngDie Nations League ersetzt die Testspiele der europäischen Fussballnationen und sorgt stattdessen für Wettbewerbsbedingungen.
  • Alle 55 Nationen in der UEFA nehmen teil. Sie wurden auf 4 Ligen aufgeteilt.
  • Liga A:
    – 12 Mannschaften, verteilt auf vier Gruppen.
    – Die Mannschaften spielen Hin-und Rückspiel. Der Gewinner bekommt 3 Punkte. Beim Unentschieden ist es 1 Punkt.
    – Der Sieger der Gruppe spielt im Halbfinale, die Sieger daraus im Finale der Nations League. Am Ende steht der Sieger fest.
    – Gruppenletzte steigen in die Liga B ab.
  • Liga B, C, D:
    – In den drei unteren Ligen werden die Nationen ebenfalls auf Gruppen verteilt und spielen im gleichen Hin-und Rückspiel Modus.
    – Die Gruppenersten steigen auf, die Gruppenletzten steigen ab.
  • Qualifikation für die Europameisterschaft
    – Wer in der EM-Qualifikation versagt hat, darf auf die Nations League hoffen. Die Gruppenersten der Liga B, C und D haben nämlich die Möglichkeit, sich über Playoff-Spiele für das Turnier zu qualifzieren.

Das war es auch schon. Wenn das nun Timo Werner geholfen haben sollte, seinen Job etwas besser zu verstehen, oder Dir dabei geholfen hat, Dein Fan-Dasein etwas leichter zu machen, dann würde ich mich freuen, wenn Ihr den Artikel einfach mal in den sozialen Medien teilt. Vielen Dank und gutes Spiel!

 

Geisterspiel ist grober Unfug!

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Im Champions League Spiel gegen Viktoria Pilsen gab es seitens der Moskauer Fans rassistische Vorkommnisse. ZSKA Moskau wurde deswegen im Februar von der UEFA zu einer Geldstrafe in Höhe von 50.000 Euro und einem Champions League Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit verurteilt.
Dieses Spiel wird am Dienstag um 18 Uhr gegen den FC Bayern München stattfinden. Auf Bilder, wie oben zu sehen, werden wir also verzichten müssen.

Das Rassismus im Stadion bestraft werden muss, steht außer Frage. Die Vereine mit Geldstrafen zu belegen, ist wahrscheinlich nicht wirklich effektiv. 50.000 Euro zahlen diese Vereine aus der Portokasse. Und die wahren Verantwortlichen lesen davon höchstens in den Medien, stören sich daran aber nicht weiter und machen weiter, wie zuvor.

Ein Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu veranstalten, trifft aber nicht nur die Täter, sondern eben auch zahlreiche Unschuldige und schadet sogar dem Sport.

Wie Karl-Heinz Rummenigge beklagte, gibt es unter den Bayern-Fans zahlreiche Personen, die seit 25 Jahren kein Auswärtsspiel verpasst haben. Aber es sind nur die Fans des Gegners, es sind auch die Spieler auf dem Platz, die sich in dieser ungewohnten Atmosphäre zurechtfinden müssen. Unter Umständen sind die Einflüsse, Zeitschiebung, Klima und eben die ungewohnte Atmosphäre, sogar so ausschlaggebend, dass die Heimmannschaft einen sportlichen Vorteil davon hat.

follow on facebookBestraft werden auch die TV-Zuschauer, die sich weltweit ein Spiel mit emotionsloser Atmosphäre anschauen müssen.
Gute Werbung für den Sport sieht anders aus…

Man muss sich nun also die Frage stellen, wie ideenlos die Funktionäre der UEFA sind, eine solche Strafe zu verhängen?
Wäre es nicht angebrachter, ZSKA Moskau das Heimrecht zu entziehen? Es wäre völlig unproblematisch, beide Vorrundenspiele in München stattfinden zu lassen. Am Mittwoch selbstverständlich unter Ausschluss der Gäste-Fans.
Man hätte gleich mehrere Probleme gelöst. Der russische Verein wäre bestraft, hätte keinen Vorteil durch die Strafe, unschuldige Fans des Gegners wären nicht betroffen und man könnte verhindern, im TV einen schlechten Eindruck zu hinterlassen.
Alternativ dazu wäre auch ein neutraler Austragungsort noch nachvollziehbar gewesen.

Es gibt sicherlich einige Optionen, die man hätte ziehen können. Aber so wie die UEFA es nun umsetzt, ist es schlichtweg grober Unfug.

Rummenigge kritisiert Flut an Länderspielen

Karl Heinz Rummenigge

Karl-Heinz Rummenigge hat sich mal wieder im Vorwort des FC Bayern Magazins zu einem Thema geäußert. Bei der letzten Gelegenheit bezeichnete er die Diskussion um die Spanier im Verein als rassistisch.
Und diesmal kritisiert er die UEFA und FIFA, weil die Dachverbände des Fussballs die Spieler zu viele Länderspiele zumuten.
So ein Vorwort in einem Magazin kann man ein klein wenig mit einen Blogartikel vergleichen. Man sucht sich ein möglichst interessantes Thema, nimmt ein paar Fakten, Tatsachen oder Ansichten und schreibt seine eigene Sicht der Dinge dazu.
Eigentlich gibt es genug Themen, über die man schreiben könnte. Aber Karl-Heinz Rummenigge sucht sich ausgerechnet dieses aus. Eine unglückliche Entscheidung, denn seine Argumente sind nicht zwingend ausschlaggebend und im Umkehrschluss sogar ein Eigentor. Aber alles der Reihe nach.

"Die Belastung der Spieler hat ein gesundes Maß längst überschritten und ist am absoluten oberen Limit angelangt. Dafür sind die Dachverbände mit ihrer Flut von Länderspielen verantwortlich.”

Später vergleicht Rummenigge noch die Anzahl der Länderspiele, die Franz Beckenbauer im WM-Jahr 1974 und Thomas Müller im Jahr 2014 spielen musste. Von einer dramatischen 30% Steigerung spricht er und auch davon, dass die Spieler förmlich auf dem Zahnfleisch kriechen.

Wer sich einmal in den Fussball-Datenbanken informiert, wird sehen, dass es sich nicht ganz so dramatisch entwickelt hat. 1974 spielte die Nationalmannschaft 15 Spiele. Und im Jahr 2014 werden es 17 Spiele sein.
Innerhalb von 40 Jahren hat die Belastung also um +2 Spiele zugenommen. Sollten die Nationalspieler nun also über dem Zenit belastet sein, sind die Gründe sehr wahrscheinlich woanders zu suchen.

Auf der Suche nach diesem Grund kommen wir zwangsläufig auf die Promotion-Tour des FC Bayern durch die USA zu sprechen.
Das solche Aktionen wirtschaftlich notwendig geworden sind, steht außer Frage. Nur muss man natürlich zwischen Nutzen und Risiko abwägen. Immerhin wurden extra zu dieser Tour die Weltmeister eingeflogen, Spieler mussten direkt und ohne vorher auch nur ein einzige Trainingseinheit absolviert zu haben, in Freundschaftsspielen antreten und kräftezerrende PR-Termine wahrnehmen.

Wie wichtig die Nationalmannschaften für den Verein sind, erkennt man an einer humorvollen Aussage von Pep Guardiola im Rahmen einer Pressekonferenz in den USA. Er erklärte, Julian Green werde auf jeden Fall spielen, “….for the girls…”.
Diese Girls würden Julian Green gar nicht kennen, hätte er nicht kurz zuvor für die US-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft gespielt.
Und auch die deutschen Weltmeister hätten wohl kaum extra eingeflogen werden müssen, wenn sie nicht die Zugpferde in Sachen Eigenwerbung gewesen wären.

Bevor Karl-Heinz Rummenigge nun also mit dem Finger auf die UEFA und die FIFA zeigt, die wahrlich für genug Unsinn verantwortlich sind, sollte man wissen, dass dieser alte Spruch mit den “3 Finger zeigen dann auf einen selbst” durchaus richtig sein kann.


David gegen Goliath: Bayern trifft auf Bundesliga-Überraschung Paderborn